Heiß auf Lesen in Bad Dürrheim begeistert: Stapel der gelesenen Bücher wäre zwölf Meter hoch

Entsprechend dem Motto Heiß auf Lesen loderten plötzlich Flammen aus dem Buch, das Zauberclown Rabe gerade lesen wollte.
Stadt Bad Dürrheim- Sommerleseclub in Bad Dürrheim: 95 Kinder nahmen teil, deutlich mehr als im Vorjahr.
- 780 Ausleihen in zehn Wochen – der Stapel entspräche zwölf Metern Höhe.
- Auszeichnungen: Selina Andris mit 23 Bänden, Finley Barba mit 3131 Seiten.
- Beliebt war „Die drei ??? – Tatort Baustelle“. Logbücher wurden kreativ gestaltet.
- Bibliothek bietet 6000 Medien und die „Onleihe Schwalbe“ mit 32.000 Titeln an.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei der Abschlussveranstaltung der landesweiten Aktion Heiß auf Lesen in der Stadtbibliothek Bad Dürrheim wurde es auf einmal richtig heiß: Zauberclown Christian Rabe klappte sein Buch auf und schon loderten die Flammen. Da hatte der Unterhaltungskünstler aus Kleinkems das Motto wohl etwas zu genau genommen.
Die Aktion stand Kindern im Alter von sechs bis 13 Jahren offen. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten ein Logbuch erhalten, in das sie die gelesenen Bücher und eine kurze Beschreibung eintragen konnten. Bei der Rückgabe der Bücher am Tresen der Bibliothek erzählten die Kinder, was sie gelesen hatten. Das klappte so gut, dass sich manchmal ganze Schlangen am Schalter mit aufmerksamen Zuhörern bildeten.
228 Bücher standen exklusiv den Clubteilnehmern zur Verfügung, davon 184 neue. Zwei Schulklassen hatten in diesem Jahr die Bücher in der Bad Dürrheimer Buchhandlung auswählen und für die Bibliothek einkaufen dürfen und haben, wie Bibliotheksleiterin Lieselotte Banhardt bestätigte, eine tolle Auswahl getroffen.
780 Bücher ausgeliehen
In den zehn Wochen der Aktion wurden 780 Bücher ausgeliehen. Aufeinandergestapelt wäre dies ein zwölf Meter hoher Bücherstapel, so hoch wie drei Giraffen übereinander. Bei der Abschlussveranstaltung wurden mehrere junge Leserinnen und Leser von Bibliotheksleiterin Lieselotte Banhardt und Fachbereichsleiter Markus Stein von der Stadtverwaltung ausgezeichnet, allen voran Selina Andris, die 23 Bände ausgeliehen und gelesen hat. Für die meisten gelesenen Seiten bekommt Finley Barba, der verhindert war, einen Preis. Er hat insgesamt 3131 Seiten verschlungen.
Für die schönste Gestaltung des Logbuchs wurde Tamina Gerlich geehrt ebenso wie Dominik Gonschior, der das witzigste Foto von sich im Logbuch hatte.
Kinderkrimi sehr beliebt
Das meistgelesene Buch war übrigens „Die drei ??? – Tatort Baustelle“. Aber die Kinder hatten keine Mühe, aus der reichhaltigen Auswahl der Stadtbibliothek ein interessantes Buch zu finden. Der zwölfjährige Nathanael beispielsweise hat in den Ferien sechs Bücher aus der Bibliothek ausgeliehen. Nathanael ist schon länger bei der Stadtbibliothek registriert und berichtete, dass er auch schon mal ein Buch erst beim zweiten Durchlesen gut fand.
Die elfjährige Grace hat 14 Bücher in den Ferien gelesen, darunter alle drei Bände von „Das Geheimnis der Flüstermaus“. Etwa jeden zweiten Tag greift sie zu einem Buch und liest darin. Die achtjährige Hanna hatte ihre Freude an Fantasy-Geschichten.
Mehrere Unterstützer
„Wer ein Buch liest, kann staunen, mitfiebern sich gruseln, fremde Länder entdecken“, erzählte Markus Stein, „oder etwas erfahren, was man bisher nicht wusste“. Er rief die Kinder auf, neugierig zu bleiben und sich von Lesegeschichten begeistern zu lassen und gab das Motto „ran an die Bücher“ aus.
Lieselotte Banhardt erinnerte daran, dass der Freundeskreis der Stadtbibliothek und die Sparkasse per PS-Reinertrag mit Spenden zu der Aktion beigetragen haben. Wie die Bibliothekarin berichtete, lernten auch einige Eltern die Einrichtung neu kennen, wenn sie ihre Kinder dorthin begleiteten, und ließen sich als Kunden aufnehmen. Unter allen Teilnehmern des Sommerleseclubs wurden Sachpreise wie ein Eintritt in die Experimenta, Spiele, Puzzles oder eine Trinkflasche verlost und alle, die dabei kein Glück hatten, bekamen am Ende noch eine Geschenktüte mit einigen kleinen Überraschungen sowie eine Urkunde.
Clown unterhält Kinder
Clown Rabe unterhielt die Kinder mit Jonglage, Gesang und Tricks. In sein Blasinstrument blies er aber so untalentiert, dass ein Mädchen ihm mitleidig den Rat gab: „Du musst nächstes Mal Trompete lernen“. Geschick band er sein junges Publikum in seine Kunststücke ein.
Als das Bibliotheks-Team am Schluss fragte, ob nächstes Jahr in den Sommerferien wieder Heiß auf Lesen stattfinden soll, erklang sofort ein vielstimmiges „Jaaa!“. In der Stadtbibliothek stehen 6000 Medien zur Verfügung, neben unzähligen Büchern auch 70 Tonies für die würfelförmigen Musikboxen. Darüber hinaus steht die digitale „Onleihe Schwalbe“ mit Hörbüchern, E-Books, digitalen Zeitungen und Zeitschriften sowie Lernsoftware zur Verfügung, insgesamt 32.000 weitere Titel, die über Smartphone, Computer oder Tablet abrufbar sind.
Erwachsene zahlen für den Leseausweis jährlich 18 Euro, Kinder und Jugendliche können die Einrichtung kostenlos nutzen. Beratung ist natürlich immer inklusive, denn wie stand es in einem der Logbücher der Kinder: „In der Bibliothek bekommt man immer Hilfe“.