Haushalt im Schwarzwald-Baar-Kreis: Defizit schrumpft – aber finanzielle Sorgen bleiben

Das Defizit für den Hauhalt 2026 des Schwarzwald-Baar-Kreises kann voraussichtlich verringert werden.
Pixabay/fotoblendDer Landkreis muss sparen. Das wurde bei der Haushaltsrede von Landrat Sven Hinterseh Anfang November einmal mehr deutlich. Mit einer Verschuldung von 36 Millionen Euro zum Ende des Jahres 2026 und einem negativen Ergebnis von rund zwölf Millionen im Haushaltsentwurf stellte sich die Ausgangslage für den Schwarzwald-Baar-Kreis als schwierig da.
Nach der Haushaltseinbringung und den ersten Beratungen in den Ausschüssen ergaben sich nun erste Veränderungen, die im Ausschuss für Bildung und Soziales am Montag neben den zu beratenden Teilhaushalten thematisiert wurden.
Dabei zeigte sich: Aus den nachträglichen Haushaltsveränderungen und den Ergebnissen der bisherigen Haushaltsberatungen ergibt sich in der Gesamtbetrachtung eine Verbesserung im Ergebnishaushalt um fast fünf Millionen Euro. Damit reduziert sich das Defizit von den angenommenen zwölf Millionen auf 7,17 Millionen Euro. Zum aktuellen Stand wird zum Ende des Jahres 2026 von einem Schuldenstand von rund 32,5 Millionen Euro ausgegangen statt wie bisher von rund 35,8 Millionen Euro.
Diese Verbesserung könne unter anderem durch Bundesteilhabegesetz-Nachzahlungen erzielt werden, die voraussichtlich 1,27 Millionen Euro umfassen und vermutlich 2026 eingehen. Darüber hinaus gehe man von höheren Schlüsselzuweisungen aus, die das Ergebnis 2026 um rund 2,9 Millionen Euro verbessern sollen. Auch die Sachkostenbeiträge im Bereich der Schulen verändern sich aufgrund der aktualisierten Schülerzahl um 145 000 Euro auf 13,64 Millionen Euro und verbessern das Ergebnis.
Eine Verbesserung des Ergebnishaushalts um 161 900 Euro hat zudem der Jugendhilfeausschuss erarbeitet.
Sondervermögen könnte Finanzhaushalt verbessern
Für den Finanzhaushalt geht die Verwaltung derzeit davon aus, dass sich dieser um 3,4 Millionen Euro verbessern wird, nachdem die Bundesregierung für die nächsten zwölf Jahre ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro eingerichtet hat, was über das Land an die Kommunen pauschal weitergegeben werde. Die Jahresrate könnte 3,4 Millionen Euro betragen. Klar sei jedoch noch nicht, ob das Geld bereits im kommenden Jahr fließen wird.
Weitere zentrale Eckpunkte des Haushalts wurden im Ausschuss für Bildung und Soziales thematisiert:
Personal Die Personalkosten steigen insgesamt um 6,88 Millionen Euro auf 83,38 Millionen Euro. Ausschlaggebend sind Tariferhöhungen und neue Stellen, obwohl gleichzeitig sogar 16,87 Stellen abgebaut werden. Neue Stellen entstehen an den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Insgesamt sollen fünf betreuende Kräfte und eine Krankenschwester neu eingestellt werden.
Über acht Millionen Euro fließen in Schulen
Bildung und Schulen Für die Digitalisierung der Kreisschulen selbst stellt der Landkreis im Jahr 2026 einen Betrag von 500 000 zur Verfügung.
Mit 8,1 Millionen Euro schlagen im Finanzhaushalt die Investitionen im Schulbereich zu Buche. Größter Posten ist dabei mit vier Millionen Euro die Sanierung der Gewerblichen Schulen in Donaueschingen, gefolgt von der Generalsanierung der Sporthalle der Albert-Schweitzer-Schule in Villingen mit 850 000 Euro und der Sanierung der Sporthalle der Landesberufsschule mit 800 000 Euro.
Soziale Sicherung Der größte Ausgabenblock stellt im Kreishaushalt die Soziale Sicherung da. Im Haushaltsjahr 2026 beträgt dessen Anteil rund 266 Millionen Euro. Der ungedeckte Aufwand – den der Kreis selbst finanzieren muss – klettert auf 171,13 Millionen Euro (plus 19,1 Millionen Euro).
Die Eingliederungshilfe ist dabei mit 47,2 Millionen Euro Nettoaufwand der größte Einzelposten. Im Bereich Hilfe zur Pflege steigt der Nettoaufwand um 0,87 Millionen Euro auf 14,34 Millionen Euro. Grund ist, dass die Pflege insgesamt teurer wird und auch die Fallzahlen steigen. Im Bereich Hilfe zur Gesundheit steigen die Aufwendungen um 1,13 Millionen Euro auf 2,74 Millionen Euro.
Der Sozialetat macht inzwischen 57 Prozent aller ordentlichen Aufwendungen aus und bleibt damit der dominante Kostentreiber.
