Geflüchtete in Villingen
: Einblick in neue Anschlussunterkunft

Mitte September sollen die ersten Flüchtlinge einziehen. In der Anschlussunterkunft in der Villinger Bussardstraße werden gerade die letzten Bauarbeiten erledigt.
Von
Birgit Heinig
Oberndorf
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Bürgermeister Detlev Bührer (rechts) und sein Team standen am Tag der offenen Tür in der Anschlussunterkunft für Geflüchtete in der Bussardstraße in Villingen Rede und Antwort.

Birgit Heinig

Die Container der Handwerker stehen noch und sollen demnächst zu Gunsten von Park- und Fahrradstellplätzen vor dem Haus weichen. Der Zugang wird gepflastert, die Rasenflächen noch eingesät. Dann können die 27 Zimmer mit bis zu 81 Schlafplätzen bezogen werden.

Eine Spezialfirma errichtet in der Bussardstraße auf stadteigenem Gelände für Baukosten in Höhe von zwei Millionen Euro gerade 60 Module in zwei Etagen mit je einer Gemeinschaftsküche, Waschmaschine, Trockner, Gemeinschaftsduschen und -toiletten.

Geheizt werde über eine von den Stadtwerken Villingen-Schwenningen GmbH eingerichtete Wärmepumpe und eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach, verkündete Bürgermeister Detlev Bührer vorort. Im barrierefreien Erdgeschoss gibt es einen Sanitärraum inklusive Pflegeliege.

Am Freitagnachmittag öffneten das Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport (Jubis) zusammen mit dem Amt für Gebäudewirtschaft und Hochbau die Türen der Unterkunft für die Bevölkerung, und die Mitarbeitenden standen Rede und Antwort.

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Einwände der Nachbarschaft

Als die Pläne der Stadt für den Bau einer Flüchtlingsunterkunft im April vergangenen Jahres bekannt wurden, gab es Einwände der Nachbarschaft. Man befürchtete Lärm, vermehrten Verkehr, sorgte sich um Abstände und die Sicherheit. Mit der dennoch erteilten Baugenehmigung wurde es ruhiger, und man begann im September 2024 mit dem Bau. Bei der Besichtigung am Freitag räumte die stellvertretende Leiterin des Jubis, Sabine Braun, ein, dass die Proteste in den sozialen Netzwerken – freilich anonym – mit der Einladung zum Tag der offenen Tür wieder aufgeflammt seien.

Kritische Fragen fehlten auch am Freitag nicht, und eine Anwohnerin gab zu, sie habe sich an gleicher Stelle „lieber einen Spielplatz“ gewünscht. Auch wenn die Politik gerade gegensteuere, sei die Kommune indes verpflichtet, in einem festgelegten Umfang geflüchtete Menschen aufzunehmen, so Braun. Die in der Bussardstraße errichtete Unterkunft komme zu den Plätzen, die die Stadt bereitstellen müsse, nicht hinzu, sondern ersetze die nach der Flüchtlingswelle 2014/15 eingerichteten Wohnstellen in den Erbsenlachen.

Heilig-Geist-Spital steht nur befristet zur Verfügung

Zudem könne die Stadt mit dem vom Spitalfonds nur befristet überlassenen ehemaligen Heilig-Geist-Spital in der Schertlestraße nicht dauerhaft rechnen. Momentan leben dort ukrainische Flüchtlingsfamilien und von dort werden Mitte September einige in die Bussardstraße übersiedeln, deren Familienangehörige aus der Ukraine nachziehen dürfen, kündigt Einrichtungsleiter Patrick Braun an.

Auf dem gleichen Grundstück ist Platz für eine weitere und schon genehmigte Anschlussunterkunft. Wann und ob sie benötigt werde, müsse die weitere Entwicklung erst noch zeigen, sagt Sabine Braun.