Abschluss statt Abbruch
: Dauchinger erlebt Erfolgsgeschichte in der Ausbildung

Nach Startschwierigkeiten hat Sandro Listorti aus Dauchingen seine Ausbildung zum Elektroniker  gemeistert. Die Handwerkskammer unterstützte ihn auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss.
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red/pm
Schwarzwald-Baar-Kreis
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Alexandra Hagen-Ettl, Ausbildungsbegleiterin bei der Handwerkskammer Konstanz, (links) hat gemeinsam mit Dieter Wosl, Betriebsinhaber Bernd Stähle Elektroanlagen, (rechts) Sandro Listorti durch die Ausbildung geholfen. Der 21-Jährige hat dank der Unterstützung Gesellenbrief und Festanstellung in der Tasche.

Alexandra Hagen-Ettl, Ausbildungsbegleiterin bei der Handwerkskammer Konstanz, (links) hat gemeinsam mit Dieter Wosl, Betriebsinhaber Bernd Stähle Elektroanlagen, (rechts) Sandro Listorti durch die Ausbildung geholfen. Der 21-Jährige hat dank der Unterstützung Gesellenbrief und Festanstellung in der Tasche.

Handwerkskammer/Julia Kipping
  • Ein Dauchinger Azubi schaffte nach Startproblemen den Abschluss zum Elektroniker.
  • Gespräche mit Betriebsinhaber Dieter Wosl weckten Motivation und verhinderten den Abbruch.
  • Die Handwerkskammer Konstanz begleitete eng, die Wiederholung des zweiten Lehrjahrs half.
  • Nach Nachhilfe und neuem Lernpartner bestand Sandro Listorti und erhielt eine Festanstellung.
  • Ziel des Förderprogramms: Abschluss sichern, damit Jugendliche beruflich nicht abgehängt werden.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gespräche mit seinem Chef waren für Sandro Listorti der Wendepunkt in seinem Leben. Die Ausbildung des 21-Jährigen im Dauchinger Elektrobetrieb Bernd Stähle Elektroanlagen drohte zu scheitern. Der Gesellenbrief im Elektronik-Handwerk schien in weiter Ferne. Doch die klaren Ansagen von Betriebsinhaber Dieter Wosl machten dem jungen Mann bewusst, was auf dem Spiel steht.

Den Ehrgeiz geweckt, schaffte er seinen Abschluss und bekam in seinem Ausbildungsbetrieb in Dauchingen eine Festanstellung. Der Weg dorthin war für den heutigen Gesellen steinig. Nachdem er das zweite Lehrjahr nicht bestanden hatte, war viel Unterstützung notwendig, um die Ausbildung zu einem guten Ende zu bringen. Dafür haben Eltern und Ausbildungsbetrieb eng mit der Handwerkskammer Konstanz zusammengearbeitet.

Doch alle Hilfe nützt nichts, wenn die eigene Motivation fehlt. Diese hat Dieter Wosl bei Listorti geweckt: „In unserem Gespräch habe ich ihm die Augen geöffnet. Wir wollten Sandro gerne als Auszubildenden halten. Allerdings musste er dafür mehr Einsatz bringen. Es ist leider nicht selbstverständlich, dass es in der Ausbildung eine zweite Chance gibt.“ Die deutlichen Worte halfen Sandro Listorti, sein Leben zu ändern, das auch durch die Corona-Zeit geprägt ist.

Schulprobleme durch Corona

„Wegen Corona hatten wir viel digitalen Unterricht“, erzählt Listorti, der zu der Zeit in der Schule nicht mehr mitkam. Im Ausbildungsbetrieb fühlte er sich eigentlich wohl und merkte, dass Menschen da sind, denen er wichtig ist und denen es nicht egal ist, was er aus seinem Leben macht. „Ich wollte die Chance nicht einfach wegwerfen.“ Denn, dass er Potenzial hat, die Ausbildung zu bestehen, haben auch andere gesehen.

