Georg Quandts Vermächtnis: Vom Einsatz in Afrika zum Engagement vor Ort

Der Deutsch-Namibische Hilfsfonds mit seinem Initiator Georg Quandt unterstützte über Jahrzehnte hinweg insbesondere viele Kinder und Jugendliche in dem Land im südlichen Afrika.
Deutsch-Namibischer Hillfsfond- Der Deutsch-Namibische Hilfsfonds „Quandt“ wurde aufgelöst – sein Restvermögen geht an die Bürgerstiftung.
- 61.116 Euro fließen als Zustiftung in die Bürgerstiftung Trossingen, das Grundkapital liegt bei rund 299.250 Euro.
- Der Fonds unterstützte fast drei Jahrzehnte lang Projekte in Namibia, darunter eine Schule und eine Krankenstation.
- Gründe für das Ende: veränderte Rahmenbedingungen, fehlende verlässliche Strukturen und Altersgründe im Team.
- Die Bürgerstiftung fördert künftig Projekte in Kultur, Sport, Jugend- und Altenhilfe, Heimatpflege und Völkerverständigung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Fast drei Jahrzehnte lang hat der Deutsch-Namibische Hilfsfonds „Quandt“ Menschen in Namibia unterstützt. Rund eine Million Euro an Spenden kamen in dieser Zeit zusammen und ermöglichten unter anderem den Bau einer Schule und einer Krankenstation.
Mit der Auflösung des Vereins endet dieses Engagement. Sein Vermögen wirkt jedoch weiter: Das verbliebene Restvermögen in Höhe von 61.116 Euro fließt als Zustiftung in die neu entstehende Bürgerstiftung Trossingen, wie die Stadtverwaltung Trossingen nun mitteilt.
Das Grundkapital der Stiftung liegt bereits bei rund 299.250 Euro – Geld, das durch die Vermietung der Flüchtlingsunterkunft in der Händelstraße zusammengekommen ist.
Echte Hilfe durch Georg Quandt und seine Mitstreiter
„Wir sind den Verantwortlichen des Deutsch-Namibischen-Hilfsfonds sehr dankbar für diese Entscheidung“, sagt Bürgermeisterin Susanne Irion. „Über Jahrzehnte haben die engagierten Mitglieder um Georg Quandt für ungezählte Menschen in Namibia echte Hilfe geleistet und das Leben vieler Menschen nachhaltig verbessert. Diesen positiven Effekt auf das Leben von Menschen wollen wir mit der Bürgerstiftung in Trossingen fortführen. Das Vermögen des Hilfsfonds wird langfristig dazu beitragen, das Gemeinwohl in der Stadt Trossingen zu unterstützen.“
Der Deutsch-Namibische Hilfsfonds wurde von Georg Quandt ins Leben gerufen, um notleidenden Kindern und Familien in Namibia zu helfen. Über viele Jahre entstanden enge persönliche Kontakte, die eine direkte Unterstützung vor Ort ermöglichten. Erst, als sich die Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren grundlegend veränderten und keine verlässlichen Strukturen mehr aufgebaut werden konnten, entschlossen sich die Mitglieder, den Hilfsfonds aufzulösen und das verbliebene Vermögen entsprechend der Satzung einem gemeinnützigen Zweck in Trossingen zukommen zu lassen.

Auch die Aam-Been-Dee-Schule in Katutura, einem Vorort der namibischen Hauptstadt Windhoek, wurde durch den Hilfsfonds unterstützt. (Archivfoto)
Deutsch-Namibischer Hilfsfonds„Angefangen hatte alles fast zufällig. Auf meinen Reisen durch Namibia habe ich die Armut hautnah gesehen, das Fehlen der medizinischen Versorgung oder auch den Mangel an einfachsten Dingen wie Decken und Schuhen“, erinnert sich Georg Quandt. „Zu Beginn haben wir – ich war meist mit mehreren anderen Trossingern unterwegs – mehr oder minder spontan geholfen, schnell wurde uns aber klar, dass wir einen Verein brauchen und die Hilfe professionalisieren müssen.“
Große Teile der Hilfe für Namibia dauern fort, so unter anderem eine Suppenküche für die Hanganeni-Schule, wo 1600 Kinder unterrichtet werden. „Ich bin froh, dass auch heute noch die Jungen und Mädchen von unserem Engagement profitieren. Wer Zugang zur Bildung hat, der hat eine Chance, der absoluten Armut zu entkommen“, so Quandt.
Verlässliche Partner in Namibia
Michael Weisser, langjähriger Schatzmeister des Vereins, erinnert daran, dass die Arbeit des Hilfsfonds nur dank verlässlicher Partner in Namibia möglich gewesen sei. Nach mehreren personellen Veränderungen vor Ort habe sich diese Zusammenarbeit jedoch nicht mehr in der bisherigen Form fortführen lassen.
„Der Hilfsfonds hat in all den Jahren viel in Namibia erreicht. Damit war ein großes persönliches Engagement insbesondere von Georg Quandt verbunden“, so Weisser. Während früher das Kernteam des Hilfsfonds jährlich aktive Hilfe vor Ort leistete, sei dies in den vergangenen Jahren auch aus Altersgründen nicht mehr möglich gewesen.
Die Trossinger Bürgerstiftung fördert Projekte
Die Bürgerstiftung startet mit einem Stiftungskapital von rund 360.000 Euro, bestehend aus 299.249 Euro durch die Mieteinnahmen in der Flüchtlingsunterkunft und 61.116 Euro aus der Zustiftung des Deutsch-Namibischen Hilfsfonds. Sie soll künftig Projekte in Bereichen wie Kultur, Musik, Sport, Jugend- und Altenhilfe, Heimatpflege oder Völkerverständigung fördern sowie Menschen dazu ermutigen, sich ehrenamtlich für das Gemeinwesen einzusetzen.
„Stiftungen wie die unsere arbeiten mit Zinsgewinnen aus dem Stiftungskapital. Je höher das Kapital, desto höher die Erträge, die eingesetzt werden können“, erklärt Bürgermeisterin Susanne Irion. Weitere Zustiftungen, auch von Privatpersonen, seien jederzeit herzlich willkommen.
Mit der Wahl des Stiftungsbeirats hat der Gemeinderat nun den nächsten Schritt auf dem Weg zur Bürgerstiftung vollzogen. Dem Kuratorium gehören Martin Häffner (OGL), Thomas Springer (FDP), Gustav Betzler (FW), Petra Hermann (CDU) und Vatche Kayfedjian (SPD) an. Den Vorsitz übernimmt Bürgermeisterin Susanne Irion kraft Amtes.
