Hotelfachschule erweitert: Was die Neubau-Pläne in Villingen versprechen

Die Kreisräte nehmen die Landesberufsschule für Hotel in Villingen unter die Lupe. Stefan Löffler, Leiter des Amts für Schule, Hochbau und Gebäudemanagement vom Schwarzwald-Baar-Kreis, (zeigend) erklärt Details.
Mareike KrattEs ist seit Frühjahr dieses Jahres entschieden: Weil das Internat für die Landesberufsschule für Hotel in Villingen aus allen Nähten platzt, soll es ebenso erweitert werden wie das Schulhausgebäude. Im Zuge ihrer Rundtour durch die verschiedenen kreiseigenen Schulen machten die Mitglieder vom Kreisausschuss für Bildung und Soziales am Montag auch in Villingen Halt.
Thomas Melder, zuständiger Architekt und Geschäftsführer vom Büro MBPK Architekten und Stadtplaner in Freiburg, zeigte vor Ort zusammen mit Stefan Löffler, Leiter des Amts für Schule, Hochbau und Gebäudemanagement vom Schwarzwald-Baar-Kreis, wo genau der Neubau einmal Platz haben soll – nämlich entlang der Saarlandstraße, dort, wo derzeit noch ein Parkplatz ist.
Und sie überzeugten die Kreisräte davon, dass er das gesamte Areal zwischen Zähringer und Saarlandstraße auf jeden Fall aufwerten wird.
Endlich Doppelzimmer
Klar ist, dass die Internatserweiterung 48 neue Zimmer hervorbringen wird, wie Thomas Melder erklärt – und zwar, im Gegensatz zu den bestehenden 640 Betten in Form von einer Vierbett-Zimmerbelegung, künftig als Zweibett-Zimmer.
Wenn in der November-Sitzung das Thema wieder auf die Tagesordnung des Ausschusses kommt, geht es aber zudem um den Entscheid über zwei Varianten: eine neues, etwas kürzeres Schulhaus mit sechs, oder ein neues, etwas längeres Schulhaus mit neun Klassenzimmern à 66 Quadratmetern?
Adäquate Zusammenführung
In der Präsentation der Vorplanungen macht der Architekt auch deutlich: Im Neubau sollen die beiden Gebäudeteile – Internat und Schule – gestalterisch zusammengeführt werden, haben aber gleichzeitig durch ihre unterschiedlichen Funktionen auch unterschiedliche Anforderungen an Raumhöhe oder Geschossanzahl. Eine Holzfassade soll den Bezug zum Schwarzwald herstellen und Tradition mit Innovation vereinen, erklärt Thomas Melder weiter.
Das sind die Kosten
Bei der kürzeren Variante rechnet der Planer – inklusive zehn Prozent Kostensteigerung als Puffer – mit einem Kostenvolumen von insgesamt rund 14,2 Millionen Euro, bei der längeren Variante mit rund 15,7 Millionen Euro.
Landrat Sven Hinterseh betont zwar, dass mit dem Neubau, für den ein hoher Zuschuss zu erwarten ist, ein „wuchtiges, großes Gebäude“ entstehen wird, stimmt aber gleichzeitig dem allgemeinen Tenor zu: Gerade als längere Variante füge es sich städtebaulich perfekt ein und werde auch als Schulgebäude wahrgenommen – gerade in der längeren Variante, wohin Hinterseh auch durch die einfachere Finanzierbarkeit schon jetzt tendiert.
So ist der Zeitplan
Zum Schuljahr 2029/30 könnte das Projekt fertiggestellt werden, blickt Thomas Melder voraus – zumindest theoretisch. „Dafür muss aber zügig eine Entscheidung gefällt werden“, betont er.
Landesberufsschule für Hotel und Internat
Das sind die Zahlen
1752 Schüler – rund 100 mehr als im vergangenen Jahr – besuchen in diesem Schuljahr die Landesberufsschule in Villingen, wie Schulleiter Robert Fechteler berichtet. 60 Lehrkräfte sind hier tätig. Derzeit stehen im Internat 640 Betten als Vierbett-Belegung pro Zimmer zur Verfügung.