Austraße in Schwenningen: Zu viel Verkehr für einen Zebrastreifen – Stadt findet Kompromiss

An dieser Stelle in der Schwenninger Austraße soll es zukünftig einen Fußgängerüberweg geben.
Marc EichDer Kindergarten „In der Au“, eine betreute Wohneinrichtung und nicht zuletzt das Culinara sind hier in der Nähe: Der Geh- und Radweg vom Vorderen See bis zur Winkelstraße ist eine wichtige Verbindung zwischen der Schwenninger Innenstadt und den im Osten gelegenen Wohngebieten sowie dem Schulzentrum am Deutenberg.
Radfahrer und Fußgänger müssen dabei auch die Austraße überqueren – einen entsprechenden Überweg gibt es hier allerdings nicht. Stadtrat Dirk Sautter (CDU) sah deshalb Nachbesserungsbedarf und stellte bereits im Frühjahr eine Anfrage an die Stadtverwaltung. Er betonte angesichts der Frequenz des Geh- und Radwegs: „Ein Fußgängerüberweg könnte hier wesentlich zur Verkehrssicherheit beitragen.“
Die zuständigen Stellen prüften umfangreich die dortigen Möglichkeiten – auch weil es sich laut Fachämter um eine „atypische“ Verkehrssituation handle, wenn Geh- und Radwege mit einem Zebrastreifen verbunden werden.
In der Antwort der Stadt an Sautter heißt es: Die Straße sei mit durchschnittlich mehr als 6000 Fahrzeugen pro Tag stark befahren und könne deshalb nicht als „weniger bedeutend“ im Sinne der einschlägigen Richtlinien gelten. Ein klassischer Zebrastreifen über einen gemeinsamen Geh- und Radweg sei in dieser Form daher nicht zulässig.
Radweg endet vor dem Überweg
Dennoch wird das Anliegen umgesetzt – in einer leicht abgewandelten Variante: Der Radweg soll künftig rund 15 Meter vor der Querungsstelle enden und als Gehweg mit dem Zusatzzeichen „Radfahrer frei“ weitergeführt werden. Dadurch müssen Radfahrer dort Schrittgeschwindigkeit einhalten. Zudem sollen auf beiden Straßenseiten Rüttelstreifen angebracht werden, um die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu erhöhen.
Diese Lösung wurde auch vom Regierungspräsidium Freiburg geprüft und als rechtlich umsetzbar bestätigt. Bei einem Ortstermin der „Kleinen Verkehrskommission“ im August fand der Vorschlag breite Zustimmung. Das Bürgeramt kündigte an, die entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung zeitnah zu erlassen. Der von vielen lange ersehnte Überweg in der Austraße wird also bald Wirklichkeit.