Erfolgsmodell für nachhaltigen Einkauf: Der Verein Villingen Unverpackt wächst weiter

Setzt sich für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen und einen plastikfreien Einkauf ein: Danny Gronmaier vom Vorstandsteam des Vereins Villingen Unverpackt.
Martina Zieglwalner- Villingen Unverpackt wächst: Der Verein betreibt den Laden in der Oberen Straße 24.
- Mitgliederzahl stieg von 100 auf 130, viele arbeiten ehrenamtlich mit.
- Samstagsverkauf ist wichtig – zugleich öffnet der Laden täglich per App oder Keycard.
- Mitgliedschaft kostet 15 bzw. 20 Euro und bietet Preisnachlass sowie Selbstabrechnung.
- Ziel bleibt weniger Plastik und mehr Aufklärung über Ressourcen und Gesundheit.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Sie haben sich dem sorgsamen Umgang mit der Umwelt und den Ressourcen verschrieben, sagen Plastik den Kampf an und fangen beim alltäglichen Einkauf bei sich an: die Mitglieder des Vereins Villingen Unverpackt, der seit gut einem Jahr den Laden in der Oberen Straße betreibt und Produkte zum Abfüllen in mitgebrachten Behältern anbietet. Mit welchem Engagement die Mitglieder das Projekt mit Leben füllen und von Anfang an anpacken, begeistert Danny Gronmaier, der zusammen mit Ursula Greiner, Silke Lopes und Ulrike Vogelsang das Vorstandsteam bildet.
Viele der bisherigen Kunden seien gleich bei der Gründungsversammlung eingetreten und hätten ihre Bereitschaft zur Mitarbeit erklärt. In den vergangenen Monaten sei der Verein von 100 auf jetzt 130 Mitglieder angewachsen, und die Hälfte bringe sich bei den verschiedensten Aufgaben ein. „Es ist toll, wie alle zusammen helfen“, betont Gronmaier, „der Enthusiasmus ist groß“. Lediglich für das Putzen und das Auffüllen der Regale steht ihnen eine Teilzeitkraft zur Seite. Es gibt Teams für Buchhaltung, Technik oder Veranstaltungen und Öffentlichkeitsarbeit. Es gilt beispielsweise, den Laden in Schuss zu halten und jeden Samstag im Laden während der regulären Öffnungszeiten parat zu stehen.
Samstagsverkauf als wichtiges Standbein
Gerade der Samstagsverkauf sei ein wichtiges Standbein für den Verein, erklärt Gronmaier. Und der wöchentliche Termin habe sich auch für einige Mitglieder zu einer festen Anlaufstelle entwickelt, um sich zu treffen und auszutauschen. Verbinde sie doch weit mehr als das gemeinsame Ziel, durch den bewussten Einkauf regionaler, unverpackter Produkte den Müll zu reduzieren und die Umwelt zu schonen, so habe sich inzwischen ein Gemeinschaftssinn entwickelt.
Sie machen bei Events wie dem Abendflair der Händler in der Innenstadt, der Aktion Saubere Landschaft oder den Nachhaltigkeitstagen mit. „Das ist unsere Art der Öffentlichkeitsarbeit“, stellt Gronmaier fest. Doch der Verein wolle verstärkt über die Auswirkungen von Plastik auf Natur und Gesundheit aufklären und ein Bewusstsein für einen sorgsamen Umgang mit den Ressourcen schaffen.
Viel Arbeit im ersten Jahr
In den vergangenen Monaten seien der Aufbau der Strukturen des Unverpackt-Ladens und die alltägliche Organisation im Mittelpunkt gestanden, da die Mitglieder alles selbst in die Hand genommen und gerade seine Vorstandskolleginnen viel Zeit investiert hätten. „Das war schon eine Menge Arbeit im ersten Jahr“, blickt Gronmaier zurück. Und zeigt sich begeistert, wie die Idee eingeschlagen hat. „Es war schon mutig, dass wir Schulden aufgenommen und uns die Verantwortung für einen Laden zugetraut haben“, gibt er zu. Inzwischen seien die Fixkosten durch die Mitgliedsbeiträge und Einnahmen gedeckt. Wenn die Schulden abbezahlt seien, sei es vielleicht auch möglich, die Preise für die Mitglieder weiter zu senken, sieht Gronmaier zusätzliche Vorteile dieser genossenschaftlich organisierten Einkaufsgemeinschaft.
Dieser erfolgreiche Start sei mit ein Verdienst von Silke Lopes, die den Laden „Fußabdruck“ 2020 eröffnet hatte, sich dann aber neuen Aufgaben widmen wollte und händeringend auf der Suche nach einer Nachfolge-Lösung für ihr Herzensprojekt war. Sie hatte schließlich die Vereinsgründung ins Spiel gebracht und engagiert sich jetzt im Vorstandsteam. Bei der Mitgliederversammlung seien viele dankbar gewesen, dass sie zusammen mit einigen anderen diese Initiative ergriffen hat.
Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus erworben
Inzwischen hat sich das Konzept herumgesprochen und der Laden einen Ruf weit über die Stadtgrenzen hinaus erworben. Er sei für seine Größe toll ausgestattet und könne durchaus mit ähnlichen Einrichtungen in Großstädten mithalten. Und mit der Vereinsgründung sei die Villinger Gruppe ein Beispiel aus der Praxis, wie solche Läden erhalten bleiben können. Und das ist genau im Sinne von Danny Gronmaier und seinen Mitstreitern, die Idee des verpackungsfreien Einkaufs weiterzutragen, die Plastikflut einzudämmen und immer mehr Menschen für diese Bewegung zu gewinnen.
Das Modell des Vereins Villingen Unverpackt
Der Laden des Vereins Villingen Unverpackt befindet sich in der Oberen Straße 24. Mitglieder können die Ladentüre per App oder Keycard öffnen, täglich von 7 bis 21 Uhr einkaufen und den Einkauf selbst abrechnen. Die monatliche Gebühr kostet 15 Euro für einen Ein-Personen-Haushalt und 20 Euro für einen Mehr-Personen-Haushalt. Gleichzeitig erhalten Mitglieder einen Preisnachlass. Zudem ist der Laden samstags von 9 bis 14 Uhr für alle geöffnet. Weitere Informationen gibt es unter E-Mail info@villingen-unverpackt.de. Auf der Homepage https://villingen-unverpackt.de/aktuelles/ findet sich die Beitrittserklärung.

