Fabienne Fleig bei „The Biggest Loser“: Junge Frau aus Weilersbach gewinnt neuen Lebensmut

Eine strahlende junge Frau: Fabienne Fleig aus Weilersbach sprüht beim Finale vor Lebensfreude und Energie. 30 Kilogramm hat sie seit dem Start der Show „The Biggest Loser “ abgenommen.
privatDie Freude strahlt aus jeder Pore ihres Körpers, sie scheint vor Energie und Kraft zu sprühen und schmiedet viele Pläne für die Zukunft: Fabienne Fleig aus Weilersbach hat bei der Abnehm-Show „The Biggest Loser – Leben leicht gemacht“ neuen Lebensmut gewonnen – und 30 Kilogramm abgenommen.
Begeistert zeigte sich die 28-Jährige im Finale, das der Sender Sat.1 am Montagabend ausstrahlte. Mit ihr freuten sich ihre Mitstreiter und vor allem die ehemalige Kickbox-Weltmeisterin Christine Theiss, die sie in den vergangenen Monaten beim Kampf gegen die Kilos und die Schatten ihrer Vergangenheit begleitet hatte.
139 Kilogramm brachte Fabienne Fleig auf die Waage, als sie im Oktober im Camp auf der griechischen Insel Naxos landete – und in ihrer Teamleiterin Christine Theiss nicht nur eine strenge Trainerin, sondern auch eine Mentorin fand, die ihr beim Aufbruch in ein neues Leben zur Seite stand.
Mutter ergreift Initiative
Dass sie etwas ändern muss, das sei ihr schon lange bewusst gewesen, gibt die junge Frau zu. „Ich war total unzufrieden mit mir, hatte nur noch ein Outfit, das mir passte und in dem ich mich wohlfühlte“, erinnert sie sich. Bei einem Termin im Adipositas-Zentrum am Schwarzwald-Baar-Klinikum im Dezember 2022 habe sich dann herausgestellt, dass sie in einem Jahr 20 Kilogramm zugelegt hatte und mittlerweile 147 Kilogramm wog. Da sei es auch um eine Magenverkleinerung gegangen. Aber eine Operation sei nicht ihr Ding gewesen. „Ich hatte mich selbst fett gefressen und wollte mich da auch selbst herausholen“, bringt sie ihre innere Einstellung mit deutlichen Worten auf den Punkt.
Ihre Mutter war es dann, welche die Initiative ergriff. Sie sei schon lange ein Fan der Sendung „The Biggest Loser“ und besonders von Torsten Münch, da habe sie ihr vorgeschlagen, sich doch auch zu bewerben.
In einer solchen Show habe sie sich allerdings nicht gesehen, erinnert sich die 28-Jährige. Bis ihr die Mutter beichtete, sie angemeldet zu haben. Zu sehen, dass sie sich Sorgen um die Gesundheit der Tochter macht und alles unternimmt, Abhilfe zu schaffen, das sei ihr nahe gegangen. „Allerdings habe ich bei 20 000 bis 25 000 Bewerbern nicht gedacht, dass sie ausgerechnet auf mich aus Weilersbach kommen“ – bis der Sender doch anrief und es ans Drehen eines Bewerbungsvideos ging.
Familie gibt ihr Rückhalt
Jegliche Unterstützung hätten ihre Mutter und ihre Adoptivmutter zugesagt, freut sie sich über den Rückhalt, den ihr die Familie gibt. Und so stand sie bei 45 Grad im Schatten auf Naxos am Strand für eine erste Sporteinheit und traf auf Christine Theiss, die ihr ein rotes T-Shirt und damit ein Platz in ihrem Team anbot. „Dann gab es kein Zurück mehr, ich musste alles geben und abliefern“, schildert sie diesen Moment, der vieles ändern sollte.

Fabienne Fleig zu Beginn der Teilnahme bei „The Biggest Loser“.
Foto: SAT.1Die Themen Sport und Ernährung prägten die nächsten acht Wochen den Tagesablauf, ohne Handy und Kontakt war sie auf sich selbst zurückgeworfen. Ein Foto aus der Kindheit brachte den Wendepunkt, der mit Schmerzen verbunden war: „Es war das letzte Bild von mir, auf dem ich glücklich war.“
Von Kindern gemobbt
Aufgewachsen mit viel Liebe ihrer Mutter, brach plötzlich die Gewalt in den Alltag des kleinen Mädchens ein. Die neue Partnerin der Mutter schlug und misshandelte sie. Keiner wollte von den blauen Flecken und den ständigen Drohungen gewusst haben, alle hätten weggeschaut, ob der Vater, die Großeltern, denen sie sich anvertraut hatte, oder die Lehrer, schildert sie diese Jahre. Die Mutter habe zunächst nichts bemerkt, sei sie doch von früh morgens bis spät abends bei der Arbeit gewesen. Und das Mobbing der Kinder in der Schule verschlimmerte ihr Leiden zusätzlich.

Fabienne Fleig nach der Teilnahme bei „The Biggest Loser“.
Foto: SAT.1/Willi Weber/Julia FeldhagenDas Foto ruft all die Erlebnisse wach, die sie über Jahre verdrängt hatte. Beim Boxtraining mit Christine Theiss kommen die Gefühle hoch – die Fernsehzuschauer erfahren ein Bruchteil dessen, was das Mädchen erdulden musste.
Christine Theiss habe ihr versprochen, ihr bei der Aufarbeitung zur Seite zustehen. „Ich bin durch die Hölle gegangen und noch einmal zurück, aber jetzt gibt es mir Kraft“, schildert Fabienne Fleig den Prozess, den sie durchlaufen hat. Eine Entwicklung, bei der ihr auch Torsten Münch eine wertvolle Stütze gewesen sei, „er hat mir ein Stück Heimat gegeben und mich aufgefangen“. Dass sie das Essen in sich hineingeschaufelt und mit dem Übergewicht einen Panzer geschaffen hat, um niemanden zu nahe an sich heranzulassen, war eine wichtige Erkenntnis.
Den Schalter umgelegt
Die Show sei da schnell Nebensache gewesen, vielmehr habe sie an sich selbst arbeiten wollen. „Ich habe komplett den Schalter umgelegt“, beschreibt sie ihr neues Ich. Sie habe gelernt, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich nicht mehr länger zu verstecken. Und mit der Umstellung ihrer Ernährung und viel Bewegung habe sie auch nach ihrem Aus weiter abgenommen. Sport zählt längst fest zum Tagesablauf. „Wenn ich nicht trainiere, fehlt mir etwas“, stellt die Altenpflegerin fest, die jetzt in Deißlingen arbeitet.
Beim Abnehmen am Ball zu bleiben, ist ihr auch mit Blick auf ihre Mutter und ihre Adoptivmutter wichtig, und auch aus Respekt vor Christine Theiss, die ihr das Leben gerettet habe. Die Verbindung der beiden ist so eng, dass sie ihre Mentorin schon in München besucht hat. Und die 28-Jährige steckt voller Ideen für die Zukunft, will selbst Kindern helfen, die ein ähnliches Schicksal durchlitten haben wie sie.
Dass sie die Fesseln der Vergangenheit abgestreift hat und voller Schwung in die Zukunft geht, das zeigte sich auch im Finale von „The Biggest Loser“. Fabienne Fleig hat zwar nicht die Fernsehshow, aber ein neues Leben gewonnen.