Alexandra Hagen-Ettl, Ausbildungsbegleiterin bei der Handwerkskammer Konstanz, war in engem Kontakt mit den Eltern und dem Ausbilder. Wenn es in der Ausbildung mal schwieriger wird, zeigt sie Wege auf, wie es weitergehen kann. „Es stand nie im Raum, dass der Betrieb die Ausbildung beendet“, sagt sie. Deswegen war die Wiederholung des Ausbildungsjahres genau richtig. „Wenn die Regelausbildungszeit nicht ausreicht für die persönliche Entwicklung, ist es wichtig, dass die Jugendlichen nicht abbrechen, sondern dass alle zusammen schauen, wie es weitergeht.“

Durchgezogen: Sandro Listorti hat seinen Gesellenbrief in der Tasche und freut sich über neue Aufgaben.

Durchgezogen: Sandro Listorti hat seinen Gesellenbrief in der Tasche und freut sich über neue Aufgaben.

Handwerkskammer/Julia Kipping

Die Zusammenarbeit hat auch Dieter Wosl als positiv erlebt: „Die Handwerkskammer unterstützt Jugendliche darin, ihren Weg zu bestreiten. Mit Frau Hagen-Ettl hatten wir immer eine kompetente Ansprechpartnerin. Durch die Ausbildungsbegleitung bekommen Jugendliche eine Chance und können sich positiv weiterentwickeln.“ Also wiederholte Sandro Listorti das zweite Lehrjahr, ging nach der Arbeit im Betrieb zum Nachhilfeunterricht, lernte und startete im Betrieb mit einem anderen Auszubildenden an der Seite neu durch.

Mit dem Verständnis kommt der Spaß

„Das war das Beste, dass ich einen Partner hatte, mit dem ich mich fachlich austauschen konnte“, blickt Listorti zurück. „Ich habe gemerkt, dass ich in der Schule besser geworden bin und war motiviert.“ Das Lernen führte zu mehr Verständnis, damit sei auch der Spaß gekommen, erzählt er.

Ein eingespieltes Team: Sandro Listorti (links) hat von seinem Chef Dieter Wosl, Betriebsinhaber Bernd Stähle Elektroanlagen, eine zweite Chance bekommen. Die hat er genutzt und startet frisch motiviert als Geselle durch.

Ein eingespieltes Team: Sandro Listorti (links) hat von seinem Chef Dieter Wosl, Betriebsinhaber Bernd Stähle Elektroanlagen, eine zweite Chance bekommen. Die hat er genutzt und startet frisch motiviert als Geselle durch.

Handwerkskammer/Julia Kipping

Nach fünf Lehrjahren hat Sandro Listorti seinen Gesellenbrief in der Tasche. „Wenn ich heute zur Arbeit komme, denk ich oft, dass der Tag nicht lang genug ist.“ Mit 15 Mitarbeitern ist es für Dieter Wosl nicht immer leicht gewesen, die Ausbildung im laufenden Betrieb zu koordinieren. „Die Jugendlichen wachsen nur, wenn sie den richtigen Input bekommen. Dafür müssen sie aber auch mal länger auf der Baustelle sein.“ Deswegen sei es wichtig zu sehen, dass sie die Ausbildung nicht für die Eltern machten, sondern nur für sich. Er glaubt, dass Auszubildende oft zu wenig Rückmeldung vom Chef bekommen und deswegen aufgeben.

Sandro Listorti kann jetzt im Betrieb andere Aufgaben erledigen, selbst Verantwortung übernehmen: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass der Chef mir das zutraut.“ Geholfen hat ihm sicher auch, dass er sich für keine Aufgabe zu schade ist. „Das gehört dazu. Ich bin froh, dass ich mich den ganzen Tag bewegen kann.“

Gezielte Unterstützung

Ausbildungsbegleiter unterstützen Jugendliche, wenn es zu Problemen in der Ausbildung kommt. Ziel ist es, dass der Auszubildende, trotz aller Herausforderungen, seinen Abschluss macht, damit er beruflich und sozial nicht abgehängt wird. Bei einer vorzeitigen Vertragsauflösung bleiben 50 Prozent der Jugendlichen ohne Abschluss. Das Programm „Erfolgreich ausgebildet – Ausbildungsqualität sichern“ wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus Baden-Württemberg gefördert.Mehr Informationen gibt es unter www.hwk-konstanz.de/ausbildungsbegleitung/.

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