Bäder in VS
: Ein kräftiges Minus trotz mehr Besuchern

Deutlich mehr Besucher verzeichneten die BVS im vergangenen Jahr im Neckarbad und im Villinger Hallenbad. Für die Zukunft richtet sich der Blick auf der geplante Zentralbad.
Von
Cornelia Hellweg
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Badespaß im Villinger Kneippbad.

Archiv

Mehr Besucher verbuchten im vergangenen Jahr vor allem das Neckarbad in Schwenningen mit 146 716 Badegästen (2023: 129 209) sowie das Hallenbad Villingen mit 83 652 Badegästen (79 332).

Die Besucherzahl in der jeweiligen Sommersaison im Kneippbad ist stark abhängig vom Wetter. In 115 Öffnungstagen kamen 47 996 Badegäste (54 328). Insgesamt summiert sich das Besucheraufkommen im vergangenen Jahr auf 278 364 (262 869) Badegäste. Das stellt ein Plus gegenüber dem Vorjahr von rund sechs Prozent dar. Diese Zahlen stellte Martin Schwellinger, Bereichsleiter Finanzen bei den Stadtwerken VS, in einer Sitzung des Gemeinderates vor.

Trotz mehr Badegästen bleibt jeder Besuch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ein Zuschussgeschäft. So steht unterm Strich für das Geschäftsjahr 2024 ein Minus von 3,3 Millionen Euro (2023: minus 2,9 Millionen Euro). Dass der Fehlbetrag trotz Besucherplus höher ausfällt als im Vorjahr sei im Wesentlichen Ergebnis der Preissteigerungen bei Material (plus 25 Prozent) und bei den Löhnen der Mitarbeiter (plus zehn Prozent). Der Kostendeckungsgrad der Einnahmen im Hallenbad Villingen betrug letztes Jahr rund 31 Prozent, das Kneippbad weist einen Kostendeckungsgrad von knapp zehn Prozent und das Neckarbad von 26,5 Prozent aus. Das Millionenminus wird durch die Stadtwerke VS GmbH, dessen Tochter die BVS ist, ausgeglichen.

Stadtwerke gleichen aus ihrem Budget aus

Darüber hinaus flossen Ressourcen in die Planung eines Zentralbades. Damit soll die Bäderlandschaft in VS zukunftsfähig aufgestellt werden. Bei einem Bürgerentscheid ergab sich eine Mehrheit für den Standort Klosterhof für so ein Zentralbad. Die Kosten sind auf 55 Millionen Euro geschätzt, von denen die Stadt VS 50 Millionen und die BVS fünf Millionen Euro schultern wollen. Das Hallenbad Villingen sowie das Neckarbad sollen nach der geplanten Fertigstellung im Jahr 2030 aufgegeben werden.

Risiko Baukostenentwicklung

Ob sich die bisherige Kostenschätzung so halten lässt, wird als eines der Risiken für den Geschäftsverlauf der Bäder VS bezeichnet. „Steigende Material- und Baustoffkosten können die Baukosten weiter in die Höhe treiben“, heißt es dazu im Lagebericht für das BVS-Geschäftsjahr 2024. Auf der anderen Seite steht die Chance, durch eine Bündelung der Bäderlandschaft im Oberzentrum Synergieeffekte und damit Kostensenkungen zu erzielen. Zudem erhofft man sich von einem Zentralbad mit attraktiver Ausstattung einen größeren Besucherzuspruch aus der ganzen Region.

Auf dieser Fläche zwischen den Wirtschaftsweg links und dem Wäldchen rechts – angrenzend an das Wohngebiet Schilterhäusle mit der Europaallee – soll das Zentralbad entstehen. (Archivfoto)

Foto: Marc Eich

Das ist geplant: Ein Schwimmbereich mit einem 50-Meter-Wettkampfbecken und einem 25-Meter Becken nach geltenden Wettkampfstandards ermöglicht sowohl regionale als auch überregionale Sportveranstaltungen und dient zugleich als Trainingsstätte für Vereine. Zusätzlich entsteht ein Freizeit- und Erlebnisbecken mit Wasserattraktionen und ein Lehrschwimmbecken für Schwimmunterricht sowie Anfänger- und Präventionskurse. Neben einem Wellness- und Erholungsbereich mit Saunalandschaft und verschiedenen Ruhebereichen, soll eine zeitgemäße Gastronomieeinrichtung mit einem breiten Angebot für Besucher aller Altersgruppen geschaffen werden.

Für das laufende Geschäftsjahr rechnet man bei den Bäder VS mit rund 260 000 Besuchern und einem Fehlbetrag in Höhe von 3,1 Millionen Euro. Der Gemeinderat stimmte dem Jahresabschluss und dem Lagebericht für das Jahr 2024 für die Bäder VS zu.

Das Schwarzwälder BAARometer
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.