Viele Ehrenamtliche machen bei Aktion in VS mit: „Schon schlimm, was weggeworfen wird“

Viel Müll sammelten die Landschaftsputzer der Narrenzunft Schwenningen.
Jochen SchwilloVor 60 Jahren fand in Schwenningen die erste Landschaftsputzete statt.
1965 gehörten der Schwenninger Heimatverein, der Schwarzwaldverein Schwenningen und der Schwäbische Albverein Schwenningen zu den Vorreitern. Einige Jahre später trafen sich auch die Villinger Vereine zum Landschaftsputz in Wald und Flur.
Über 2000 Menschen machen mit
Oberbürgermeister Jürgen Roth lobte am Samstag den tatkräftigen Einsatz der Landschaftsputzer. „2000 Menschen aus 130 Gruppen und Vereinen aus Villingen-Schwenningen waren unterwegs, um den Müll aufzusammeln, den andere weggeschmissen haben“, stellte Jürgen Roth fest und er dankte den Männern, Frauen und Kindern, dass sie ihre Freizeit investieren für eine schöne Stadt Villingen-Schwenningen und dass alles auf freiwilliger Basis.
Innerhalb eines Jahres finde man immer Autoreifen in den Wäldern und ganze Badezimmer und Küchen werden entsorgt und an den Straßenrand und in den Wald gestellt, sagte Roth. „Warum, dass weiß eigentlich niemand, das könnte man einfach und legal entsorgen oder zum Sperrmüll anmelden“, stellte Oberbürgermeister Roth fest und berichtete, dass es jährlich mehrere hundert Tonnen wilder Müll sind, die entsorgt werden müssen und die von der Stadt und dem Landkreis bezahlt werden müssen. „Deswegen hilft so eine Aktion uns ungemein, dass wir eine wunderschöne Stadt behalten dürfen“, erklärte Roth.
Ein Ergebnis, wie viel Müll zusammengekommen war, konnte man am Samstagnachmittag noch nicht präsentieren. „Das werden wir in den nächsten Tagen mitteilen“, kündigte der Oberbürgermeister an. Doch wahrscheinlich würde es wieder im Rahmen der vergangenen Jahre sein.
Viele Vereine beteiligt
Dass Wald und Flur um Villingen-Schwenningen wieder etwas sauberer sind, dafür sorgte unter anderem die Narrenzunft Schwenningen, die im Bereich der Burgstraße unterwegs war und besonders viel Kunststoff und Plastik in die Müllsäcke entsorgte. „Wir hatten auch viel Kleinkram“, so Zunftmeister Lutz Melzer.
Alte Autoreifen, sogar einen Hula Hoop-Reifen fand die Geocacher-Gruppe, die in der Gegend um Marbach mit 15 Leuten unterwegs war, berichtete Kai Guttmann. Mehr Müll, wie in den vergangenen Jahren fand die Hexengilde Sauerwasen im Gebiet um den Hölzlekönig. „Wir waren eine Gruppe mit 40 Personen“, so der Vize-Vorsitzende Jürgen Laufer. Sogar einen alten Ölkanister und Gartenmöbel zogen sie aus der Natur.
Die Ziegel-Buben waren im Bereich Setzebrünnele auf Tour berichtete Ehrenvorstand Markus Mroczinki. Auch hier fand die 15-köpfige Gruppe Plastik und Kunststoff und beispielsweise auch eine Arbeitsplatte. „Das ist schon schlimm, was alles in den Wald geworfen wird“, stellte Mroczinki fest.
Die Bauchenberghexen hatten eine große Gruppe von über 50 Mitgliedern für die Aktion gewinnen können. „Wir waren im Bereich vom Zollhaus unterwegs und fanden viele Dosen und sonstigen Kleinkram“, so Jens Born. Auch der Liederkranz sammelte eifrig, ebenso die Trachtengruppe des Schwenninger Heimatvereins, die traditionell im Schwenninger Moos unterwegs war.

Die Bewirtung hatte das Rote Kreuz in Schwenningen übernommen.
Foto: Jochen SchwilloDer gemeinsame Abschluss fand in diesem Jahr beim Roten Kreuz in Schwenningen statt. Rund 25 DRK-Helferinnen und Helfer um Bereitschaftsleiter Heiko Knickrehm hatten sich bereits ab Freitag und am Samstag voll ins Zeug gelegt, den Aufbau, die Bewirtung und das Kochen übernommen. Es wurden unter anderem über 140 Kilogramm Pommes Frittes frittiert, 130 Kilogramm Fleisch und über 100 Kilogramm Krautsalat für Pullard-Pork-Burger zubereitet. Hinzu gab es noch Gemüseburger. „Wir hatten für rund 700 Leute gekocht“, so der Schwenninger Bereitschaftsleiter.
Auch das Culinara in Schwenningen engagierte sich für die Aktion Saubere Landschaft und spendierte den 20 teilnehmenden Kindertageseinrichtungen, die bereits am Freitag in den Stadtteilen unterwegs waren, leckere Vesperpakete.
„Wir vom E-Center Culinara haben hierfür für jedes Kind ein Lunchpaket mit Getränk, Brezel und frischem Obst zur Verfügung gestellt. Wir finden es großartig, dass sich so viele Kinder und Jugendliche bereit erklärt haben, unsere Landschaft zu pflegen. Daher wollten wir dies auf jeden Fall unterstützen und sagen nochmals Danke an alle Beteiligten“, so Sabine Steinbrunner die Geschäftsführerin.