Gamechanger-Cup in Schwenningen: Turnier zeigt neue Perspektiven auf

Im Fußball traten beim Gamechanger-Cup im Endspiel in der Altersklasse U15 die Mannschaften „Deutsche Pass“ gegen „Gitterfresse“ an.
Jochen SchwilloDribbeln, Pässe, Torjubel – und nur wenige Meter weiter schnelle Körbe und packende Zweikämpfe: Beim ersten Gamechanger‑Cup in den Schwenninger Deutenberghallen gehörten am Samstag Fußball und Basketball ganz den Kindern.
Von der ersten Minute an war zu spüren, dass nicht nur gespielt, sondern mit Leidenschaft gekämpft, gelacht und entdeckt wurde. Die Energie auf den Feldern zeigte, wie viel Potenzial in solchen Aktionen steckt – und wie sehr sie Lust auf mehr macht.
Der Gamechanger‑Cup in Schwenningen hat seinem Namen alle Ehre gemacht. Er war weit mehr als ein Turnier in den Pfingstferien – er wurde zu einem sozialen Projekt mit spürbarer Wirkung. Ausgerichtet wurde der Cup von der ProKids‑Stiftung gemeinsam mit Fight for your Life. Unterstützung kam von den Kooperationsvereinen Boxing VS, der FSV Schwenningen, den Young Panthers sowie weiteren Partnern. Rund 30 Helfer waren im Einsatz, um den Jungen und Mädchen einen besonderen Tag zu ermöglichen.
Für Oliver Vlcek von Fight for your Life stand früh fest, dass dieses Turnier mehr sein sollte als ein sportlicher Wettkampf. „Wir wollten ein Turnier schaffen, das nicht nur ein Tag voller Spiele ist, sondern etwas, das im Leben der Kinder wirklich etwas verändert“, sagte er. Der Termin in den Pfingstferien war bewusst gewählt: „Da sind viele Kinder hier, die nicht wegfahren können. Genau die wollten wir erreichen.“
Kleine Spielformen sorgen für viele Ballkontakte
Gespielt wurde in zwei Altersklassen, der U15 mixed und der U13 mixed. Im Fußball traten die Teams im Format vier gegen vier plus Torwart an, im Basketball wurde vier gegen vier gespielt. Die kleinen Spielformen sorgten für viele Ballkontakte, kurze Wege und ein hohes Maß an Beteiligung – ideal, um auch Kinder ohne Vereinsbindung mitzunehmen.
Die ersten Anmeldeversuche verliefen jedoch schleppend. „Wir hatten kaum Rückmeldungen“, erinnerte sich Vlcek. Also entschieden sich die Organisatoren für einen ungewöhnlichen Schritt: „Wir sind rausgegangen – wirklich raus. Wir sind in Villingen‑Schwenningen auf 96 Bolzplätze gegangen und haben die Kinder direkt angesprochen.“
ProKids-Stiftung übernimmt Mitgliedsbeitrag für ein Jahr
Der Aufwand lohnte sich. Am Ende kamen 95 Jungen und Mädchen, viele von ihnen ohne Vereinszugehörigkeit. „Die Kids kommen rein, haben Spaß – und das ist das größte Kompliment“, so Vlcek.
Damit der Tag nicht folgenlos bleibt, übernimmt die ProKids‑Stiftung für jedes teilnehmende Kind ohne Vereinsbindung den Mitgliedsbeitrag für ein ganzes Jahr – unabhängig davon, ob es Fußball, Basketball oder eine andere Sportart wird. „Uns war wichtig, dass der Cup ein Startpunkt ist. Wenn ein Kind hier merkt: ‚Sport tut mir gut‘, dann soll es die Chance bekommen, dranzubleiben“, erklärt Vlcek. Die Organisatoren begleiten den Nachwuchs aktiv bei der Vermittlung in passende Vereine; mit einigen Familien stehen sie bereits im Austausch.
Junge zeigt außergewöhnliches Talent
Auch zwei Scouts waren vor Ort – einer aus dem Fußball, einer aus dem Basketball. Gerade im Fußball gab es eine Überraschung: Ein Junge, der noch nie in einem Verein gespielt hatte und „nur zum Spaß“ im Tor stand, zeigte außergewöhnliches Talent. „Der hat da drin gestanden, als hätte er das schon immer gemacht“, betonte Vlcek. Für ihn werden nun Schritte unternommen, um ihm den Weg in den Vereinsfußball zu ermöglichen.
Auf große Werbung verzichteten die Veranstalter bewusst. „Das sollte kein Event für Zuschauer werden. Es sollte ein Tag für die Kinder sein“, so Vlcek. Parallel zum Turnier gab es in der zweiten Halle ein offenes Training, damit auch diejenigen beschäftigt waren, die gerade nicht spielten. Für viele wurde der Cup zu einem echten Ferien‑Höhepunkt.
Viele Kinde von der Straße geholt
Die Siegerteams qualifizierten sich für die Street Games, die vom 18. bis 21. Juni am Deutenberg anstehen. Plätze sind reserviert, die Teilnahme wird finanziert. „Die Kids freuen sich riesig. Einige haben schon gefragt, ob wir den Gamechanger‑Cup nächstes Jahr wieder machen“, berichtete Vlcek über die Resonanz auf die Premiere. Für ihn steht fest: „Wir haben unser Ziel voll erreicht. Wir haben viele Kinder erreicht, viele von der Straße geholt und ihnen etwas mitgegeben, das bleibt.“
Auch Oberbürgermeister Jürgen Roth war gekommen und zeigte sich beeindruckt vom Engagement der ProKids‑Stiftung und der Vereine. „Die Leute sind gekommen und haben einen Riesenspaß. Großes Kompliment“, so das Stadtoberhaupt. Mit Jürgen Müller von der ProKids‑Stiftung übernahm er die Siegerehrung – sichtbar mit viel Freude.
Pokale in verschiedenen Altersklassen
In der Altersklasse U15 setzte sich im Fußball das Team „Deutsche Pass“ durch. Auf Platz zwei folgte „Gitterfresse“, Rang drei ging an die „Streetballers“. In der U13 feierten die „Pilmeni“ den Turniersieg, gefolgt von „Que Pasa Loco“ und den „Pumas“. Im Basketball holten sich die „Panthers U15“ den Siegerpokal. Zweite wurden die „Young Panthers Mix“, Platz drei belegten „Die Lautlosen“.