Fronleichnam in Bad Dürrheim
: 200 Gläubige begleiten das Allerheiligste

Mit Prozession, Blasmusik und Blumenteppichen feierte Bad Dürrheim Fronleichnam. Erstmals leitete der neue Pfarrer Markus von Chamier das Fest – bei strahlendem Sonnenschein.
Von
Martin Gruhler
Oberndorf
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In einer feierlichen Prozession wird das Allerheiligste getragen.

Gruhler

Das Zusammenkommen der über 200 Christen zeigte einen durchaus noch ländlichen Charakter, auch in der Kernstadt Bad Dürrheim, er weckte ein Gemeinschaftsgefühl und Freude.

Erstmals war der neue, in Bad Dürrheim in Teilzeit tätige Pfarrer Markus von Chamier, in Federführung beim Ereignis dabei. Der Seelsorger erläuterte die Bezeichnung Fronleichnam – ins heute übersetzt etwa „Lebendige Gegenwart von Christus“. Ein freudiges Ereignis also.

Und auch das Wetter spielte bei der Feier des „Hochfestes des Leibes und Blutes Jesus Christus“ mit. Ein frischer Wind sorgte bei Sonnenschein für ein angenehmes Klima.

Nach dem Gottesdienst führte die Prozession vom Kurpark an die mit Blumen gestückten Stationen am Rathaus und in der Friedrichstraße vor zur Kirche. Der Weg ist mit vielen kleinen, weiß-gelben Fähnchen abgesteckt worden.

Kirchliche und weltliche Symbole

Pfarrer von Chamier und dann Diakon Adalbert Mayer trugen auf dem etwa einen Kilometer langen Weg in einer goldenen Monstranz eine Hostie, „Das Allerheiligste“.

Christen bietet Fronleichnam auch die Gelegenheit, die Mauern ihres Kirchenschiffs verlassen und sich in die Öffentlichkeit einzubringen. Die mit viel Blumenpracht geschmückten Altarstationen am Rathaus als weltlich-politisches Symbol, sowie der Volksbank – für Wirtschaftsleben und Arbeit – waren offenbar nicht zufällig gewählt, so Diakon Adalbert Maier, denn: Die Wahl soll auch die Verbundenheit zwischen dem realen Leben und dem Glauben aufzeigen.

Das wurde auch verdeutlicht, indem die „weltlichen Mächtigen“ wie der Bürgermeisterstellvertreter und sein Vorgänger sowie zahlreiche Gemeinderäte gleich hinter dem Baldachin mit dem „Allerheiligsten“ bei der Prozession mitliefen.

An den Stationen wurden in Fürbitten Frieden in den Kriegsregionen der Welt, aber auch Hilfe für Menschen in persönlichen Nöten erbeten.

Im Wandel der Zeit

Das in großer Formation aufspielende Blasorchester, unterstützt von einer Gruppe des Musikvereins Hochemmingen, unter Leitung von Julian König prägte das Ereignis würdevoll. Die hervorragend aufgestellte musikalische Visitenkarte der Kurstadt spielte wiederholt den von Hans Freivogel komponierten Prozessions-Marsch, der einen feierlichen, aber zugleich einen fröhlichen Charakter hat. Das ist durchaus begründbar: Für Christen stellt Fronleichnam ein Fest der Freude dar.

Indes: In der Fasnetshochburg Bad Dürrheim hat sich über die Jahrzehnte hinweg an Fronleichnam auch ein großer Wandel vollzogen. Denn es waren jetzt eben weit weniger Menschen als früher. Dies hat auch Fasnachtsprofessor Werner Mezger für Rottweil längst festgestellt – früher seien die Fronleichnamsprozessionen von riesengroßem Menschenkommen geprägt gewesen, während beim Narrensprung kaum was los gewesen sei. Heute ist das eben umgekehrt.

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