Ausstellung in Unterkinach: Werke der Künstlerin Waltraud Oloff

Erst während der Vernissage eingetroffen und nicht im Ausstellungskatalog verzeichnet präsentiert der Neffe Waltraud Oloffs, Peter Pühler, das Selbstportrait der Künstlerin.
Sabine KrümmerDie Sonderausstellung zeigt bis zum 15. November mehr als 60 Bilder in den verschiedensten Malstilen und unterschiedlichen Größen. Eines aber eint alle Ausstellungsstücke, die sich überwiegend in Privatbesitz befinden, nämlich die Seelentiefe, die Liebe zur Heimat und deren Menschen.
Bürgermeister Felix W. Kuentz bekräftigte dies im Rahmen der Vernissage mit „weil wir mit ihren Bildern nicht nur Kunst betrachten, sondern auch ein Stück Heimatgeschichte wiederentdecken können“.
Dass die Ausstellung am 24. Oktober startete, hat einen guten Grund. Denn der Geburtstag der Künstlerin jährt sich an diesem Tage zum 100. Mal. Bereits kurz vor Ostern beschloss der Verein für Heimat- und Orchestriongeschichte unter der Federführung von Roland Dufner, Oloffs Bilder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Die anfänglichen Befürchtungen, nicht genügend Werke aus Privatbesitz zeigen zu können, zerschlugen sich schnell. „Nicht alle zur Verfügung gestellten Bilder können gezeigt werden“, so Dufner.
Bei der Auswahl der nun präsentierten Bilder half Sven Oloff mit, einer der Söhne der Künstlerin und Besitzer von vier nun präsentierten Bildern, darunter zwei schlichte Lithographien mit Katzen.
Musikalische Umrahmung
Neben Sven Oloff kamen zur Eröffnung sein Bruder Gunnar und deren Cousin Peter Pühler. „Mutter hätte diese Veranstaltung gefallen“, war sich Sven Oloff bei der Vernissage sicher. Zusammen mit Anne Schmidt-Heinrich gestaltete er die musikalische Umrahmung. Leise, zurückhaltend und gefühlvoll.
Seit 1951 lebte die Künstlerin in Unterkirnach und malte das malerische Dorf. Pühler erinnert sich gerne an die Zeiten im Schwarzwald, als Waltraud Oloff ihn und ihre Kinder mit in die Natur nahm, um zu malen. Als eine Kindheit mit viel Freiraum beschreibt dies Sven Oloff.
Zähringerstadt in lebendigen Farben
Bald kam die Liebe der Kunstmalerin zum nahen Villingen hinzu. Die dort entstandenen Werke zeigen die Zähringerstadt in lebendigen Farben, im Winter, während der Fastnacht und aus ungewöhnlichen Perspektiven.
Großformatig und mit Kohlestift festgehalten sind die Portraits von Schemenschnitzer Manfred Merz und Sattler Fritz Ludwig, wie er Rollen an den Riemen befestigt. Bei Kinderportraits mussten die Kinder „nie still sitzen“.
Als zurückhaltend beschrieb Sven Oloff seine Mutter. Ihre Kunst sei nie ein Abmalen gewesen, sondern ein intensives Hineinsehen, Hineinfühlen. Mit emotionaler Hingabe habe sie diese intensive Arbeit geleistet.
Waltraud Oloff habe sich deshalb Zeit zum Regenerieren nehmen müssen. Dies habe keinen Raum für Auseinandersetzungen in der Kunstwelt gelassen. Die Künstlerin blieb dem gegenständlichen Malen treu, während der Zeitgeist die abstrakte Kunst feierte.
Mit der Kunstlehrerin Monika Hils erinnerte sich eine weitere Zeitgenossin an Waltraud Oloff. Hils arbeitet auch bei Farben Demmler in Villingen. Dort habe Oloff ihre Farben gekauft für ihre Aquarelle und Ölbilder, die auf unterschiedlichen Untergründen entstanden.
Die Ausstellung ist bis zum 15. November während der Öffnungszeiten des Rathauses Unterkirnach sowie samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
