Heimat in Trossingen
: So ging der Traum von Deutschland in Erfüllung

Der Traum von einem Leben in Deutschland ist für Eduardo Maubert in Erfüllung gegangen – wenn auch mit Rückschlägen. Heute lebt der Mexikaner mit seiner Familie in Trossingen.
Von
Cornelia Hellweg
Oberndorf
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Eduardo Maubert stammt aus Mexiko und ist in Trossingen heimisch geworden.

Maubert

Als Jugendlicher in Mexiko-Stadt verband Eduardo Maubert bekannte Automarken wie VW oder Tugenden wie Ordnung, Sauberkeit und Pünktlichkeit mit Deutschland und den Deutschen. Ein Deutschkurs an der Uni und das Studium sollte ihn der Verwirklichung seines Traums näherbringen. „Ich studierte Wirtschaftsingenieurwesen in Mexiko-Stadt. Während fast alle meine Kommilitonen Französisch wählten, entschied ich mich für Deutsch. Wir waren nur sieben Studierende in der Gruppe, am Ende blieben drei übrig. Damals schien die Sprache wenig nützlich“, erinnert sich Eduardo Maubert.

Nach seinem Abschluss an der Uni hatte er im Jahr 1995 die Möglichkeit, seinen Master-Studium in Berlin aufzunehmen. „Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartete.“ Mit einem Freund machte er sich auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt.

Maggi-Brühe erstes Abendessen in Deutschland

„Nach vielen Stunden im Flugzeug landeten wir in Frankfurt und fuhren weiter nach Berlin. Doch wir kamen zu spät an, unsere Reservierung war verfallen. Ein Internat nahm uns für die erste Nacht auf. Am Ankunftstag aßen wir nichts, alles war geschlossen. Nur ein Automat mit Maggi-Brühe funktionierte noch. Zwei Becher heiße Brühe: Das war unser erstes Abendessen in Deutschland.“

Die folgende Zeit beschreibt er als schwierig. Seine Sprachkompetenz in Deutsch stieß insbesondere im Master-Studium an Grenzen. Sein Bruder in Mexiko erkrankte schwer, und die Kommunikation mit der Familie zuhause funktionierte damals lediglich über Telefon und E-Mail. Schließlich entschied er, seine Zelte in Berlin abzubrechen und zurück zu seiner Familie zu reisen. „So endete mein erstes Kapitel in Deutschland, voller Hoffnungen, voller Brüche, und mit dem bitteren Gefühl, gescheitert zu sein.“

Bei VW in Puebla

Aber das sollte noch nicht das letzte Wort gewesen sein. Wenige Monate später begann Eduardo Maubert bei Volkswagen in Puebla zu arbeiten. Von dort wurde er im Jahr 2014 zu VW in Wolfsburg entsandt. Als die befristete Stelle auslief, musste er sich was Neues suchen. Da er inzwischen, noch in Mexiko, eine Familie gegründet hatte, beschlossen er und seine Frau, dass Deutschland für die drei Kinder ein sichererer Ort ist als Mexiko-Stadt. Also bewarb er sich bei Daimler in Sindelfingen auf eine Projektstelle.

Mit Hilfe einer Bekannten fand er für sich und die Familie eine bezahlbare Unterkunft in Oberndorf und pendelte von dort zur Arbeit nach Sindelfingen. Seine Frau fasste ebenfalls beruflich Fuß. Nach zwei Jahren war er wieder auf Arbeitssuche und wurde in Tuttlingen fündig. Mit seiner Familie zog er im Jahr 2022 nach Trossingen. Hier fühlt er sich heimisch.

Nach sieben Jahren der deutsche Pass

Nach sieben Jahren erhielt die Familie den deutschen Pass. Neben ihren Berufen geben sowohl Eduardo Maubert (Spanisch) als auch seine Frau Fabiola Sordo (Spanisch, Mexikanisch kochen) Kurse an der Volkshochschule Rottweil. „Nach mehr als 20 Jahren bin ich jetzt in Deutschland angekommen“, sagt er. Mit seiner Frau genießt er die schöne Natur rund um Trossingen und in der Region. Familienmitglieder aus Mexiko waren zu Besuch in Deutschland. „Es ist nicht einfach, hier Fuß zu fassen, aber es lohnt sich, dranzubleiben“, ist seine Erfahrung. Und er wünscht sich, dass das Thema Integration in Deutschland nicht mehr in erster Linie als Aufgabe von Behörden und Organisationen gesehen wird, sondern für jeden einzelnen – egal, ob Migrant oder Deutscher.

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