Goetheplatz in Villingen
: Scheitert jetzt das Wohnprojekt an den Parkplätzen?

Die Baugenossenschaft Villingen möchte auf dem ihr gehörenden Grundstück am Goetheplatz neue Wohnungen bauen. Der CDU-Antrag, den Stellplatzschlüssel dafür auf 1,0 festzulegen, erhielt im Technischen Ausschuss eine Mehrheit – geplant war 0,8.
Von
Cornelia Hellweg
Oberndorf
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Am Goetheplatz ist es nicht sonderlich einfach, einen Parkplatz zu finden.

Marc Eich

Für dieses Vorhaben muss der Bebauungsplan geändert werden. Deswegen stand das Thema am Dienstagabend auf der Tagesordnung des Technischen Ausschusses. Die CDU-Fraktion nahm dies zum Anlass einen eigenen Antrag einzubringen, nachdem der vorgesehene Stellplatzschlüssel von 0,8 auf 1,0 angehoben werden soll.

CDU-Fraktionssprecher Dirk Sautter begründete den Vorstoß mit der angespannten Parkplatzsituation in dem Quartier. Kerstin Hellstern, Leiterin des Stadtplanungsamtes, lobte das Konzept der Baugenossenschaft für die Wohnbebauung, die auf dem Grundstück zwischen Goetheplatz, Pontarlierstraße, Martin-Luther-Straße und Hebelstraße entstehen soll. Vorgesehen sind 15 neue Wohneinheiten. Die Erweiterung des Stellplatzschlüssels von 0,8 auf 1,0 bedeute, dass drei weitere Stellplätze geschaffen werden müssten.

Im Zuge der Nachverdichtung soll der aktuell als Garagenhof genutzte Blockinnenbereich mit einem Mehrfamilienhaus bebaut werden. Die benötigten Parkplätze für den Bestand sowie Neubau werden dabei in einer Tiefgarage untergebracht, darüber soll in Anlehnung an den umliegenden Bestand ein Gebäude mit drei Geschossen entstehen. Ein Großteil der Stellplätze soll laut Plan in der Tiefgarage angesiedelt sein, neun oberirdisch. Laut Landesbauordnung ist der Stellplatzschlüssel auf 1,0 festgelegt. Bei Vorliegen eines Mobilitätskonzeptes besteht die Möglichkeit, diesen zu reduzieren. Diese Möglichkeit wollte die Stadt für dieses Vorhaben eröffnen.

„Stellplätze sind teuer“

Die Architektin der Baugenossenschaft Villingen meinte dazu: „Stellplätze sind teuer.“ Wenn die Stadt jetzt auf 1,0 bestehe, könne es sein, dass „das Projekt angesichts der Mehrkosten stirbt“. Allgemein mache die Baugenossenschaft die Erfahrung, dass Stellplätze von Mietern nicht mehr so nachgefragt seien und daher fremd vermietet würden. Diese Argumentation verfing bei einer Mehrheit nicht. „Im Quartier herrscht ein wahnsinniger Parkdruck“, sagte Bürgermeister Detlev Bührer und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Wohnbauprojekt nicht an drei zusätzlichen oberirdisch anzulegenden Parkplätzen scheitere.

Schöner Garten

Auch Andreas Flöß (Freie Wähler) sprach von einem „gigantischen Parkdruck“. Da seien drei zusätzliche Stellflächen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Ein Stellplatzschlüssel von 1,0 sei an dieser Stelle richtig.

Stellplätze sind laut des Bebauungsplanes außerhalb der überbaubaren Grundstücksfläche zulässig. Eine Ausnahme hiervon bildet der Blockinnenbereich. Dieser soll im Umfeld des Neubaus als Garten gestaltet werden. Die Leiterin des Stadtplanungsamtes sprach von einem denkmalgeschützten Bauerngarten.

Für den CDU-Antrag sprachen sich schließlich zehn Gemeinderäte aus, vier stimmten mit Nein. Der Bebauungsplan wurde dann einstimmig beschlossen.

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