Herausforderungen und Chancen: Stellhebel für Unterkirnachs Zukunft

Unterkirnach tut sich beim Verkauf der im Marbental Ost verfügbaren Baugrundstücke für Einfamilienhäuser schwer. Jetzt gibt es eine neue Idee.
Ulrich SchlenkerIm Rahmen der Haushaltsberatungen kam die Sprache auch auf Visionen, wie die finanzielle Zukunft des Schwarzwalddorfs in eine positive Richtung gestaltet werden kann.
Das erhoffte Millionengeschäft durch den Verkauf des Gewerbegrundstücks im Abendgrund an den Recyclingbetrieb Schlösser scheint zu platzen. „Es liegt mir keine schriftliche Absage vor, aber mündliche Hinweise deuten darauf hin“, bestätigte Bürgermeister Andreas Braun. In diesem Fall werde man die große Gewerbefläche wieder in die Vermarktung geben.
Auch beim Verkauf der Bauplätze im Marbental Ost hat sich zuletzt wenig getan. Nach dem jetzigen Bebauungsplan sind dort Einfamilienhäuser vorgesehen. Bürgermeister Braun warf die Überlegung in den Raum, den Bebauungsplan so zu ändern, dass im oberen Bereich auch Mehrfamilienhäuser errichtet werden dürfen. „Hier sollten wir dranbleiben“, unterstützte Susanne Ciampa diese Idee.
Hoffnung auf eine finanzielle Erleichterung gibt es auch durch das schuldenfinanzierte Sondervermögen des Bundes, aus dem Unterkirnach laut Braun für einen Zeitraum von zwölf Jahren ein Betrag von etwa 1,9 Millionen Euro zusteht. „155 000 Euro pro Jahr stehen im Raum. Bei hohen Investitionen durch die Gemeinde könnte der Jahresbetrag eventuell auch höher werden“, sagte er.
Schulsanierung schlägt zu Buche
Da Unterkirnach mit der Sanierung der Roggenbachschule momentan die größte Investition seiner Geschichte tätigt, könnte sich hierdurch ein bisher noch nicht im Haushaltsplan 2026 eingeplanter Mittelzufluss ergeben. „Vielleicht sollten wir dann im Blick auf künftige Instandhaltungen einen Teilbetrag in einen Bausparvertrag anlegen“, äußerte Braun einen losen Anfangsgedanken.
„Wird Unterkirnach auf lange Sicht ein Teilort von Villingen-Schwenningen sein?“, warf Richard Brugger in der Bürgerfragestunde in den Raum. „Wir sollten die Doppelstadt als einen Partner für Kooperationen betrachten und nicht als jemand, der uns einnimmt“, machte Andreas Braun seine Position deutlich. Er ließ aber auch nicht unerwähnt, dass die große Infrastruktur für Unterkirnach kostspielig sei.
Zusammenarbeit mit Umlandgemeinden wie jüngst beim Standesamt oder beim Gemeindevollzug ist angebracht, so lassen sich seine Worte deuten.