Caritas in VS zum Merkel-Zitat
: Sie sind überzeugt: „Wir schaffen das“

„Ja, wir schaffen das“, sagt die Caritas im Schwarzwald-Baar-Kreis zur Flüchtlingsdebatte zehn Jahre nach dem bekannten Angela Merkel-Zitat.
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(red/pm)
Oberndorf
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Sie sind sicher, dass die Worte von Altkanzlerin Angela Merkel weiterhin Bestand haben: „Wir schaffen das, unsere Gesellschaft schafft das“, sind (von links) Michael Stöffelmaier, Mohammed Almohlen, Ulrike Lichte, Anja Rosenfelder und Oscar Hannabach (Nachfolger für den Ende des Jahres ausscheidenden Stöffelmaier) überzeugt.

Caritasverband-sbk/Rüdiger Fein

Angesichts der aktuellen Debatten über die jüngst eingerichteten Grenzkontrollen, über die Zurückweisung Geflüchteter an den deutschen Außengrenzen und die rechtlich umstrittene Abweisung Asylsuchender blickt man beim Caritasverband Schwarzwald-Baar mit Sitz in Villingen zurück auf Jahre der Unterstützung für eben diese Menschen, die meist unter unbeschreiblichen Strapazen ihre Heimat verlassen haben, um in Europa eine neue Zukunft für sich und die eigene Familie zu finden.

Für einen Rückblick aus der Sicht der ehrenamtlich tätigen, unermüdlichen sich einsetzenden Helferin Ulrike Lichte und eines aus Syrien geflüchteten Vaters dreier Töchter auf die vergangenen Jahre traf man sich jüngst im Haus des Caritasverband-sbk in Villingen. Wir haben so vieles geschafft, wir schaffen auch das, sind sie sich einig.

„Wir helfen, wo wir können“, erzählt Anja Rosenfelder, die im Caritasverband-sbk für die Migrationsberatung für Zugewanderte zuständig ist. „Die Mitarbeitenden in der Migrationsberatung haben viel geschafft“, so Rosenfelder.

Für gelingende Integration benötige man aber die gesamte Gesellschaft. Da gebe es noch viel zu tun, aber es ist nie zu spät auf Menschen zuzugehen. Vielleicht mit dem Ergebnis, dass Unterschiedlichkeit ein Gewinn sein kann und es letztlich mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede gibt, ermutigt Anja Rosenfelder ihre Mitmenschen.

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Aus Syrien nach Deutschland

Der aus Syrien stammende Mohammed Almolhen lebt seit mehr als zehn Jahren in Deutschland und kam mit der erklärten Absicht niemandem zur Last zu fallen. „Ich habe fünf Jahre lang für wenig Lohn in einer Wäscherei gearbeitet“ erzählt der Syrer, der in Syrien sein Leben und Freiheit in Gefahr sah, weil er ein erklärter Gegner des Diktators Assad war und der seinen Kindern eine gesicherte Zukunft bieten wollte. Die Arbeit in der Wäscherei half ihm die deutsche Sprache zu erlernen, erinnert er sich.

Er hat sich selbstständig gemacht

Als gelernter Schneider konnte er sich schließlich selbstständig machen und so den Unterhalt und die Zukunft seiner Familie sichern. „Der wollte so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen“, erinnert sich Ulrike Lichte, die sich seit vielen Jahren in der Flüchtlingshilfe engagiert. Viele der Geflüchteten brauchen nur ein wenig Unterstützung, erinnert sich die ehrenamtliche Helferin. „Die wollen einfach nur an die Hand genommen werden“, so Ulrike Lichte die überzeugt ist „dass unsere Gesellschaft das schafft“.

Wichtig sei, dass die humanitär tätigen Menschen und Vereine wie auch die Wohlfahrtsverbände weiterhin finanzielle Unterstützung erfahren, so Michael Stöffelmaier, Vorstandsvorsitzender des Caritasverband-sbk, der davor warnt, dass Deutschland sich abschottet. Man brauche eine geregelte Zuwanderung, schon um dringend benötigte Fachkräfte zur Verfügung zu haben, so Stöffelmaier. Hier gelte es auch ein besonderes Danke schön zu sagen an die vielen ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfer.

Asyl und Mangel an Fachkräften

Es gebe leider auch Menschen die sagen „Wir schaffen das nicht“, so der Vorstandsvorsitzende. Diese zu überzeugen und mitzunehmen sei eine wichtige Aufgabe der gesamten Gesellschaft.

„Wenn es uns gelingt, Asyl und den Mangel an Fachkräften zusammen zu bringen, dann haben wir viel erreicht“, sagt auch Ulrike Lichte und betont die Wichtigkeit, die Geflüchteten in Arbeit und Lohn zu bringen. „Wir brauchen wieder eine Willkommenskultur.“

Kontakt: Anja Rosenfelder, Caritasverband für den Schwarzwald-Baar-Kreis, Gerwigstraße 6, 78050 Villingen-Schwenningen, Telefon 07721/9 21 83 43.