Gemeinderat Tuningen
: Solarfeld soll Strom für 4200 Haushalte liefern

Zwei Solaranlagen an der A 81 auf Tuninger Gemarkung gibt es bereits. Jetzt soll eine weitere dazu kommen. Das findet nicht jeder Gemeinderat gut.
Von
Erich Bieberstein
Oberndorf
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Nico Huschek, Geschäftsführer der „AQWISO“ (stehend, links), stellte dem Tuninger Gemeinderat den Bau einer weiteren PV-Freiflächenanlage vor.

Erich Bieberstein

Laut eines Antrages soll eine Fläche von rund elf Hektar für die Gewinnung von Solarenergie ausgewiesen werden. Das Münchner Unternehmen AQWISO hat sich auf die Entwicklung von Freiflächen Solaranlagen spezialisiert. So ist man ständig auf der Suche nach Flächen, der Verhandlung mit den Eigentümern und die komplette Projektierung. Geschäftsführer Nico Huschek stellte in der jüngsten Sitzung des Tuninger Gemeinderats das Vorhaben vor.

Bei den kompletten Flächen handelt es sich Pachtwiesen und Äcker, und seinen Angaben zufolge sind alle Eigentümer bereit, dieses Projekt zu unterstützen. Auch die Gemeinde partizipiert mit einer Fläche von 2,4 Hektar an dem Projekt.

Laut dem Planer befindet sich das Gebiet in einem landwirtschaftlich benachteiligten Gebiet und fällt somit unter die EEG-Vergütungsfähigkeit, was für die Gemeinde eine mögliche Zuwendung von 0,2 Cent pro Kilowattstunde bedeuten würde. Neben den Pachteinnahmen fließen an die Gemeinde dann auch entsprechende Gewerbesteuereinnahmen aus dem Unternehmensgewinn.

Gemeinde profitiert finanziell

Der erforderliche Durchführungsvertrag beinhaltet die komplette Kostenübernahme des langwierigen Verfahrens über die Aufstellung des Bebauungsplans „Freiflächen-Solaranlage Weil“. Dem Vorschlag der Verwaltung zur Zustimmung konnten sich jedoch nicht alle Räte anschließen. Nachdem die Gemeinderäte Hans Mauch und Harald Mauthe aufgrund Befangenheit nicht an der Abstimmung mitwirken konnten, fand der Antrag mit 6 zu 4 Stimmen eine relativ knappe Mehrheit. Das Verfahren wird nun eingeleitet. Der Planer führte aus, es werde nun mindestens zwei Jahre dauern bis man die Sache konkret auch angehen könne.

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Ein kostenintensives Problem solcher Anlagen ist in vielen Fällen die Zuführung des gewonnen Stromes in das Netz. Hier setzt man auf den geplanten Bau eines Umspannwerkes in Sunthausen, wo es dann lediglich eine Leitung von knapp zwei Kilometern bedeuten würde.

Umspannwerk ist geplant

Gemeinderat Simon Klamert bedauerte, dass es sich komplett um Pachtflächen handelt, und so die Landwirte eine weitere Fläche in dieser großen Dimension verlieren. Die tatsächlichen Nutzer hätten keinerlei Einflussmöglichkeit auf das Vorhaben, und das werde hier auch ausgenutzt, so Klamert, und er stellte sich gegen das Vorhaben.

Auf dem Solarfeld sollen nach Angaben von Huschek insgesamt rund 24 000 Solarmodule mit einem Planertrag von 14,8 Millionen Kilowatt pro Jahr installiert. Dies bedeute Strom für rund 4200 Haushalten pro Jahr.