Berufskolleg in Villingen-Schwenningen
: Teamtag schweißt Schüler zusammen

Jugendliche der Gewerbeschule packen bei Projekt an der Linachtalsperre an. Bei gemeinsamen Lösen der Aufgaben lernen sie sich kennen.
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(red/pm)
Oberndorf
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Mit den Traditionen bei Hofe nicht vertraut, tragen vier Schüler der 1BKFH-Klasse der Gewerbeschule ihren Klassenkameraden auf der beim Teamtag selbst gebauten Sänfte nicht auf den Schultern, sondern recht tief über dem Boden.

Gewerbeschule

Was man mit einem leeren Bierkasten, zwei Stangen, einem Brett und kleineren Teilen alles anfangen kann, hat sich den neuen Schülern der Berufskolleg-Klasse der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen Schritt für Schritt erschlossen, als sie mit ihrem Lehrer einen Tag zum Kennenlernen an der Linachtal-Sperre verbrachten.

Nachdem vergangenes Jahr ein Transportmittel zur Querung der Linachtalsperre zu bauen war und die Schüler zeigen mussten, dass sie trocken übers Wasser kamen, hatten sich die Erlebnispädagogen Tatjana Brinckmann und Andreas Fehrenbach von „Seilbrücken“ aus Unterkirnach etwas Neues für die Jugendlichen überlegt, die mit ihrem Lehrer Florian Fischer gekommen waren: Zwar traf man sich wieder an der Linachtalsperre und es ging erneut um ein Transportmittel, doch dieses Mal blieb man auf festem Boden. Die in Teams eingeteilten Jugendlichen bekamen Aufträge, die sie erst einmal unabhängig voneinander entschlüsseln mussten.

Im Austausch gewisser Teammitglieder mit den Teammitgliedern derselben Funktion aus den anderen Gruppen mussten die Informationen mündlich und ohne Zeichnungen oder Fotos so weitergegeben werden, dass jedes Team dasselbe Teil baute.

Schüler nehmen auf Sänfte Platz

Zum Schmunzeln und zur Erheiterung von Fischer hatten die Teams eine Art von Sänfte gebaut, auf der je ein Schüler Platz nehmen und sich von seinen Kameraden durch die Gegend tragen lassen konnte.

Damit der Bildungsauftrag nicht zu kurz kam, bekam der so sanft getragene Schüler eine Zeitung in die Hand gedrückt. Auch die Grundlagen der Interpretation und Symbolik von Bildern konnten die Jugendlichen bei dem Spiel körperlich und humorvoll erfahren, ohne eine Deutschstunde gehabt zu haben. Ein paar Redewendungen seien eingestreut: „Getragen werden“ versus „eine tragende Rolle einnehmen“, „Herr und Diener“, „oben und unten“, „auf eigenen Füßen stehen“ versus „den Bodenkontakt verloren haben“, „Fallhöhe haben“ versus „nicht fallengelassen werden“. Kann man sich auf seine Mitschüler verlassen oder fällt man auf den harten Boden der Tatsachen? Mit wem hat man es in der Klasse zu tun, schwätzt derjenige nur oder tut er etwas Hilfreiches?

Bogenschießen kommt an

Nach einer Pause widmeten sich die Jugendlichen aus dem einjährigen Berufskolleg (Klasse 1BKFH) dem Bogenschießen, was ihnen auch durchaus gefiel: aufnehmen, einlegen, zielen, durchatmen, die Sehne loslassen und dem Pfeil nachschauen, ob er im Ziel landet.

Auch Fischer, der seine Schützlinge einmal anders als im Klassenzimmer kennengelernt hatte, hat das Bogenschießen gut gefallen und er hofft, dass den Jugendlichen die meditative Konzentration für das anstehende Schuljahr in Erinnerung geblieben ist. Schließlich soll am Ende die Fachhochschulreife zu Buche stehen, mit der die Gewerbeschüler an allen bundesdeutschen Fachhochschulen studieren gehen können.

Wer Lust aufs Berufskolleg an der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen hat und eine abgeschlossene Lehre sowie den Mittleren Abschluss vorweisen kann, kann sich mittels Turbobewerbung gegebenenfalls auch jetzt noch anmelden oder sich das einjährige BK als Zukunftsoption vornehmen. Den Unterrichtsstoff bis jetzt kann man sicherlich nachholen, nur den Teamtag nicht.

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