Franziskusbühne in Schwenningen: Auf das Testament sind alle gespannt

Bei „Verwandte sind auch Menschen“ warteten die Anwesenden gespannt auf die Testamentseröffnung.
Jochen SchwilloDie launige Komödie, welche wieder einmal die Vielfältigkeit der Schauspielgruppe unter Beweis stellte, kam bei den Zuschauern bestens an.
Erich Kästner und Eberhard Keindorff haben sich bei ihrem 1937 erschienenen Theaterstück am reichen Onkel aus Amerika orientiert und gehören mit zu den ersten Autoren, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzten.
Bereits drei Jahre später wurde das Stück verfilmt, wobei die Zwei am Drehbuch mitarbeiteten. Jetzt hatte sich die Schwenninger Franziskusbühne für dieses Lustspiel entschieden.
Hierbei geht es um eine Testamentseröffnung, zu der die ganze Verwandtschaft ins Landhaus des verstorbenen Stefan Blankenburg zitiert wird, der in jungen Jahren nach Amerika auswanderte.
Alle kommen ins Landhaus
Empfangen wurden die Familienangehörigen vom Diener Leberecht Riedel (Benjamin Tisler). Da kam beispielsweise Professor Christian Blankenburg (Roland Siefert) mit seiner Frau Maria Theresia (Stefanie Schulz). Er wollte gleich in dem Haus ein Sanatorium einrichten. Auch schwebte ihm vor im Garten einen eigenen Friedhof anzulegen.
Zur Testamentseröffnung kamen auch die Mutter Paula Blankenburg (Christina Siefert), Conrad Blankenburg (Stephan Rothfelder), Otto Zander (Markus Weber) mit Ehefrau Ingeborg (Christa Korherr) und den drei Kindern, Gottfried, Gotthelf und Gottlieb (Leon Mahlenbrei, Jan Langer, Malte Hauser), wie Emil Böhmke (Harald Siefert), der ein Faible als Freizeitkriminalist hat und sein Detektivbüro eröffnen will, sowie dessen Schwester Hildegard (Marita Langer), die erst einmal das ganze Haus samt Einrichtung unter die Lupe nahmen.
Emma Schramm, eine geborene Blankenburg (Nicole Tischler-Hauser), hatte vor sich mit der Erbschaft ein Lieferauto für ihr Lebensmittelgeschäft anzuschaffen.
Alle waren sie gespannt auf die Testamentseröffnung durch den Anwalt und Justizrat Ernst Klöckner (Stefan Löffler) und jeder spekulierte auf ein riesiges Vermögen. Doch die Ernüchterung kam schnell, als Diener Riedel zum Universalerben eingesetzt wurde. Außerdem wurde verfügt, dass alle Verwandten die nächsten vier Tage gemeinsam zusammen im Landhaus zu leben haben, bevor ein weiterer Brief verlesen wurde.
Doch lauter nette Menschen
Im Gespräch zwischen dem Justizrat und dem Diener wurde auch dem Publikum klar, dass dieser Stefan Blankenburg ist und gar nicht gestorben war. Eigentlich wollte er die Schlechtigkeit seiner buckligen Verwandtschaft bestätigt bekommen, doch musste er schließlich feststellen, dass es doch lauter nette Menschen seien. Jetzt musste man nur noch mit dem vermeintlichen Reporter Lothar Bildt (Joachim Rothfelder) klar kommen, welcher der Gesellschaft als Theodor Blankenburg aus Südamerika vorgestellt wurde.
Weitere Aufführungen
Weitere Schwierigkeiten gab es, als Hobbydetektiv Emil Böhmke den Verdacht hegte, dass der vermeintliche Diener den „Verstorbenen“ umgebracht hat um an sein Geld zu kommen und schaltete die Polizei ein.
Diese kam dann in Form eines fremden Herrn (Dieter Barthle), der sich schließlich als echter Leberecht Riedel entpuppte und Lothar Bildt eigentlich sein Neffe.
Die besondere Herausforderungen waren die kurzen Dialoge, welche von den Schauspielerinnen und Schauspielern stets höchste Konzentration verlangten, um ihre Einsätze nicht zu verpassen. Dank des aufmerksamen Souffleurs Alexander Mahlenbrei verlief hier alles glatt.
Die nächsten Aufführungen von „Verwandte sind auch Menschen“, beginnen am Samstag, 15. November, um 15 Uhr und um 19.30 Uhr, im Gemeindehaus St. Franziskus, Erzbergerstraße 11, Schwenningen statt.