Die Suche nach Kater Michi
: Warum so viele Menschen bei der Suche helfen

Das Schicksal von Kater Michi bewegt. Ganze Nächte schlagen sich Ehrenamtliche um die Ohren, um den Faltohrkater zu finden. Mit dabei sind die 2 Engel für vermisste Tiere.
Von
Cornelia Hellweg
Villingen-Schwenningen/Schwarzwald-Baar-Kreis
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Auch die 2 Engel für vermisste Tiere, Simone Großhans und Rene Wellinger, engagieren sich bei der Suche nach Kater Michi. Hier zeigen sie die eigens eingerichtete Futterstelle in einem Waldstück nahe der B523 zwischen Dauchingen und Weilersbach.

Auch die 2 Engel für vermisste Tiere, Simone Großhans und Rene Wellinger, engagieren sich bei der Suche nach Kater Michi. Hier zeigen sie die eigens eingerichtete Futterstelle in einem Waldstück nahe der B523 zwischen Dauchingen und Weilersbach.

Cornelia Hellweg
  • Ehrenamtliche suchen nach Kater Michi, der nach einem Unfall bei der B523 entlief.
  • Die „2 Engel für vermisste Tiere“ helfen mit Drohne, Wärmebildkamera und Funkgeräten.
  • Suchgebiet ist zwischen Donaueschingen und Villingen-Schwenningen – dort kennen sie sich aus.
  • Mehrere Sichtungen wurden gemeldet, doch die Nachsuche blieb ohne Erfolg.
  • Hinweise: Tierschutzverein Schwenningen 0151/58 18 48 20 oder 2 Engel 0178/6146769.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Was bewegt so viele Menschen, so großen Einsatz bei der Suche nach Kater Michi zu zeigen? Tierliebe ist das eine, aber auch die besonderen Umstände. Das ist der Tenor der Gespräche unserer Redaktion mit Beteiligten.

Mit dabei sind die 2 Engel für vermisste Tiere. Das sind Simone Großhans aus Bräunlingen und Rene Wellinger aus Donaueschingen. Ihre private Organisation gibt es seit dem 1. Juli 2025, erzählen sie. Noch sind nur die beiden bei der Tiersuche aktiv, freuen sich aber über zusätzliche ehrenamtliche Helferinnen und Helfer. Ihr erster „Fall“ war die Suche nach einem vermissten Hund, den sie wenig später dem überglücklichen Frauchen wieder aushändigen konnten. „Man ist an der frischen Luft und lernt viele Menschen kennen, erlebt große Dankbarkeit“, sagt Rene Wellinger. Er ist außerdem einer der Freiwilligen, die bei der Suche nach dem lange vermissten Ex-Fußballer Dirk Brünker aus Villingen mitgeholfen haben.

Für die Suche setzen sie nicht nur ihre Ortskenntnis ein, sondern überdies technisches Gerät wie eine Wärmebildkamera, eine Drohne, Nachtsicht- und Funkgeräte. Mittlerweile werden sie direkt von Besitzern vermisster Hunde oder Katzen angerufen. Die melden sich nach einem Hinweis eines Tierschutzvereins oder sind über Social-Media-Plattformen wie Facebook oder Instagram auf die „2 Engel“ aufmerksam geworden.

Anfrage sogar aus Berlin

„Wir beschränken uns auf Mithilfe bei der Suche im Bereich zwischen Donaueschingen und Villingen-Schwenningen, denn da besitzen wir die meiste Ortskenntnis“, erklärt Simone Großhans. Sogar aus Berlin habe es eine Anfrage gegeben, ob sie dort einen vermissten Hund aufspüren könnten. „Das mussten wir ablehnen, das ist zu weit weg, dort kennen wir uns überhaupt nicht aus.“

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Beide sind mit Tieren aufgewachsen. „Im Gespräch mit den jeweiligen Besitzern informieren wir uns über Einzelheiten zum Tier, nach dem Charakter und ob es beispielsweise registriert und gechipt ist“, führt Rene Wellinger aus. Es werden Suchanzeigen über Flyer und Soziale Medien veröffentlicht. „Man lernt bei jedem Einsatz dazu.“ Nach ein paar ruhigen Monaten zum Jahresanfang 2026 suchten sich auf Anfrage ab Ende Mai bis heute wieder als vermisst gemeldete Tiere. „Vier Katzen und fünf Hunde konnten sie den Besitzern aushändigen.“

Hilfreich sei die Meldung von Sichtungen von Spaziergängern oder Anwohnern. Im Fall von Kater Michi sind sie seit dem 10. August engagiert auf der Suche dabei. Das Tier war geschockt weggelaufen nach einem Autounfall der Besitzerfamilie auf der Bundesstraße 523 zwischen Dauchingen und Weilersbach. Beide sind beeindruckt, wie sehr die Familie an ihrem Michi hängt und wie viel Zeit und Energie sie für die Suche investiert.

