Gewerbliche Fuhrparks
: IHK SBH sollte Thema aktiver angehen

Unsere Leserin Maren Ott aus Bräunlingen hat zum Artikel „Industrie wenig begeistert“ diese Meinung.
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Oberndorf
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Die geplante EU-Vorgabe bezüglich gewerblichen Fuhrparks, die 2030 in Kraft treten soll, ist Thema.

SWB

Der Pressebericht greift ein wichtiges Thema auf: die geplante EU-Vorgabe ab 2030, wonach gewerbliche Fuhrparks nur noch emissionsfreie Neuwagen anschaffen dürfen. Doch die Argumente, mit denen die IHK dieses Vorhaben ablehnen wirken wenig überzeugend.

Ich sehe es so: Ja, der Wandel stellt viele Betriebe, uns alle, vor Herausforderungen. Ja, die Infrastruktur ist ausbaufähig und erfordert kluge Planung und Investitionen. Aber genau darin liegen die Chancen: die Betriebe, wir alle, können beweisen, was wir können. Wenn wir warten, bis alles planwirtschaftlich organisiert ist, verschlafen wir gerade hier im ländlichen Raum die dringend nötige Energiewende. Soll es uns noch mal so gehen wie bei der Wasserstoffstrategie?

Die Sorge um den Mittelstand kann ich nachvollziehen. Sie darf aber nicht zur Bremse werden. Wenn die IHK sich als Vertreterin der regionalen Wirtschaft versteht, dann sollte sie nicht nur die Risiken betonen, sondern proaktiv Lösungen mitdenken und vorantreiben: Kaufprämien, Förderung für Ladeinfrastruktur auch auf Betriebshöfen, Beratung bei Investitionen wie es beispielsweise schon die Sparkasse Schwarzwald-Baar mit ihrer Nachhaltigkeitsabteilung erfolgreich macht. Vielleicht eine Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit einrichten und den Bereich nicht einem untergeordneten Geschäftsbereichsleiter oder nur einem Referenten zuordnen.

Besonders ärgert mich die märhaft wiederholte Erzählung und Einforderung der „technologieoffenen Lösungen“, als würde nur eine Technologie vorgeschrieben. Bei der EU ist doch die Rede von „CO2-freien Nutzfahrzeugen“, wo ist da die Einschränkung einer Technologie? Abgesehen davon könnte man bereits viel von der Umsetzung des Saubere-Fahrzeuge-Beschaffungs-Gesetzes lernen, das schon seit 2021 für die öffentliche Hand gilt.

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Wenn die IHK wirklich den Mittelstand schützen will, sollte sie jetzt ihre Rolle als Brückenbauerin wahrnehmen. Ich erwarte von ihr nicht nur Kritik an EU-Vorgaben, sondern Vorschläge, wie Unternehmen der Region konkret in dieser Zeit des Klimawandels vorankommen können. Wir brauchen mehr Mut und Glaube an unserer aller Kräfte, wenn Sie den nicht haben, dann übergeben Sie bitte an die nächste Generation.

Maren Ott, Bräunlingen