Frauen in Trossingen
: Ein Weg zu mehr Lebensfreude

Das Frühstückstreffen für Frauen am vergangenen Samstag in Trossingen war wieder sehr gut besucht. Die Ärztin und Autorin Elke Holler gab Anregungen.
Von
Cornelia Hellweg
Oberndorf
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Die Organisatorinnen des Frühstückstreffens für Frauen mit der Referentin Elke Holler (Mitte, grün-gemustertes Kleid) und den Musikern Naoko und Andreas Nebl (links).

Cornelia Hellweg

Ist jeder selbst seines Glückes Schmied? Antworten auf diese Frage gab am vergangenen Samstag die Ärztin und Autorin Elke Holler bei ihren Vortrag zum Thema „Lebensfreude – mit allen Sinnen genießen“.

Die rund 80 Teilnehmerinnen des Frühstücktreffens für Frauen in der Trossinger „Linde“ hörten gespannt zu. Die Organisatorinnen hatten ihr Bestes gegeben, um dieses besondere Frühstück tatsächlich mit allen Sinnen genießen zu können. Das reichte von der geschmackvollen Dekoration am Eingang bis zu Kerzen und Gestecken auf den Tischen – sowie einem kleinen Geschenk zu Mitnehmen.

„Wir sind ein überkonfessionelles Team von Frauen, die dieses bundesweite Format in Trossingen ermöglichen“, sagte Regina Steim. Die Moderatorin Esther Messner führte durch den Morgen. Naoko Nebl mit der Mundharmonika und ihr Mann Andreas am Akkordeon sorgten für den musikalischen Genuss.

Genießen mit allen Sinnen

„Wir wollen Inspiration ermöglichen und Hoffnung geben“, so Esther Messner. Solche Augenblicke im oft stressigen Alltag seien kostbar und wichtig, um im inneren Gleichgewicht zu bleiben. Das Frauenfrühstückstreffen fand zum dritten Mal statt und „wurde auf Anhieb gut angenommen“, so Regina Steim. Das nächste Treffen soll Ende November diesen Jahres stattfinden. Zum Thema Lebensfreude habe eine aus der Karibik stammende Freundin ihr den Rat mitgegeben: Ihr müsst tanzen!“ Ob das in Trossingen funktionieren würde, da hatte die Referentin so ihre Zweifel, meinte sie augenzwinkernd.

Sport und Bewegung

Elke Holler sieht drei Ansatzpunkte bei dem Thema: Eine ist die körperliche Dimension. Das bedeute beispielsweise, durch Sport und Bewegung einen Ausgleich zu finden. „Wir erleben gerade eine Epidemie von Depressionen bei Jugendlichen, weil sie zu viel drinnen hocken mit dem Smartphone.“ Bewegung setze Botenstoffe frei. „Endorphine machen ausgeglichener.“ Man dürfe, ja müsse, es sich leisten, einfach auch mal nicht erreichbar zu sein. Augenblicke schaffen nur für sich. „Wie der Körper tickt, beeinflusst die Gefühlswelt.“ Weiterhin von Bedeutung sei guter Schlaf. Es sei wichtig, einen guten Schlafrhythmus aufrecht zu erhalten und beispielsweise nicht tagsüber den entgangenen Schlaf in der Nacht nachzuholen.

Aufmerksam verfolgen die Teilnehmerinnen den Vortrag.

Foto: Cornelia Hellweg

Die Fähigkeit, Lebensfreude zu empfinden sieht sie als Frage der persönlichen Bedingungen und weniger der äußeren Umstände. Dazu zähle außerdem die Fähigkeit, gestärkt aus Niederlagen und negativen Erfahrungen hervorzugehen. Eine wichtige Stütze für sie ist ihr – christlicher – Glaube. „Gott ist der Erfinder der Lebensfreude.“ Denn er nehme den Menschen so an wie er sei. Das ist für sie die geistliche Dimension. „Da vorbehaltlose Ja des Schöpfers zu seinem Kind beflügelt mich.“

Verzeihen können

Versöhnung mit sich selbst und anderen, Verzeihen können ohne Krisen schönzureden, Kraft finden im Glauben – das sind für sie wichtige Pfeiler für Lebensfreude. Die Besinnung auf die eigenen Stärken und Talente könne ein Weg sein, Tiefpunkte zu überwinden. Das seelische Gleichgewicht brauche Strategien, sich was Gutes zu tun. Das könne auch therapeutische Maßnahmen beinhalten. Viel Kraft haben ihr persönlich unter anderem Gespräche mit krebskranken Frauen gegeben. „Das Leben ist so kostbar geworden“ zitierte sie die Aussage einer Patientin. Das bedeute auch, das Positive im Hier und Jetzt zu sehen.

Zwischendrin waren die Teilnehmerinnen aufgefordert, sich am jeweiligen Tisch über das Thema auszutauschen. Denn auch das will das Frühstückstreffen sein: wertvolle Anregungen geben für das eigene Leben.

Zur Person

Die Referentin:
 Elke Holler ist Ärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Sie absolvierte Weiterbildungen in Palliativmedizin und Seelsorge und ist Autorin verschiedener Bücher. Nach Stationen in Mecklenburg-Vorpommern und dem Rheinland lebt sie in Stockach. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

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