Dorf feiert seinen Treffpunkt: Biesinger Backhäusle besteht seit 25 Jahren

Gunter Rothermund (links) und Helmut Schnekenburger sorgen für Nachschub, das belegte Fladenbrot ist gefragt.
Florian HahnelVor einem Vierteljahrhundert führte bürgerschaftliches Engagement zur Entstehung des Biesinger Backhäusles, jetzt feierte man das kleine Jubiläum.
Die Tischgarnituren waren voll belegt, die Gekommenen brachten Appetit mit.Im Steinofen wurden Fladenbrote gebacken, die umgangssprachlich „Dünne“ genannten Erzeugnisse waren mit Speck oder Lauch belegt.
Schönes Wetter, gemütliche Zusammenkunft, verbaler Austausch – in Biesingen konnte man es aushalten. Gunter Rothermund schob die Dünnen quasi im Minutentakt in den Ofen und musste dabei seinen langen Kinnbart zumindest etwas beachten. Dünne rein, Dünne raus – die Gäste ließen das Mittagessen zuhause ausfallen und steuerten das Backhäusle samt gesetztem Festzelt mit Appetit an.
Über die Tische tauschten sich die Besucher aus. Ortsgeschehen, regionale Themen, Weltpolitik, natürlich auch Lacher und Heiterkeit – Ortsvorsteherin Tatjana Tröster grüßte in die Reihen.
Im Zuge des Projekts „Aufblühende Dörfer“ entstanden
Das Biesinger Backhäusle hat keine langjährige Tradition, sondern entstand aus der bürgerlichen Mitte und im Zuge des Projekts „Aufblühende Dörfer“. Impulsgeberin war auch die Evangelische Akademie Bad Boll. Die Biesinger legten viel Eigenengagement an den Tag und ließen das kleine Fachwerkgebäude entstehen, damit schuf man einen Ort ländlicher Gastlichkeit.
Das Forum Ostbaar war im Boot und ebnete den Weg für Veranstaltungen, überdauert hat im Backhäusle unter anderem der Sticktreff. Die heutigen Macher sind Helmut und Barbara Schnekenburger, zuvor lag die Bewirtschaftung in den Händen von Walter und Wilhelmine Kleinhans. 20 bis 30 mal hat das Backhäusle pro Jahr geöffnet, die kleine Lokalität kann auch gemietet werden.
Blick auf die Ostbaar
Unter dem Vordach bietet sich ein schöner Blick auf die weite und geöffnete Ostbaar, besonders im Sommer und bei Südwind kann jeder die Seele angenehm baumeln lassen.Das Backhäusle ist keine Hütte, aber auch kein richtiges Haus, ein Hütten- oder Laubengefühl stellt sich beim Besuch schnell ein.
Erst 25 Jahre – das Biesinger Backhäusle neben der Alten Schule wird das nächste Vierteljahrhundert locker überstehen. Biesingen ist mit 475 Einwohnern zwar der kleinste Bad Dürrheim Stadteil, gilt mit seiner aktuell 1266-jährigen Geschichte jedoch als eine der ältesten Ansiedlungen des Schwarzwald-Baar-Kreises. Und hat nun eben auch seit 25 Jahren ein Backhäusle.