Einbrüche im Schwarzwald-Baar-Kreis: Diese Tipps geben Experten, um sich zu schützen

In der Urlaubszeit nutzen Einbrecher die längere Abwesenheit von Hausbewohnern.
denissimonov - stock.adobe.com- Einbrüche steigen in Urlaubszeit sowie in der dunklen Jahreszeit im Schwarzwald-Baar-Kreis.
- Polizei registrierte beim Präsidium Konstanz insgesamt 65 Einbrüche im vergangenen Jahr.
- Täter nutzen Abwesenheit und Dunkelheit, schwache Punkte sind Türen, Fenster und Kelleröffnungen.
- Über 40 Prozent scheitern durch Absicherungen; je länger der Versuch dauert, desto eher brechen Täter ab.
- Weiße Ring: Betroffene leiden oft psychisch; Polizei gibt Tipps wie Rollläden steuern und Social-Media-Zurückhaltung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Das ist wohl der Albtraum jeden Urlaubers: Nach der Heimkehr trifft man auf eine wegen Einbruchs verwüstete Wohnung. Zurück bleibt nicht nur der Schaden. Betroffene fühlen sich danach oft nicht mehr sicher in den eigenen vier Wänden.
Zahlen der Polizei zeigen: In der Urlaubs- sowie in der dunklen Jahreszeit, also im Herbst und Winter, steigt die Zahl der Einbrüche an. Täter nutzen die Abwesenheit der Bewohner beziehungsweise den Schutz der Dunkelheit, um möglichst unbemerkt in Objekte einzudringen. Im vergangenen Jahr registrierte man beim Polizeipräsidium Konstanz im Schwarzwald-Baar-Kreis insgesamt 65 Einbrüche. „Erfahrungsgemäß steigt das Risiko von Wohnungseinbrüchen mit der Abwesenheit der Bewohner“, heißt es dazu auf Anfrage.
Von Einbrüchen betroffen sind häufig Einfamilien- und Reihenhäuser, aber auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Laut polizeilicher Statistik führen Absicherungs- und Schutzmechanismen dazu, dass mehr als 40 Prozent der Einbrüche im Versuchsstadium scheitern. Schwachstellen, durch die sich Einbrecher Zutritt verschaffen, sind meist Haustüren, Fenster und Kelleröffnungen. Außerdem: Viele Täter schlagen da zu, wo sich ihnen eine Gelegenheit bietet. Je länger sie für einen Einbruch benötigen, desto höher ist das Risiko, entdeckt zu werden. Und sie ziehen ab zum nächsten Objekt, wo sie sich bessere Chancen versprechen.
Für Betroffene bedeutet ein Einbruch oft ein Eindringen in die Privatsphäre. Nachher ist vieles nicht mehr so wie vor dem Einbruch. Das bestätigt Jochen Link, Leiter der Opferschutzorganisation Weißer Ring im Schwarzwald-Baar-Kreis. „Einbrüche belasten Opfer nicht nur materiell, sondern auch emotional und psychisch. Selbst wenn deshalb die Versicherung den Sachschaden übernimmt, kann es sein, dass die Sache damit nicht abgeschlossen ist“, berichtet er.

Jochen Link, Leiter der Außenstelle des Weißen Rings Schwarzwald-Baar-Kreis.
Daniela SchneiderBei manchen Opfern sei der psychische Schaden sogar entscheidender als der Sachschaden, weil nicht nur die Haustür oder die Fensterscheibe kaputt und wertvolle Gegenstände gestohlen worden seien, sondern weil auch das Sicherheitsgefühl und die Privatsphäre verletzt wurden.
„Die Wohnung ist für viele ein Zufluchtsort, an dem man selbst die Regeln bestimmt, also wer darf rein, was wird dort gemacht. Üblicherweise kann man dort authentisch sein, also einfach die Person sein, die man ist. Man verbindet die eigene Wohnung oder das eigene Haus mit Vertrauen, mit Sicherheit und mit positiven Erinnerungen und mit Geborgenheit.“
Bei den Wohnungseinbruchsfällen, die der Weiße Ring betreut, gehe das Sicherheitsgefühl der bisherigen Wohnung bei einigen Betroffenen verloren, teilweise sogar so stark, dass ein Umzug als einzige Lösung erscheint, um zur Ruhe zu kommen, weil die Opfer sich sonst ohnmächtig fühlten.
Auch wenn kein Umzug notwendig sei, hätten viele damit zu kämpfen, dass das eigene Zuhause nicht mehr als der Ort der Geborgenheit oder als sicherer Zufluchtsort empfunden werde. „Es kann teilweise zur Furcht vor einer Wiederholung der Tat oder einer Begegnung mit den Einbrechern kommen. Wir erleben Betroffene mit Angst- und Panikattacken, mit Schlafstörungen bis hin zu posttraumatischen Belastungsstörungen, auch wenn das nicht die Mehrzahl der Fälle betrifft.“
Als Folgen treten laut Link außerdem Erschöpfung durch Schlafmangel oder innere Unruhe, Magen-Darm-Beschwerden, weil der Wohnungseinbruch den Betroffenen sprichwörtlich auf den Magen schlägt oder Nervosität auf. „Es kommt manchmal auch zu Ekelgefühlen, wenn die Einbrecher private oder intime Sachen durchwühlt haben.“
Hier bekommt man Hilfe
Es gebe noch einen weiteren Schaden, der belastend sein könne. Nämlich „bürokratische Konsequenzen“ wie die Erstattung der Strafanzeige bei der Polizei, die Schadensmeldung bei der Versicherung mit entsprechender Korrespondenz, die Beauftragung von Handwerkern. Eventuell müssten noch geklaute Debit- oder Kreditkarten gesperrt, ein neues Smartphone gekauft und alle Kontakte wieder eingerichtet werden.
Hilfe und Beratung für Betroffene bieten der Weiße Ring sowie kriminalpolizeiliche Beratungsstellen, die vor allem im Vorfeld beim technischen Einbruchsschutz wertvolle Unterstützung leisteten. „Ich kann nur allen den Tipp geben, sich dort einmal beraten zu lassen, was ganz konkret bei der eigenen Wohnung oder beim eigenen Haus hinsichtlich des Einbruchschutzes verbessert werden kann.“
Zum Schutz vor Einbrechern gibt es stabile, mechanische Absicherungen wie einbruchhemmende Türen, Fenster und Sicherheitsbeschläge. Ergänzt werden kann dies durch moderne Smart-Home-Technik. Dazu zählen etwa Zeitschaltuhren, vernetzte Geräte wie Türsensoren, Kameras oder smarte Türklingeln, die sich per App steuern lassen, Überwachungskameras, die Benachrichtigungen ans Smartphone senden und aufzeichnen können, sowie Beleuchtung mit Bewegungsmeldern.
Tipps der Polizei
- Rollläden von Freunden öffnen und schließen lassen. Bei elektrischen Rollläden kann man dies meist über eine Zeitsteuerung programmieren.
- den Briefkasten von Bekannten oder Nachbarn leeren lassen. Abonnements während der Abwesenheit abbestellen. Ein überquellender Briefkasten zeigt, dass man im Urlaub ist.
- Zeitschaltuhren mit Beleuchtung nutzen und so Anwesenheit vortäuschen. Die Nachbarn informieren, dass man verreist. Bei verdächtigen Wahrnehmungen sollten sie die Polizei unter der Rufnummer 110 alarmieren.
- Auch Einbrecher lesen Posts in den Sozialen Netzwerken, um leer stehende Wohnungen und Häuser ausfindig zu machen.


