Ärger in Villinger Wohngebiet
: Anwohner wehren sich gegen Transporterflut im Haslach

Unzählige Lieferwagen stehen regelmäßig auf einem Parkplatz im Villinger Wohngebiet Haslach. Die Anwohner fühlen sich durch Parkplatzmangel, Lärm und eine verschärfte Verkehrssituation belastet und haben eine Unterschriftenaktion gestartet.
Von
Martina Zieglwalner
VS-Villingen
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Die Anwohner im Villinger Wohngebiet Haslach sind gernevt von den Transportern.

Die Anwohner im Villinger Wohngebiet Haslach sind gernevt von den Transportern.

Martina Zieglwalner
  • Anwohner im Haslach klagen über viele Lieferwagen auf einem freien Parkplatz.
  • Sie bemängeln Parkplatzmangel, Lärm ab frühmorgens und gefährlichere Sicht an Kreuzungen.
  • Auslöser laut Nachbarn: ein Haus wurde in viele Zimmer umgebaut, dort wohnen Berufskraftfahrer.
  • Eine Unterschriftenliste läuft und soll der Stadt übergeben werden – breite Zustimmung.
  • Die Stadt kennt den Konflikt, verweist auf StVO und ahndet Verstöße; punktuell gibt es Verbote.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Stimmung ist geladen: Ein Transporter reiht sich an den anderen auf dem frei zugänglichen Parkplatz an der Görlitzer und der Stettiner Straße im Villinger Wohngebiet Haslach. Seit Monaten finden Anwohner, die bisher ihre Autos auf dem Gelände abstellten, kaum mehr eine freie Lücke. Und sie belastet der Geräuschpegel, wenn die Fahrer frühmorgens gegen 5 Uhr gleichzeitig zu ihren täglichen Runden mit den Lieferwagen starten, laute Stimmen, Motorengeräusche und das Pieps-Signal im Rückwärtsgang über den Platz schallen.

Ihren Namen möchten sie nicht preisgeben, da sie nicht wissen, wie die Männer reagieren, die seit einiger Zeit in der Nachbarschaft wohnen und sich bei  Kritik schon aggressiv gezeigt hätten. Angefangen habe alles mit dem Verkauf eines Wohnhauses gegenüber dem Parkplatz. Die Wohnungen habe die neue Besitzerin in zahlreiche kleine Zimmer umgebaut, in denen laut der Anwohner nun hauptsächlich Männer wohnen, die als Berufskraftfahrer arbeiten.

Immer wieder seien es andere, haben sie beobachtet. Aber alle seien tagsüber mit Lieferwagen unterwegs, die dann über Nacht und an den Wochenenden auf dem Parkplatz im Wohngebiet stehen, zusätzlich zu manchen Privatautos der Fahrer. „Anwohner haben keine Chance, einen Platz zu ergattern“, stellt eine der Nachbarinnen fest. Von mehr als 20 Transportern sprechen sie. Gerade an Wochenenden spitze sich die Situation zu. Oft seien auch die Kreuzung und angrenzende Straßen zugeparkt.

Anwohner fordern Unterstützung ein

Die Situation hat sich so zugespitzt, dass eine Unterschriftenaktion gestartet ist. Sie habe offene Türen eingerannt, erzählt die Initiatorin. Egal, bei wem sie in den Straßen ringsum klingele, jeder klage sein Leid und unterschreibe sofort. Die Liste wollen sie der Stadt überreichen, um nochmals eindringlich auf das Problem aufmerksam zu machen und Unterstützung einzufordern.

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Auch entlang der Straßen parken die Fahrer die Transporter und sorgen für Unmut bei den Anwohnern.

Auch entlang der Straßen parken die Fahrer die Transporter und sorgen für Unmut bei den Anwohnern.

Martina Zieglwalner

Der Konflikt sei bei der Stadt bekannt, erklärt Pressesprecherin Madlen Falke. Beschwerden seien bei der Verwaltung eingegangen und es sei schon Thema in der Sprechstunde von Oberbürgermeister Jürgen Roth  gewesen. „Wir können verstehen,  dass sich die Bürger ärgern“, versichert Madlen Falke. Allerdings sieht sie keine Möglichkeit, gegen die Lieferwagen vorzugehen.

Das Parken von Fahrzeugen bis 7,5 Tonnen in Wohngebieten sei in der Straßenverkehrsordnung erlaubt, wenn diese keine Einfahrten, Rettungswege oder Kreuzungen zuparken oder es nicht mit Schildern anders geregelt ist. So habe die Stadt bereits den Parkplatz vor dem Petrus-Kindergarten nur noch auf Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen beschränkt, um den sicheren Zugang zum Petrus-Kindergarten zu gewährleisten.

Weitere Verbote hält die Pressesprecherin für wenig sinnvoll, verlagere sich der Parkdruck doch dann vermutlich einfach auf angrenzende Straßen oder in andere Viertel. Und die Stadt könne nicht pauschal das Abstellen von Transportern oder Wohnmobilen in allen Wohngebieten  in VS  unterbinden.

Allerdings fordert sie die Anwohner auf, sich beim Bürgeramt zu melden, wenn beispielsweise Kreuzungen oder Rettungswege zugeparkt sind. Dann könne der Kommunale Ordnungsdienst solche Verstöße ahnden. Das sei auch bereits geschehen und habe offensichtlich Wirkung gezeigt.

Am Petrus-Kindergarten hat die Stadt bereits mit einem Parkverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf die Situation reagiert.

Am Petrus-Kindergarten hat die Stadt bereits mit einem Parkverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen auf die Situation reagiert.

Martina Zieglwalner

„Es ist aber nicht nur das Parkplatzproblem“, unterstreicht eine Anwohnerin. Sie sorge sich gerade auch um die Kinder. Viele seien zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs, zumal der Kindergarten und die Haslach-Schule in der Nähe seien. Durch die Lieferwagen sei die Einsicht in die Kreuzung erschwert, das betreffe ebenso die Autofahrer.

Zudem mache allen Nachbarn der Lärm zu schaffen. Bis in die Nacht gehe es in dem Haus mit den vielen Ein-Zimmer-Wohnungen hoch her, da steige fast jeden Abend eine Party.

„So kann es jedenfalls nicht weitergehen“

Die Anwohner sind entnervt, die Aufregung in dem bis vor wenigen Monaten ruhigen Wohngebiet ist groß. Jetzt hoffen sie, dass sich durch die Unterschriftenliste und ihr gemeinsames Vorgehen etwas ändert. „So kann es jedenfalls nicht weitergehen“, macht eine Nachbarin ihrem Unmut Luft.