Anlagen bei Weigheim
: So funktioniert die Wasserversorgung

Die Stadtwerke Trossingen feierten 75 Jahre Zweckverband Baarwasserversorgung und den Abschluss von zweieinhalb Jahren Sanierung der Wasserversorgungsanlagen in Weigheim.
Von
Rainer Bombardi
Oberndorf
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Die Besucher zeigen reges Interesse an den Führungen durch die Wasserversorgungsanlagen.

Rainer Bombardi

Es gab einen Wintermarkt mit Tag der offenen Türen der Hochbehälter und Silos.

Trotz garstiger und winterlicher Witterung interessierten sich mehr als 400 Menschen für das einzigartige Ereignis, welches einen Einblick in ein ansonsten für die Öffentlichkeit nicht zugänglichen Teil der kritischen Infrastruktur gab.

Den parallel auf dem Gelände vor den Wasserversorgungsanlagen stattfindenden Wintermarkt motivierte die Gäste zu gemeinsamen Gesprächen und zum Verweilen. Dort nutzten Gäste die Möglichkeit, sich auf unterschiedlichste Weise von innen und außen aufzuwärmen und die Zeit bis zum Beginn der Führungen mit dem Genuss kulinarischer Angebote zu verbringen.

Großes Interesse

Vor allem im Anbetracht der Witterung waren die Organisatoren um Geschäftsführer Karsten Kühn erfreut über das Interesse der Gäste, die mit ihrer Präsenz ausdrückten, sich bewusst zu sein, welche Bedeutung eine sichere und moderne Wasserversorgung für die Versorgung mit dem lebensnotwendigen Trinkwasser besitzt.

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Im Herzstück der Baarwasserversorgung mit ihren zweimal 650 Kubikmeter Wasser fassenden Silos und den im benachbarten Gebäude untergebrachten Hochbehältern mit je 500 Kubikmetern Fassungsvermögen herrschte während wenigen Stunden ein Betrieb wie er dort wohl nur alle Jahrzehnte anzutreffen ist.

Alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen, wie die unmittelbare Zugänglichkeit zu Hochbehälter oder Silo, waren von den Angestellten der Stadtwerke Trossingen bereits im Vorfeld getroffen, ohne den Gästen die Zusammenhänge und das Verständnis für die Funktionen einer Wasserversorgung zu verwehren. Für die Führungen standen mit Fachbereichsleiter Gas und Wasser Hans-Peter Schmidt sowie dem technischen Angestellten Thomas Messner zwei Mitarbeiter bereit, welche in den Führungen den Besuchern die Baarwasserversorgung nahebrachten.

Das Einzugsgebiet

Letztere hat ein Einzugsgebiet, das sich von Seitingen-Oberflacht, Gunningen, Durchhausen bis nach Weigheim, Tuningen und Talheim erstreckt. Die Stadt Trossingen und der Ortsteil Schura sind mit insgesamt rund 2500 Kubikmetern Wasser täglich der größte Abnehmer.

Insgesamt verbrauchen alle Zweckverbandsgemeinden rund 112 200 Kubikmeter aufbereitetes Trinkwasser pro Monat beziehungsweise 3590 Kubikmeter pro Tag. Der Wasserbedarf setzt sich zu rund 75 Prozent aus Bodenseewasser und zu rund 25 Prozent Wasser der Keckquellen im Neckartal bei Deißlingen zusammen, welch die benachbarten Stadtwerke VS unterhalten und warten.

Wassermeister Hans-Peter Schmidt erläutert anhand einer Fotografie, wie die Vermischung von Bodensee- und Quellwasser funktioniert.

Foto: Rainer Bombardi

Da das gesamte Trinkwasser in den Silos in Weigheim gemischt wird, erhalten alle Anschlussgemeinden dieselbe Wasserqualität. Diese könnte sich in den kommenden Jahren weiter verbessern, da die Stadtwerke VS planen, das gegenüber dem Bodenseewasser dreimal so harte Wasser der Keckquellen mit einer weiteren Aufbereitungsanlage zu enthärten.

Die Wasserhärte

„Wir geben das Trinkwasser mit einer Wasserhärte von rund 13 Grad deutscher Härte ins Netz, “ erläuterte Hans-Peter Schmidt, dass die Keckquellen den limitierenden Faktor darstellen. Ihr Anteil bestimmt den Härtegrad, der in jedem Fall bei rund 13 Grad beibehalten werden soll.

Die Baarwasserversorgung unterhält ein rund 30 Kilometer langes Leitungsnetz mit Leitungsdimensionen zwischen 150 und 300 Millimetern. Im Schnitt sind sie 41 Jahre alt. Hinzu kommen 50 Schächte. Davon sind 14 Übergangsschächte, an denen der Wasserverbrauch monatlich abgelesen wird.

Einmal jährlich erfolgt eine Reinigung der Hochbehälter, deren Überprüfung auf Schäden in diesem Kontext erfolgt. Neben Weigheim stehen weitere Hochbehälter in Trossingen, Durchhausen und Talheim.