Aussichten im Schwarzwald-Baar-Kreis
: Wirtschaftliche Erholung bleibt aus

Die IHK fordert mehr Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Politik. Der Grund: Die Hoffnung des Jahresbeginns auf eine konjunkturelle Erholung hat sich auch in der Region nicht erfüllt.
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(red/sb)
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Maschinenbauer: ARCHIV - 22.01.2020, Sachsen-Anhalt, Halle: Ein Mitarbeiter eines Maschinenbauers schneidet mit einem Trennschleifer korrodierte Metallteile aus dem Träger in einem Wagenkasten. (zu dpa: «Maschinenbau im Osten: Aufträge brechen um 15 Prozent ein») Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der zündende Funke fehlt bei der Konjunktur. Die Wirtschaft verharrt auf dem Status quo. 23 Prozent der Unternehmen, welche sich an der IHK-Umfrage in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg beteiligten, erwarten sogar eine Verschlechterung.

Jan Woitas/dpa
  • IHK-Umfrage im Frühsommer 2026: Konjunktur im Schwarzwald-Baar-Heuberg stagniert.
  • 21 % melden gute Lage, 58 % befriedigend, 21 % negativ – Vertrauen bleibt schwach.
  • Ausblick trübt sich: 13 % erwarten Besserung, 23 % Verschlechterung, Mehrheit seitwärts.
  • Hauptrisiken sind schwache Inlandsnachfrage und hohe Arbeitskosten, dazu geopolitische Spannungen.
  • Investitionen und Jobs schrumpfen: Nur 18 % planen mehr, 29 % bauen Stellen ab – IHK fordert Dialog.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwarzwald-Baar-Heuberg zum Frühsommer 2026 zeigt: Internationale Krisen verschärfen die wirtschaftliche Lage spürbar.

Die globalen Auswirkungen geopolitischer Spannungen treffen auf eine ohnehin angespannte Situation am Standort und verstärken die Belastungen für die Unternehmen zusätzlich. Aktuell bewerten 21 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, während 58 Prozent von einer befriedigenden Situation berichten. Der Anteil negativer Einschätzungen ist zwar auf 21 Prozent zurückgegangen, bleibt aber weiterhin hoch.

„Wir erleben aktuell eine doppelte Belastung“, erklärt IHK‑Präsidentin Birgit Hakenjos. „Zu den strukturellen Herausforderungen am Standort kommen zunehmende außenwirtschaftliche Risiken hinzu.“ Viele Betriebe sind nach mehreren Jahren schwacher wirtschaftlicher Entwicklung am Limit. Steigende Kosten, anhaltende Unsicherheiten und fehlende Planbarkeit begrenzen die Handlungsspielräume zunehmend. Gleichzeitig fehlen oft die finanziellen Puffer, um neue Belastungen abzufedern.

„Gerade in herausfordernden Zeiten zeigt sich aber auch die Stärke unserer Unternehmen. Unser Mittelstand hat immer wieder bewiesen, dass er mit Unternehmergeist und Innovationskraft auch schwierige Phasen meistern kann“, so Hakenjos.

Deutlich kritischer als die aktuelle Lage fällt der Blick in die Zukunft aus. Die Erwartungen der Unternehmen bleiben verhalten und zeigen vor allem eines: fehlendes Vertrauen in eine nachhaltige Erholung. Nur noch 13 Prozent rechnen mit besseren Geschäften in den kommenden Monaten. Gleichzeitig erwarten 23 Prozent eine Verschlechterung, während eine klare Mehrheit von 64 Prozent von einer Seitwärtsbewegung ausgeht.

Unsicherheit verhindert wirtschaftliche Zukunftsperspektive

„Viele Unternehmen haben sich in den vergangenen Jahren an ein Krisenumfeld angepasst. Doch die anhaltende Unsicherheit verhindert, dass daraus wieder echte Zukunftsperspektiven entstehen“, erklärt Birgit Hakenjos. Die Ursachen für die konjunkturelle Entwicklung sind vielschichtig und zunehmend strukturell geprägt. Die schwache Inlandsnachfrage bleibt mit 62 Prozent das am häufigsten genannte Geschäftsrisiko. Gleichzeitig belasten hohe Arbeitskosten sowie geopolitische Spannungen einen Großteil der Unternehmen.

Im Ergebnis schlägt sich dieser Druck zunehmend in der Ertragslage nieder: Lediglich 17 Prozent der Betriebe berichten von guten Ergebnissen, während mehr als ein Drittel (36 Prozent) eine schlechte Ertragssituation verzeichnet. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass die Unternehmen weiterhin zurückhaltend investieren. Nur 18 Prozent planen steigende Investitionen im Inland, während ein Drittel seine Investitionsbudgets reduzieren will.

29 Prozent der Unternehmen bauen Stellen ab

Gleichzeitig steigt der Anteil der Unternehmen, die ganz auf Investitionen verzichten. 76 Prozent der Unternehmen nennen den Ersatzbedarf als Hauptgrund. Erweiterungsinvestitionen oder der Aufbau neuer Kapazitäten spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.

Die wirtschaftliche Schwäche zeigt sich zunehmend auch am Arbeitsmarkt.  Nur sieben Prozent der Unternehmen wollen Personal aufbauen, während 29 Prozent Stellen abbauen. Die große Mehrheit verharrt im Status quo. Auch aus dem Auslandsgeschäft kommen derzeit keine tragenden Impulse. Zwar erwarten 58 Prozent stabile Exporte, doch Wachstumsperspektiven bleiben die Ausnahme. Im Gegenteil: Zunehmende Handelshemmnisse, zusätzliche regulatorische Anforderungen und geopolitische Spannungen verschärfen die Rahmenbedingungen spürbar.

Strukturelle Belastungen müssen reduziert werden

Zentral sei jetzt, strukturelle Belastungen zu reduzieren und die Rahmenbedingungen für unternehmerisches Handeln spürbar zu verbessern. IHK‑Präsidentin Birgit Hakenjos betont: „Es steht viel auf dem Spiel. Unsere Region ist eine der stärksten industriellen Produktionsstandorte in Deutschland.“ Gerade deshalb komme es jetzt auf ein gutes Zusammenspiel der Entscheidungsträger an.

Es benötige jetzt vor allem eines: den Dialog zwischen Wirtschaft und Politik. Nur so kann ein wirtschaftlicher Aufbruch und eine gute Standortpolitik gewährleistet werden. Dabei gehe es nicht um kurzfristige Maßnahmen, sondern um eine langfristige Perspektive: „Es geht um ein gemeinsames Verständnis dafür, wie wir Investitionen, Innovation und Produktion hier vor Ort halten. Die entsprechenden Forderungskataloge sind bekannt.“

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