Gesund im Schwarzwald-Baar-Kreis
: So kann man Hitzephasen gesund überstehen

Sommerhitze kann für die Gesundheit gefährlich werden, wenn die Tagestemperatur auf oder über 30 Grad steigt und nachts nicht unter 20 Grad fällt. Dies sollte man besonders beachten:
Von
Cornelia Hellweg
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Geriatric nurse giving glass of water to senior woman

Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, bei großer Hitze ausreichend zu trinken. (Symbolfoto)

Kzenon - stock.adobe.com
  • Gesundheitsamt im Schwarzwald-Baar-Kreis warnt vor gesundheitlichen Risiken durch Hitzewellen.
  • Empfohlen werden Schatten, leichte Kleidung, Sonnenschutz und kühle Duschen – aber nicht eiskalt.
  • Wohnung kühlen: morgens/abends lüften, Rollos schließen, Geräte und Lichtquellen begrenzen.
  • Trinken und Essen anpassen: Wasser, ungesüßte Tees, Schorlen, kleine Mahlzeiten, kein Alkohol oder Kaffee.
  • Kinder und Säuglinge besonders schützen: UV-Schutz, Schatten, viel trinken, Babys im ersten Jahr ohne Sonnencreme.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wenn Hitzewellen über mehrere Tage anhalten, ist das eine enorme körperliche Belastung. Das Gesundheitsamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis weist deshalb darauf hin, sich und andere unbedingt an den heißen Tagen mit erhöhter UV-Strahlung gut zu schützen.

Ältere Menschen und Pflegebedürftige können sich an sehr warmen oder heißen Tagen und Nächten nur eingeschränkt anpassen, heißt es in der Mitteilung. Oft bestünden Vorerkrankungen, bei denen keine großen Trinkmengen zu sich genommen werden dürfen. Medikamente zur Behandlung diverser Erkrankungen greifen ebenfalls in den menschlichen Wasserhaushalt, aber auch in die Kreislaufregulation ein. Das Gesundheitsamt empfiehlt, extreme Hitze zu meiden, indem man sich möglichst im Schatten aufhält. Wenn möglich, sollte man sich nur morgens und abends im Freien aufhalten und körperliche Anstrengungen reduzieren.

Wichtig ist, darauf zu achten, dass niemand im Auto zurückgelassen wird. Weiterhin rät das Gesundheitsamt zur Körperkühlung, indem luftige und helle Kleidung getragen wird. Zusätzlich sollte Sonnenschutz verwendet werden (Körpercreme, Sonnenbrille, Kopfbedeckung mit breiter Krempe). Ein weiterer Ratschlag, um den Körper abzukühlen, ist eine kühle Dusche, wobei darauf zu achten ist, dass nicht zu kalt geduscht wird, um Kreislaufprobleme oder übermäßiges Schwitzen zu vermeiden. Weiter können feuchte Tücher auf die Haut gelegt, Wasser aus einer Sprühflasche zum Kühlen genutzt werden, oder es kommt ein Fächer zum Luftkühlen zum Einsatz.

Wohnraum kühlen

Um den Wohnraum zu kühlen, empfiehlt das Gesundheitsamt, morgens und abends mit Durchzug zu lüften, Fensterläden, Rollos und Vorhänge zu schließen, so wenig elektrische Geräte und Lichtquellen wie möglich zu nutzen und am besten in den kühlsten Räumen der Behausung zu schlafen. Zudem sollte das Essen und Trinken an die hohen Temperaturen angepasst werden. Das heißt: regelmäßig und über den Tag verteilt trinken (lauwarm oder kühl), insbesondere Wasser, ungesüßte Tees, Säfte als Schorle (bei Vorerkrankungen sollte die Trinkmenge mit den Ärzten abgeklärt werden). Weiter werden kleine Mahlzeiten empfohlen, die dafür häufiger am Tag zu sich genommen werden, wie zum Beispiel kalte Suppen, Salate, frisches wasserhaltiges Obst und Gemüse.

Wichtig ist es zudem, ausreichend Mineralstoffe zu sich zu nehmen, um den Verlust durch das Schwitzen auszugleichen (kein Alkohol, kein Kaffee, keine Softdrinks). Besonders sollte darauf geachtet werden, die Lebensmittel gut zu kühlen und schnell zu verbrauchen (Gefahr von Lebensmittelvergiftungen).

Vorsicht bei Arzneimitteln

Vorsicht ist bei großer Hitze bei den Arzneimitteln geboten. Hitze kann die Wirkung von Medikamenten verändern. Deshalb sollte mit den eigenen Ärztinnen und Ärzten die angepasste Aufbewahrung und die angepasste Einnahme besprochen werden. Rat gibt es hierzu auch in der Apotheke. Auf ältere, auf ältere alleinstehende Menschen und auf Kinder sollte bei großer Hitze besonders geachtet werden, aber auch auf Pflegebedürftige und chronisch Kranke, Schwangere, Obdachlose und im Freien Arbeitende sowie Sporttreibende. Hier wird empfohlen, einen kühlen, schattigen Ort aufzusuchen und Wasser zum Trinken anzubieten, wenn Hilfe benötigt wird. Bei Verdacht auf einen hitzebedingten Notfall, unbedingt die 112 anrufen. Weitere Infos unter: https://www.gesundheitsamt-bw.de/lga/de/themen/gesundheit-umwelt/gesundheit-hitze.

