Gymnasium am Romäusring
: Wie ist das Deutsch-Abi für Abiturienten in Villingen gelaufen?

Fünf Stunden lang schreiben, interpretieren und erörtern: Wie fanden einige Abiturienten in Villingen die Deutsch-Abiturprüfung? Wir haben uns vor Ort umgehört.
Von
Martina Coluccia
Oberndorf
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Die schriftliche Deutsch-Abiturprüfung haben (von links) Marius Köhler, Linus Müller, Lovis Koester, Victoria Rotari, Rümeysa Özce und Lena Haas hinter sich.

Coluccia

In Baden-Württemberg finden die Abiturprüfungen vom 17. April bis zum 8. Mai statt. Mittendrin, am 28. April, stand das Deutsch-Abi auf dem Programm.

Fünf Stunden lang, von 9 bis 14.15 Uhr, saßen die Abiturienten und bearbeiteten die vier Aufgaben, die zur Verfügung standen: Erörterung eines literarischen Textes, Interpretation literarischer Texte, Analyse und Erörterung pragmatischer Texte sowie materialgestütztes Schreiben.

Wir haben einige Schüler des allgemeinbildenden Gymnasiums am Romäusring in Villingen zum Verlauf der Prüfung befragt.

Die Antworten der Abiturienten vor Ort zeigen insgesamt eine gemischte Stimmung was die Prüfung betrifft.

Einige beschreiben sie als „in Ordnung“, so etwa der 18-jährige Linus Müller und der 19-jährige Marius Köhler, andere als „mittelmäßig“, wie der 19-jährige Lovis Koester, wieder andere als „durchwachsen“, wie die 18-jährige Stella Domic, oder auch als „ganz gut“, wie die 18-jährige Rümeysa Özce.

Auswahl der Lektüre eher unbeliebt

Bei manchen sorgte die Auswahl der Lektüre dennoch für Frustration und Unsicherheit. So berichtete die 17-jährige Liv Straub, sie habe „nicht damit gerechnet, dass Heimsuchung drankommt“.

Hintergrund: Die Pflichtlektüren für das diesjährige Abitur waren „Der zerbrochne Krug” von Heinrich von Kleist und „Heimsuchung” von Jenny Erpenbeck.

Auch die 19-Jährige Victoria Rotari war von der Auswahl nicht ganz begeistert: „Es war anstrengend. Es hieß immer wieder, dass die eine Lektüre dran sei und irgendwie hat man sich dann eben mehr auf den zerbrochnen Krug vorbereitet.“

Vorbereitung ist manchmal (nicht) alles

Was die allgemeine Vorbereitung betrifft, scheint es bei den meisten eher einheitlich abgelaufen zu sein. So gaben mehrere Schüler an, sich „so gut wie gar nicht“ gezielt auf das Deutsch-Abi vorbereitet zu haben und ihre Prioritäten auf andere Leistungsfächer gelegt zu haben. Unter anderem auch, weil ihnen das Fach Deutsch im Unterricht zuvor nicht schwerfiel.

Andere wiederum haben sich gezielt auf die Aufgaben vorbereitet, etwa mit Lektürenhilfe oder auch Lernvideos.

Lena Haas erzählt zum Beispiel: „Mir war relativ schnell klar, welches Thema ich machen möchte, weil mich das Themenfeld Sprache einfach interessiert hat. Deswegen habe ich mir den Aufbau von materialgestütztem Schreiben einfach gezielt angeschaut.“ Auch wichtige Formulierungen und bestimmte Sprachmodelle hat die 17-Jährige eingeübt.

Was die Erwartungen an die Punkteleistung angeht, könnten sie nicht unterschiedlicher sein: Viele rechnen mit acht bis zehn Punkten, einige mit elf bis zwölf Punkten und die optimistischste Einschätzung liegt bei mindestens zwölf Punkten, wobei natürlich mehr erhofft wird.

Nach dem Abi

Für die meisten war das die letzte schriftliche Prüfung. Nun heißt es erstmal, bis die mündlichen Prüfungen wieder anstehen, durchzuatmen, ein wenig zu entspannen und langsam an die Zukunft denken. Einige haben bereits feste Pläne, was Studium und Ausbildung angeht.

Victoria Rotari erzählt: „Ich habe bereits eine Stelle für ein duales Studium im Bereich Steuern und Prüfungswesen bekommen.“ Marius Köhler möchte eine Ausbildung in der Pflege machen und Linus Müller will in den Bereichen Cyber-Security und Informatik studieren. Auch Rümeysa Özce und Lena Haas haben Vorstellungen von ihrer Zukunft: Die beiden Schülerinnen möchten ein Lehramtsstudium beginnen. Zunächst wollen sie jedoch reisen, Urlaub machen und die stressige Abiturzeit erstmal hinter sich lassen.

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