Geschäftswechsel im Rietenzentrum: Eine neue Postfiliale für Schwenningen

Nadir Sismann freut sich, zusätzlich zur Markstraße nun im Schwenninger Rietenzentrum einen Kiosk mit Poststation zu betreiben.
Mareike KrattDer Name Paul Bugge ist eng mit dem Stadtbezirk verknüpft: Der Sitz des bekannten Zigarrenunternehmens mit fast 75-jähriger Historie ist im hiesigen Industrie Ost, und auch ein Paul Bugge Shop mit kleiner Zigarrenlounge war über Jahrzehnte bis zu diesem Frühjahr in der Schwenninger Rietenstraße 50 angesiedelt.
Für die Räumlichkeiten im Rietenzentrum, die neben Zigarren und Tabakwaren auch Zeitschriften und Lotto im Portfolio hatten, hatte Paul-Bugge-Inhaber Norbert Höldke einen Nachfolger gesucht – und war auf Nadir Sismann gestoßen.
Der Unternehmer ist in Schwenningen bei Weitem kein unbekanntes Gesicht mehr, betreibt er doch seit rund zweieinhalb Jahren „Schi Schi’s Kiosk“ in der Marktstraße – ein Geschäft, das sich peux-à-peux vom Schreibwarenladen Thomas zu einem Kiosk entwickelt hat und das Nadir Sismann letztendlich vom Ehepaar Thomas übernommen hat.
Ausgelastet ist er mit dem Betrieb in der Markstraße eigentlich genügend und ist vielmehr per Zufall und viele Gespräche zur Kioskübernahme im Rietenzentrum gekommen, wie er im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt.
Post seit Mai
Dennoch hat es ihn gereizt, auch hier die Räumlichkeiten und das Angebot umzumodeln – gemäß seines „Schi Schi’s Kiosk“, allerdings in kleinerer Dimension. Im April ist Sismann nach kleinen Umbauarbeiten mit dem Betrieb gestartet. Zeitschriften und Tabakwaren gibt es nach wie vor, ebenso wie die bestehenden Zigarren, die Sismann für die bisherigen Paul-Bugge-Stammkunden beibehalten hat.
Gekühlte Getränke sind ebenso neu im Angebot wie kleine Snacks – und ganz wichtig, eine Poststation, die Mitte Mai hinzugekommen ist. Das Modul ist zwar etwas kleiner als das in der Markstraße, bietet aber aber nahezu den gesamten Service rund um Briefe und Pakete.
Filiale wichtig
„Für Schwenningen brauchen wir’s“, kommentiert der Inhaber die neue Poststation, die nach dem Wegfall der Hauptfiliale in der Friedrich-Ebert-Straße im vergangenen Oktober die verbliebenen Stationen im Mühlweg, in der Markstraße sowie in der Neckarstraße aufstockt. Besonders für ältere Bürger aus dem direkten Umkreis, die nur schwer zur nächst gelegenen Filiale im Mühlweg kommen, sei die neue Anlaufstation ein Segen.
Viele Stammkunden
Überhaupt sei das Klientel rund um das Rietenzentrum, in dem zudem eine Apotheke, eine Fahrschule, ein Bäcker, die Volksbank sowie Sparkasse und mehrere Ärzte angesiedelt sind, anders und schon allein von der Frequenz her nicht mit dem in der Markstraße zu vergleichen. „Es ist deutlich weniger los“, sagt Nadir Sismann. Das habe aber auch Vorteile, denn auch der Kundenkontakt sei persönlicher. Viele Stammkunden kämen vorbei – nicht nur wegen der Zigarren. „Ich bin sehr begeistert“, zieht der Wahl-Schwenninger, der früher im Tabakwaren-Vertrieb tätig war, nach den ersten Monaten sein Fazit.

Der Paul-Bugge-Schriftzug steht noch am Laden im Schwenninger Rietenzentrum, das mehrere Geschäfte und Gewerbe beheimatet.
Foto: Mareike KrattDoch ohne Unterstützung könnte er beide Kioskbetriebe inklusive Post nicht parallel stemmen. Von den bisherigen Paul-Bugge-Mitarbeitern hat Nadir Sismann eine Teilzeitkraft und eine langjährige Aushilfe übernommen, die übrigen Mitarbeiter seien in den Ruhestand gegangen. Insgesamt arbeiten in den beiden Geschäften inzwischen zwei Teilzeitkräfte und acht Aushilfen.
Rasante Entwicklung
Und diese werden mehr denn je gebraucht: Der Bedarf an Postservice habe sich in den vergangenen Jahren extrem entwickelt und sei kaum zu decken, sagt der 36-Jährige vor allem mit Blick auf den Internethandel – und die daraus resultierenden oft langen Menschenschlangen vor dem Postschalter in der Markstraße.
Richtige Kombi
Das Konzept, Tabakwaren mit Lotto, Zeitschriften, Getränken und Post zu verbinden, sei für ihn daher stimmig – und gehe immer wieder auf. An Zigaretten allein verdiene man kein Geld. Geldverdienen auf der einen, Spaß an der Arbeit auf der anderen Seite: Diese Kombination ist für Nadir Sismann als selbstständiger Unternehmer immer wichtig. Daher macht es ihm auch nichts aus, in einem seiner beiden Kioske auch einmal bis in den Abend hinein zu stehen.