Wie man Kleinkinder und Säuglinge richtig schützt

Hitzewellen und Tage, an denen die UV-Strahlung deutlich erhöht ist, nehmen zu. Sie sind eine besondere Belastung für den Körper und den Geist eines Erwachsenen. Erst recht sind Säuglinge und Kleinkinder betroffen und müssen aktiv geschützt werden. Säuglinge und Kleinkinder können ihre eigene Körpertemperatur noch nicht ausreichend regulieren. Deshalb können vor allem hohe Temperaturen schneller zu einer „Überhitzung“ führen. Hinzu kommt, dass kleine Kinder ihre Körperempfindungen noch nicht mitteilen können.  „Dafür brauchen die Kleinen uns“, erklärt Dr. Hatem Saleh vom Gesundheitsamt des Landratsamtes Schwarzwald-Baar-Kreis. „Erwachsene können mögliche Überhitzungs-Warnzeichen von Kindern frühzeitig erkennen. Das können zum Beispiel Fieber, Hitzepickel, heiße rote Haut, die nicht schwitzt, Kopfschmerzen, Unruhe, Unkonzentriertheit oder Erschöpfung sein. So ist es auch an den Erwachsenen, bereits im Vorfeld einige Vorkehrungen zum Hitzeschutz zu treffen“, so Dr. Hatem Saleh.

An einen ausreichenden UV-Schutz sollte immer gedacht werden, denn vor allem Kinder, die bereits in ihren frühen Lebensjahren der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt waren, haben erwiesenermaßen im Erwachsenenalter ein deutlich erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Das Gesundheitsamt empfiehlt deshalb: Kinder sollten an besonders heißen Tagen doppelt bis dreifach so viel Flüssigkeit (circa 1,5 Liter) in Form von Getränken (Wasser, ungesüßte Früchte- oder Kräutertees, Saftschorle) oder über eine wasserreiche Kost (zum Beispiel Melone, Trauben) aufnehmen. Kleinkinder sollten dabei vermehrt auch zum Trinken animiert, beziehungsweise es ihnen angeboten werden. Säuglinge, die noch voll gestillt werden, sollten häufiger „angelegt“ werden. Dabei wird empfohlen, dass die stillende Mama ebenfalls genug trinkt oder bei Unternehmungen ausreichend Getränke mitnimmt.

Babys unter einem Jahr sollten keinesfalls der direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt werden. Man sollte ihnen vorwiegend lange und leichte UV-Kleidung aus atmungsaktiver Viskose oder dünner Baumwolle anziehen und sich mit ihnen vorwiegend im Schatten (unter Bäumen, Schirm oder ähnlichem) aufhalten. Es gibt zwar auch Sonnencremes, die ab einem Alter von sechs Monaten zugelassen sind, jedoch empfiehlt es sich, im ersten Lebensjahr gänzlich auf Sonnencreme zu verzichten.

Im ersten Lebensjahr keine Sonnencreme

Die Haut von Kleinkindern ist im Gegensatz zur Erwachsenenhaut immer noch deutlich dünner und empfindlicher. Kleine Kinder sollten sich maximal zehn Minuten in der direkten Sonne aufhalten. Neben einer adäquaten Bekleidung, auch hier empfiehlt sich leichte und lange UV-Kleidung/Baumwollstoff, sollte vorab ein ausreichender Sonnenschutz in Form von Sonnencreme aufgetragen werden. Die Sonnencreme muss mindestens einen Lichtschutzfaktor von 30 (LSF 30) haben, für Kinderhaut je nach Alter zugelassen sein und 30 Minuten vor dem „Rausgehen“, am besten großflächig am ganzen Körper, aber mindestens an den durch die Kleidung nicht bedeckten Hautstellen (Gesicht, Ohren, Nacken, Hände, Füße) aufgetragen werden.

Alle zwei Stunden sollte ein „Nachcremen“ stattfinden, denn durch Reibung, Schwitzen oder Wasser entfernt sich die Creme von der Haut. Aber Vorsicht: Ein „Nachcremen“ erhöht nicht die Dauer, in der sich das Kind in der direkten Sonne aufhalten sollte. Es empfiehlt sich, den Kindern helle Kleidung, die das Sonnenlicht reflektiert, und eine Kopfbedeckung mit Krempe oder Kappe mit Schirm, die nicht nur das Gesicht des Kindes, sondern auch die empfindliche Kopfhaut schützt, anzuziehen.

Häufig gibt es die Kopfbedeckungen für Kleinkinder auch mit „Nackenschutz“. Bei der Wahl des Ausflugsziels auf eine „Wasser- oder Planschquelle“ achten, die für eine kleine Abkühlung sorgt. Oder Nacken und das Gesicht des Kindes mit Wasser kühlen.

Notruf 112 anrufen oder kinderärztliche Praxis aufsuchen, wenn folgende Überhitzungs-Symptome des Kindes bemerkt werden: erhöhte Körpertemperatur mit heißer, roter Haut, die nicht schwitzt, starke stechende Kopfschmerzen, Erbrechen ohne erkennbare Ursache wie Magen-Darm-Infekt, Lebensmittelvergiftung oder ähnliches.

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