Für Notfall gerüstet: So funktioniert die neue Notwasserversorgung in Niedereschach

Über die beeindruckende Technik im Hochbehälter auf dem „Kappler Berg“ bei Niedereschach informiert Wassermeister Reiner Schütz beim sogenannten Frauengespräch.
Albert BantleDer neue Wasserhochbehälter wurde im vergangenen Jahr fertiggestellt, steht auf dem höchsten Punkt der Gemeinde und fasst 600 Kubikmeter Trinkwasser. Zudem stellt er einen entscheidenden Baustein zur aus Sicht des Bürgermeisters und des Gemeinderates wegweisenden, interkommunalen Notwasserversorgung mit der Gemeinde Dauchingen dar.
Während Bürgermeister Martin Ragg auf die Historie, Kosten und Hintergründe der Investition einging, war es Wassermeister Reiner Schütz, der über technischen Details und Abläufe informierte.
Beim Spazierengehen oder Radeln auf dem Kappeler Berg haben sich schon viele schon viele Menschen gefragt, was sich wohl hinter dem unscheinbaren scheunenartigen Gebäude verbergen mag.
Meilenstein der Zusammenarbeit
Der Bürgermeister bezeichnete dabei das Projekt als echten „Meilenstein der interkommunalen Zusammenarbeit mit der Nachbargemeinde Dauchingen“. Dauchingen habe dabei in das gut bezuschusste Projekt rund 1,2 Millionen Euro und Niedereschach rund 1,8 Millionen Euro investiert.
Obwohl sich Niedereschach glücklich schätzen könne, auf seine eigene Wasserversorgung mit verschiedenen verlässlichen Quellen zurückgreifen zu können, habe sich vor einiger Zeit schon die Frage gestellt, was wohl passieren würde, wenn eine oder gleich mehrere der Quellen, beispielsweise bei einem Ölunfall oder aus anderen Gründen, ausfallen würde.
Klimawandel könnte Schüttung reduzieren
Mit Blick auf den Klimawandel könne man auch nicht ausschließen, dass die eine oder andere Quelle mit der Schüttung nachlässt.
Vor diesem Hintergrund habe sich das Großprojekt „Notwasserversorgung“ mit der Gemeinde Dauchingen, die auf ganz andere Wasserbezugsquellen wie die Keckquellen und die Bodensee-Wasserversorgung zurückgreifen könne, entwickelt.
Inzwischen habe auch das Land Baden-Württemberg einen sogenannten „Masterplan“ in Sachen Notwasserversorgung erstellt, was Niedereschach und Dauchingen Dank der getätigten Investition jedoch nicht mehr tangiere. „Wir haben mit unserem Vorzeigeprojekt unsere Hausaufgaben ja bereits gemacht“, so der stolze Bürgermeister.
Wassermeister erklärt die Technik
Die technischen Details der Anlage sowie die Beschaffenheit der beiden Edelstahlbehälter, die nach einem erst vor 15 Jahren entwickelten, neuartigen Verfahren vor Ort verschweißt und nur aus drei Millimeter dicken Außenwänden bestehen und jeweils 300 Kubikmeter fassen, erläuterte Wassermeister Reiner Schütz.
Auch auf die Überwachung der Trinkwasserqualität und den Verbund der Wasserleitungen von Dauchingen her zum Kappeler Berg mit insgesamt über drei Kilometer Rohrleitung ging Schütz im Detail ein.
Der Wassermeister informierte auch darüber, dass jetzt das Niedereschacher Gewerbegebiet ausschließlich aus dem neuen Hochbehälter versorgt werde, mit dem Vorteil, dass auf Druckerhöhungsanlagen, die das Wasser bisher zu den höher gelegenen Abnehmern pumpen mussten, durch den natürlichen Höhenunterschied nun gänzlich verzichtet werden könne.
Genauso gut könnte jedoch, sollte Dauchingen einmal von Wassernot betroffen sein, die Nachbargemeinde problemlos vom neuen Hochbehälter aus versorgt werden, ebenso wie Niedereschach im umgekehrten Fall.
Notwasserversorgung
Hochbehälter
Herzstück der Notwasserversorgung zwischen Niedereschach und Dauchingen ist der auf dem höchsten Punkt der Gemeinde, dem Kappler Berg, neu geschaffene Hochbehälter sowie die Zusammenführung der Wasserversorgungsleitungen im Längental. Sollte in einer der beiden Gemeinden ein Notfall eintreten, könne über einen ansonsten geschlossenen Schieber Niedereschach zügig über Dauchingen Trinkwasser beziehen und umgekehrt. Dauchingen bezieht das Wasser aus den Keckquellen und der Bodenseewasserversorgung, die Gemeinde Niedereschach überwiegend aus der Kohlbrunnenquelle in Fischbach sowie den Tiefbrunnen Schabenhausen und Kappel.