Nach der Berichterstattung über den Fall auch im Schwarzwälder Boten, habe es am Dienstag, 25. August, nochmal sechs Meldungen von möglichen Sichtungen gegeben. Die Nachschau hatte bisher keinen Erfolg. „Es ist erstaunlich, wie viele Tiere weglaufen“, sagt Rene Wellinger. Wenn er ausgebüxte Hunde ihren Besitzern übergibt, höre er meistens den Satz: „Jetzt kaufe ich mir einen Tracker“.

Von Anfang an bei der Suche dabei ist Ulla Greinus aus Niedereschach. „Mir tut die Familie einfach furchtbar leid“, sagt sie. Denn der Verkehrsunfall passierte auf dem Weg vom Wohnort in Villingen in den Urlaub. Ein offenbar betrunkener Autofahrer hat den Unfall nach Angaben der Polizei verursacht. Noch dazu sei der mit falschen Kennzeichen und ohne gültigen Führerschein unterwegs gewesen. Das Auto der Villinger Familie sei ein Totalschaden und die große Besorgnis über den entlaufenen Kater Michi belaste außerdem.

„Es handelt sich um eine Hauskatze, die sehr stark auf die Familie fixiert ist und nicht einfach allein zu Hause bleiben kann“, erzählt Ulla Greinus. Mit Fangfallen, Kameras und weiteren Freiwilligen machte man sich auf die Suche nach dem Kater. „Bei den Wärmebildkameras kann man von zu Hause draufschauen.“ Aber sie und andere waren auch nachts unterwegs. Mittlerweile sind in dem Waldstück eine Futterstelle und ein Katzenhüttle aufgestellt, ein Stoffkorb ist mit der Jacke der Frau der Familie ausgelegt (vertrauter Geruch).

Mit Unterschlupf und einer Futterstelle, die mit der Jacke aus der Besitzerfamilie ausgelegt ist, versucht man, Kater Michi anzulocken.

Mit Unterschlupf und einer Futterstelle, die mit der Jacke aus der Besitzerfamilie ausgelegt ist, versucht man, Kater Michi anzulocken.

Cornelia Hellweg

Die Familie habe ihren gesamten zweiwöchigen Urlaub vor Ort verbracht mit der Suche nach dem geliebten Kater. „Wir haben wirklich alles getan, auch mit Hunden gesucht, ich habe sogar eine Tierkommunikatorin eingeschaltet.“ Die habe dann gemeint, man müsse an einem ganz anderen Ort suchen – auch dort ohne Erfolg. Am CVJM-Heim am Rande von Schwenningen Richtung Weilersbach habe sich die Spur verloren.  Ulla Greinus in ihrem Pkw und andere in einem Bulli hätten an einem Abend von 20 Uhr bis zum nächsten Morgen in den Fahrzeugen gewartet, in der Hoffnung, das Tier zu sichten. „Wir waren alle so motiviert.“

In den vier Fangfallen saßen zwar Katzen, aber andere. „Eine war wild, die andere zahm.“ Letztere habe man bereits an eine neue Besitzerin vermitteln können. Beide wurden tierärztlich behandelt, sprich sterilisiert. Wilde Katzen könne man nicht in einem Tierheim unterbringen, sondern müsse sie wieder dorthin zurückbringen, wo man sie gefangen habe. „Ich habe dort eine Futter- und Wasserstation eingerichtet, und die nimmt sie auch an.“ Die Villinger Familie sei sehr dankbar für die vielen Freiwilligen. Sie haben gesagt: „Wir haben unseren Michi verloren, aber tolle Menschen kennengelernt“, berichtet Ulla Greinus. Die Suche nach Michi geht weiter.

So kann man helfen

Wer Kater Michi sieht, sollte nicht selbst versuchen, ihn einzufangen, sondern besser den Tierschutzverein Schwenningen unter der Handynummer 0151/58 18 48 20 informieren oder sich an 2 Engel für vermisste Tiere wenden unter 0178/6146769 oder E-Mail vermisste-tiere@hotmail.com. Seitens der Organisation weist man darauf hin, dass die „2 Engel“ nur die Suche organisieren, aber keine Tiere aufnehmen.