Förderung in Bad Dürrheim: Klimaschutz lohnt sich jetzt doppelt

Tobias Bacher ist Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energieagentur Schwarzwald-Baar-Heuberg, die von drei Landkreisen getragen wird.
Stadt Bad DürrheimDer Klimawandel ist da, nun gilt es, den Ausstoß des Treibhausgases Kohlenstoffdioxid (CO2) zu reduzieren, um die eingeleitete Erhöhung der Durchschnittstemperatur zu bremsen.
Die Stadt Bad Dürrheim sieht sich in einer besonderen Verantwortung. Dieser Tage informierte auf Einladung der Projektgruppe Klimaaktiv und der Stadtverwaltung der Geschäftsführer der regionalen Klimaschutz- und Energieagentur (KLEA-SBH), Tobias Bacher, im Haus des Bürgers, über nachhaltiges Bauen und mögliche Zuschüsse.
Fördertöpfe sind gefüllt
Die gute Nachricht des Experten an Bauherren und Hausbesitzer: Die Fördertöpfe sind gefüllt und können für energiesparende Investitionen und Nachrüstungen abgerufen werden, auch die Handwerker stehen bereit, weil aufgrund der geringeren Neubauaktivitäten auf dem Wohnungsmarkt Kapazitäten zur Verfügung stehen.
„Mittlerweile ist die Durchschnittstemperatur bei uns schon um 1,5 Grad gestiegen, das bedeutet, dass mehr Wasser in der Atmosphäre aufgenommen wird. Ob man an den Klimawandel glaubt oder nicht, egal: er ist da“, sprach Tobias Bacher deutliche Worte.
Der deutsche Ausstoß an Treibhausgasen pro Person liegt im Durchschnitt bei 10,3 Tonnen CO2-Äquivalenten pro Jahr. Der Zielwert muss bei deutlich unter einer Tonne pro Person und Jahr liegen, damit Netto-Null-Emissionen realisiert werden können. Emissionen aus fossilen Energieträgern sollten deshalb möglichst vermieden werden.
Bonus in Bad Dürrheim
„Verantwortlich dafür sind wir selbst“, so Tobias Bacher, erreicht werden könne dies durch einen Wechsel bei der häuslichen Energieversorgung und den Umstieg auf E-Autos. „Mein E-Auto wird nur geladen, wenn der Strom aus der Sonne kommt“, so der Leiter der Klimaschutz- und Energieagentur.
Die Klimaschutz- und Energieagentur, getragen von den Landkreisen Schwarzwald-Baar, Rottweil und Tuttlingen, berät Hausbesitzer, Firmen und Kommunen neutral. In Bad Dürrheim ist ein Gebäude- und Energieeffizienz-Check für Bürger sogar komplett kostenlos. Dabei wird untersucht, welche Maßnahmen am Haus sinnvoll sind – von Heizen und Lüften über Solarenergie bis hin zu passenden Förderprogrammen. Die Agentur übernimmt keine Bauplanung, hilft aber bei der Suche nach Fachleuten.
Klare Regeln
Auch beim sogenannten Heizungsgesetz gibt es Klarheit: Ab Juli 2028 müssen neu eingebaute Heizungen in bestehenden Gebäuden zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – das ist schon länger bekannt, also genug Zeit zur Vorbereitung. Bei Neubauten gilt diese Regel bereits jetzt.
Gasheizungen müssen ab 2029 nach und nach einen wachsenden Anteil an erneuerbaren Energien nachweisen – ab 2045 sind fossile Heizungen ganz verboten. Bacher empfahl allen Hausbesitzern außerdem, auf www.energieatlas-bw.de das Solarpotenzial des eigenen Dachs prüfen zu lassen. Eine Beispielrechnung für ein Mehrfamilienhaus in Bad Dürrheim zeigte: Mit einer PV-Anlage lasse sich eine jährliche Rendite von über acht Prozent erzielen. Und 30 bis 40 Prozent des Strombedarfs einer Wärmepumpe können so direkt abgedeckt werden.
Hier gibt es Unterstützung
Fördermittel für den Heizungstausch sind aktuell ausreichend vorhanden. Neben der Grundförderung von 30 Prozent gibt es zusätzliche Boni – etwa für alte Heizungen, selbstgenutzte Gebäude oder bei niedrigem Einkommen. So kann die Förderung bis zu 70 Prozent betragen. Eine Wärmepumpe kostet derzeit rund 40 000 Euro – nach Abzug der Zuschüsse bleibt deutlich weniger übrig. Weitere Infos zur Energieagentur gibt es online unter www.klea-sbh.de oder telefonisch unter 07461/9 08 1810.