Geschichtspfad Brigachtal
: Geschichte zu Fuß erkunden

Zur Eröffnung des Geschichtspfades an der alten Mühle in Brigachtal/Klengen regnete es am Sonntag, was einen echten Brigachtaler Bürger jedoch nicht erschüttert.
Von
Hella Schimkat
Oberndorf
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Am Sonntag wurde der Geschichtspfad in Brigachtal offiziell eröffnet.

Hella Schimkat

Rund 60 Bürger kamen zur Eröffnung, auch der Bundschuh fehlte nicht, hatte doch die Mittelaltergruppe Bundschuh aus Brigachtal die ersten Findlinge mit Bronzeplakette am Anfang des Geschichtspfads aufgestellt.

Bürgermeister Michael Schmitt begrüßte die gut gelaunten Wanderer, die zur Eröffnung gekommen waren, fünfeinhalb Kilometer führe der Geschichtspfad entlang der Brigach zum Weiler Beckhofen, in den Weißwald zur Tongrube bis zur Entenburg und dann zum Festplatz, wo die Guggämusik Katzejomer am Gleis 1 mit Bewirtung warte, erklärte er.

Werner Obergfell vom Flurneuordnungsamt Rottweil erläuterte, dass zum Flurbereinigungsgebiet in Überauchen auch die Verbesserung der Wege gehört hatte.

„Wir haben unseren Teil zum Geschichtspfad beigetragen, indem wir entlang des Pfads zwölf Tafeln mit genauer Erklärung der Geschichte am jeweiligen Platz aufgestellt haben: Den Text mit Bildern zu den jeweiligen Tafeln erhielten wir von Annette Hengstler, Assistenz des Bürgermeisters, und Josef Vogt, dem die Geschichte der Gemeinde seit Jahrzehnten am Herzen liegt“, dankte er.

Sitzgruppen und Liege

36 000 Euro habe man in die Verbesserung der Fuß- und Wanderwege sowie die Tafeln und Sitzgruppen und Himmelsliege gesteckt, schloss er. Silke Lanninger, in Vertretung des Landrats, betonte, im Rahmen der Flurneuordnung, hätten einige Landeigentümer sich zwar schwer getan, die eigene Scholle loszulassen, aber ihre Zustimmung sei demokratisch gewesen, und die Landschaft profitiere auch davon, betonte sie.

Die Wanderung begann an der Mühle zu Klengen, dort trafen sich 1524 die Bauern aus der Region und beschlossen, sich im Bauernkrieg gegen die Obrigkeiten zu stellen. Der Bundschuh beteiligte sich, seine Fahne ziert ein aufgebundener Schuh das Symbol des Bundschuhs. Am Weiler Beckhofen mit seiner Hofkapelle war eine Tafel mit der Geschichte des Weilers aufgestellt.

Die Weißtongrube am Haselberg von Überauchen hat eine bewegte Geschichte, denn hier wurden einmal die Rohstoffe für eine Reihe von namhaften Steingutfabriken abgebaut. Für mehr als 140 Jahre war die Grube für mehrere Generationen von Überauchener Familien ein Ort für ihren Broterwerb. Aus dem notwendigen Fuhrgeschäft entstand im Laufe der Zeit ein ordentliches Fuhrunternehmen, das heute international tätig ist. Bedeutende Firmen, die zu den Kunden der Gemeinde Überauchen zählten sind unter anderem die Steinporzellanfabrik in Hornberg, die Majolika-Fabrik Schramberg oder die Keramische Fabrik Herbolzheim. 1980 wurde der Abbau von Tonerde beendet.

Nach der ausführlichen und lehrreichen Wanderung freuten sich die Wanderer über die Bewirtung am Festplatz auf Gleis 1 durch die Gruppe „Katzejomer“.

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