Bis Sonntag in Schwenningen: Fischmarkt auf Muslenplatz ist eröffnet

Vor dem Stand von Aal-Hinnerk präsentierten sich Joachim Borgschulze von der Marktschreier-Gilde, Gunter Welzer vom Gewerbeverband Oberzentrum und Tobias Hermann, Interims-Geschäftsführer der WIR VS GmbH. Gemeinsam blicken sie auf ein vielversprechendes Wochenende mit dem Hamburger Fischmarkt auf dem Muslenplatz in Schwenningen.
Jochen SchwilloRund 25 Stände des parallel stattfindenden Krämermarkts ergänzen das Angebot. Die Eröffnung übernahm Tobias Hermann, Interims‑Geschäftsführer der WIR VS GmbH, der Oberbürgermeister Jürgen Roth vertrat.
Hermann habe unweigerlich an das Hamburger Original gedacht, das traditionell bereits um 5 Uhr beginnt. Die Erleichterung sei groß gewesen, als klar wurde, dass Schwenningen es mit einem Start um 11 Uhr deutlich entspannter angehen lässt.
Auch wenn der Muslenplatz kleiner sei als die berühmte Hamburger Hafenkulisse, stehe das Schwenninger Spektakel dem Vorbild in nichts nach, betonte Hermann. Der Fischmarkt sei weit mehr als ein reiner Verkaufsort.
Er sei ein Erlebnis, eine Mischung aus Live‑Hörspiel, Comedy‑Programm und Warenpräsentation, bei der die Marktschreier mit ihren lauten Stimmen, schnellen Sprüchen und humorvollen Einlagen das Publikum in ihren Bann ziehen. Dass all dies bei freiem Eintritt geboten werde, sei ein zusätzlicher Anreiz für die Menschen aus der Region.
Joachim Borgschulze von der Freien Gilde der Marktschreier nutzte die Gelegenheit, um die Arbeit der Stadtverwaltung und des Gewerbeverbands Oberzentrum zu würdigen. Viele Menschen sähen lediglich den aufgebauten Markt, die Stände, die Waren und das bunte Treiben. Was sie nicht sehen, sei die enorme organisatorische Leistung, die im Hintergrund notwendig sei, um ein solches Event reibungslos auf die Beine zu stellen.
Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem GVO funktioniere hervorragend, betonte Borgschulze, und er hob besonders die pragmatische Herangehensweise hervor, die bürokratische Hürden spürbar reduziere. Er ging auch auf die Bedeutung solcher Veranstaltungen für Innenstädte ein. Viele Städte in Deutschland kämpften mit Leerständen, sinkender Besucherfrequenz und einem schleichenden Verlust an Attraktivität. „Wir sind bundesweit auf dem Weg zu Geisterstädten“, sagte er eindringlich.
Doch in Villingen‑Schwenningen habe man verstanden, dass eine Stadt nur dann lebendig bleibt, wenn Menschen sich dort aufhalten, einkaufen, flanieren und sich wohlfühlen. „Stirbt der Handel, stirbt auch die Stadt“, so Borgschulze.
Der Fischmarkt sei ein Beispiel dafür, wie man dem entgegenwirken könne: durch Veranstaltungen, die Menschen anziehen, Emotionen wecken und die Innenstadt mit Leben füllen.
Am Samstag ist der Fischmarkt von 10 bis 19 Uhr geöffnet, am Sonntag von 11 bis 19 Uhr.