Diskussion über Energiewende: Unterkirnach setzt auf Einzellösungen statt Netz

Die vom Gemeinderat anvisierte Wärmewende soll in Unterkirnach vorwiegend durch die Eigentümer von Wohnraum vorangetrieben werden.
Ulrich Schlenker- Unterkirnach plant die Wärmewende ohne Wärmenetz – Einzellösungen sollen dominieren.
- Bis 2040 soll die Wärmepumpe führend sein, der Umstieg ist freiwillig und braucht Motivation.
- Aktuell stammen 75,6 % der Wärme aus Fossilen, Wohnen verursacht 72,8 % des Bedarfs.
- Bürgerinfos zu Sanierung, Heizungen und Nachbarschaftsnetzen sind vorgesehen.
- Freiflächen-PV mit Großbatterie wartet, Softwarelizenz vertagt – 5000 Euro für Rechtsberatung.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Klimaneutralität geht im Schwarzwalddorf nur, wenn die Eigentümer von Wohnraum mitziehen. Dies macht der Abschlussbericht zur Kommunalen Wärmeplanung (KWP) deutlich.
Sarah Olbrich von der Firma Greenventory stellte dem Gemeinderat die Ergebnisse des Konzepts einer KWP vor. Dabei spannte sie den Bogen von der Ausgangslage bei der Beheizung von Gebäuden bis zur Vorstellung, was sich bis 2040 geändert haben soll.
Ein Fazit der Studie: Die Energiewende ist für viele in Unterkirnach mit einem erheblichen Investitionsbedarf verbunden. 75,6 Prozent des Wärmebedarfs werden derzeit im Schwarzwalddorf fossil gedeckt. Dabei hat Gas mit 49,3 Prozent den größten Anteil. Bei Heizöl sind es 24,6 Prozent. Laut Greenventory geht auf das Wohnen 72,8 Prozent des jährlichen Wärmebedarfs von 26 Gigawattstunden zurück. Das Gewerbe und der Handel haben einen Anteil von 19,4 Prozent.
Kein Wärmenetz
„Wir haben hier keine Gebiete für Wärmeversorgungsnetze identifiziert“, lenkte Olbrich den Blick in die Zukunft. Deshalb werde es bis auf das Gebäudenetz am Schlossberg auf Einzellösungen im Gebäudebestand hinauslaufen, folgerte die Mitarbeiterin der Freiburger Professur für Nachhaltigkeits- und Transformationsforschung. „Im Jahr 2040 soll die Wärmepumpe die dominierende Heiztechnologie sein“, nannte die Wissenschaftlerin ein ehrgeiziges Ziel der KWP.
„Alles ist freiwillig. Wie tragen wir das in die Bürgerschaft? Wir brauchen Konzepte, um die Menschen zu motivieren“, warf Sabine Wagner in den Raum. Olbrich verwies auf die von Greenventory empfohlene Maßnahme, in Unterkirnach regelmäßige Bürgerinformationen zur Gebäudesanierung, zu Heizungen und zu nachbarschaftlichen Wärmenetzen anzubieten. Am 7. Oktober gebe es in der Schlossberghalle eine öffentliche Abschlussveranstaltung zur KWP, informierte Patrick Seng.
Wie geht der Gemeinderat mit den weiteren Maßnahmenvorschlägen zur KWP um? Ein Quartierkonzept für die öffentlichen Gebäude am Schlossberg soll noch dieses Jahr angegangen werden. Dies gilt auch für ein Energy-Sharing-Konzept im ganzen Ort und weiterführende Kontakte zu Ansprechpartnern der Wärmewende.
Freiflächen-Photovoltaik mit Großbatterie
Die Frage einer Freiflächen-Photovoltaik mit Großbatterie und die Prüfung der Auswirkungen der Wärmewende auf den Stromsektor gehen zunächst in die Warteschleife, obwohl es hierfür ebenfalls eine einhellige Zustimmung gab.
Das Ratsgremium gab 5000 Euro für eventuelle Rechtsberatungen im Zusammenhang mit dem Quartier Schlossberg frei. Die von der Verwaltung vorgeschlagene Verwendung einer Software von Greenventory zur Einsicht in aktuelle KWP-Daten mit jährlichen Lizenzkosten von 3000 Euro wurde vorläufig blockiert. „Wer aktualisiert die Daten?“, hinterfragte Susanne Ciampa. Dies soll bis zu einer späteren Entscheidung geklärt werden.
