Heiligabend in Schwenningen: Engel sagen „Ja“ zum Weihnachtsfest

In der Schwenninger Johanneskirche wurde das Engelkrippenspiel „Das große Ja“ aufgeführt. Insgesamt wirkten 36 Kinder mit, die zum Abschluss gemeinsam das Halleluja sangen.
Jochen SchwilloMächtig was los war vor dem Altar in der voll besetzten evangelischen Johanneskirche in Schwenningen beim Familiengottesdienst am Heiligen Abend. 36 Jungen und Mädchen im Alter zwischen vier und 13 Jahren hatten in den vergangenen fünf Wochenenden das Engelkrippenspiel „Das große Ja“ einstudiert.
In dem Stück spielten die Engel die tragenden Rollen. Insgesamt waren es 16 Kinder, die als Engel dabei waren, sowie neun Hirten, zwei Wanderer und die drei Könige.
Die beiden Erzählerinnen Merle und Annabelle führten die Gottesdienstbesucher durch die Handlung.
Eine himmlische Perspektive
In der Aufführung wurde die Weihnachtsgeschichte aus einer himmlischen Perspektive erzählt. Im Himmel hatten sich die Engel darauf vorbereitet, die Geburt Jesu zu verkünden. Dabei merkten sie, dass sie selbst unsicher sind: Einige glauben, sie seien nicht gut genug, um Gottes Botschaft zu überbringen. Und den Hirten ging es ähnlich. Sie wundern sich, warum ausgerechnet sie, einfache und oft übersehene Menschen, als Erste von der Geburt des Heilands erfahren sollten. Schließlich erkannten Engel und Hirten, dass Gott jeden Menschen liebt und dass gerade die „Kleinen“ eine besondere Rolle in seiner Geschichte spielen.
Pfarrerin Britta Mann-Horváth freute sich, dass es an Heiligabend doch noch überraschend weiße Weihnachten gab und sich alle mit Spannung auf die Aufführung freuten. Sie hob hervor, dass die Kinder die Weihnachtsbotschaft eindrucksvoll nahegebracht haben.
Ein göttliches Ja in der Johanneskirche
„Egal, was passiert, auch wenn du etwas falsch machst – wie schön ist es, wenn Menschen aus vollem Herzen Ja zueinander sagen können“, sagte die evangelische Pfarrerin in ihrer Predigt. Sie betonte, dass Gottes „Ja“ zum Menschen bedingungslos, entschlossen und von Anfang an gilt – unabhängig von menschlicher Vollkommenheit oder äußeren Umständen.
Dieses göttliche „Ja“, sichtbar in der Geburt Jesu Christi, fordere die Menschen auf, es in ihrem Alltag zu verkörpern: durch Aufmerksamkeit, praktische Hilfe und Solidarität, besonders gegenüber den Unsichtbaren und Benachteiligten. Vielleicht braucht es einen wachsamen Blick, um das Kind wahrzunehmen, das sonst von allen übersehen wird. Oder ein Hilfsangebot an die alte Nachbarin, die sich mit den Einkaufstaschen müht. Es könnte aber auch Unterstützung bei deutschen Formularen für Migranten sein, gab Britta Mann-Horváth als Anregung mit auf den Weg.
Neue Besetzung in der Stadtkirche
Am Nachmittag des 24. Dezember fand auch in der Schwenninger Stadtkirche eine Christvesper statt. Hier sollte die Chormusik einen Schwerpunkt bilden. Unter anderem mit Stücken von Vivaldi in zeitgenössischen Arrangements sollte die Weihnachtsgeschichte umrahmt und verklanglicht werden.

Ein idyllisches Ambiente empfing die Besucher auch in der Stadtkirche.
Foto: GölzDoch schon bei der Begrüßung im Gottesdienst kündigte Pfarrer Klaus Gölz an, dass das musikalische Programm kurzfristig geändert werden musste, da die Krankheitswelle die Chormitglieder ergriffen hatte.
Hundertprozentige Weiterempfehlung
Der musikalischen Gestaltung tat die Änderung jedoch keinen Abbruch. Die anwesenden Mitglieder des Chors sangen unter Leitung von Christof Wünsch souverän den feierlichen Eingangschoral aus Vivaldis „Gloria in D“. Wünsch am Keyboard und Michael Hampel an der Gitarre sprangen an anderer Stelle mit einem Satz aus einem Konzert von Vivaldi für den geschwächten Chor ein. Obwohl sie kaum Zeit zur Vorbereitung hatten, war es ihrer Versiertheit und Virtuosität zu verdanken, dass daraus ein musikalischer Genuss wurde. Der kräftige Gemeindegesang und die von Ulrike Riesterer einfühlsam vorgetragene Weihnachtsgeschichte trugen ihren Teil zur festlichen Stimmung des Gottesdienstes bei.
Seine Predigt eröffnete Pfarrer Gölz mit einem Blick auf die Weihnachtsgeschichte im Stil von Internet-Bewertungsportalen. Und auch wenn die Reise des Paars dort anfangs keine gute Bewertung ergeben hätte, ist Gölz sicher: Am Ende steht eine hundertprozentige Weiterempfehlung, denn „das Licht der Weihnacht ist einfach himmlisch“.