Chöre beindrucken in Villingen: Vokalensembles glänzen bei ihrem Auftritt

Eindrucksvoll war das Konzert in der Villinger Benediktinerkirche durch die beiden Vokalensembles Chorioso Karlsruhe und Capella Cantorum Freiburg unter der Leitung von Matthias von Schierstaedt und Wilm Geismann.
Martin DischAnlässlich einer Chorbegegnung gastierten die Vokalensembles Capella Cantorum Freiburg unter Leitung von Wilm und Christa Geismann sowie Chorioso Karlsruhe unter der Leitung von Matthias von Schierstaedt in der Villinger Bendiktinerkirche.
Das Musizieren stand unter dem Titel „Himmelwärts – Musik der Hoffnung und des Friedens“ und nahm mit dem gregorianischen Introitus „Viri galilei“ und dem Doppelchor „Coelos ascendit hodie“ von Charles V. Stanford das liturgische Thema von Christi Himmelfahrt auf. Das Konzert in der gut besuchten Kirche eröffnete Bezirkskantor Roman Laub an der rekonstruierten Silbermannorgel mit dem Praeambulum in E von Vincent Lübeck.
Das Musizieren im kleinen Ensemble ist besonders reizvoll, weil jedes Mitglied Entscheidendes zum Gesamtklang beitragen kann. Jeder kann sich sängerisch entfalten. Auf der anderen Seite ist die Verantwortung des einzelnen für den Gesamtklang erheblich größer als im Chor.
Auf beide Aspekte legten die Chöre großen Wert: Eigeninitiative und Gesamtklang. In dieses Spannungsfeld konnte man als Zuhörer in dem etwas mehr als einstündigen Konzert eintauchen.
Lieder aus der englischen Renaissance
Die Chöre traten auch als Einzelchöre auf und sangen Lieder aus der englischen Renaissance. Die Jahreszahl des „Westfälischen Friedens“ – die Beendigung des 30-jährigen Krieges – beleuchtet den anderen Schwerpunkt des Konzerts: das Singen als Zeichen der Hoffnung und für den Frieden. Beide Ensembles widmeten sich dem Thema mit unterschiedlichen Vertonungen des gleichen Textes, etwa des „Peace I leave with you“ von Martin Åsander und Knut Nystedt. Beeindruckend war das Magnifact des einstigen Sigmaringer Kirchenmusikers Jürgen Essl, bei dem Christiane Barthel als Sopranistin das Marielob sang. Mit dem „Salve Regina“ von Francis Poulenc endet die Betrachtung des Osterfestkreises mit einer berührenden Marienmusik.
Weitere Doppelchöre von Bach, Cererols und Gallus setzten Akzente. Zum Schluss erklang gemeinsam die sechsstimmige Motette von Heinrich Schütz „Die Himmel erzählen“ aus der „Geistlichen Chormusik“ von 1648.
Dirigenten glänzen mit der Auswahl der Stücke
Beide Dirgenten, sowohl Wilm Geismann, einstiger Kirchenmusiker am Konstanzer Münster und späterer Leiter des Amts für Kirchenmusik in Freiburg, als auch sein ehemaliger, in Konstanz geborener und in der Jugendkantorei in die Chormusik hineingewachsener Schüler Matthias von Schierstaedt konnten mit der Auswahl der Stücke und dem bedachten Dirigat glänzen.
Laub unterstützte das Konzert mit Johann Sebastians Bach „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ und einer Orgelimprovisation. Als Zugabe nach großem Applaus sangen die Chöre das Abendgebet „Nun lässt du Gott den Tag nun enden“.