Arbeitsmarkt in der Region
: Gefragte Berufe - Wo Fachkräfte dringend gesucht werden

Fehlendes Personal beschäftigt viele Unternehmen in der Region. Welche Berufe gefragt sind und wo Engpässe bestehen, zeigt ein Blick auf die Arbeitsmarktdaten der Region.
Von
Emelie Baisch
Oberndorf
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Besonders in Industrie, Handwerk und Gesundheitswesen haben Unternehmen Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen. (Symbolfoto)

pixabay/ www-erzetich-com

In vielen Berufen suchen Unternehmen der Region händeringend nach qualifizierten Mitarbeitern. Gleichzeitig bieten sich für Fachkräfte und Auszubildende ausgezeichnete Perspektiven.

Aktuelle Arbeitsmarktdaten der Agenturen für Arbeit Balingen-Reutlingen und Rottweil–Villingen-Schwenningen zeigen, in welchen Branchen die Nachfrage besonders hoch ist und warum der Fachkräftemangel zu einer der größten Herausforderungen der kommenden Jahre wird.

Fachkräftemangel wird zur Herausforderung

Die Region zwischen Alb, Schwarzwald und Baar gehört zu den wirtschaftsstärksten Baden-Württembergs. Geprägt von Industrieunternehmen, Handwerksbetrieben, einer starken Gesundheitsbranche und zahlreichen Familienunternehmen bietet sie eine breite Palette an Beschäftigungsmöglichkeiten.

Gleichzeitig fällt es vielen Arbeitgebern zunehmend schwer, offene Stellen zu besetzen. Die Arbeitsagenturen verweisen dabei auf die sogenannten Vakanzzeiten – also die Dauer, bis eine gemeldete Stelle besetzt werden kann. Vor allem in technischen, handwerklichen und sozialen Berufen liegen diese deutlich über dem Durchschnitt und weisen auf anhaltende Engpässe hin.

Besonders gefragt sind Industriemechaniker, Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker, Elektroniker sowie Maschinen- und Anlagenführer. Auch Elektroniker für Betriebstechnik, Kunststoff- und Kautschuktechnologen sowie Fachkräfte in Produktion und Qualitätssicherung werden regelmäßig gesucht.

Handwerk sucht dringend Nachwuchs

Neben der Industrie kämpft das Handwerk mit Nachwuchsproblemen. Gesucht werden unter anderem Elektriker, Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Schreiner, Maurer, Dachdecker sowie Fachkräfte im Tiefbau. Gleichzeitig entscheiden sich immer weniger Jugendliche für eine handwerkliche Ausbildung.

Neben technischen und sozialen Berufen suchen Unternehmen weiterhin kaufmännische Fachkräfte. Industriekaufleute, Kaufleute für Büromanagement, Vertriebsmitarbeiter, Fachkräfte in der Logistik sowie Mitarbeiter im Rechnungswesen und in der Buchhaltung werden regelmäßig gesucht. Auch Berufe im Verkauf gehören zu den am stärksten nachgefragten Tätigkeitsfeldern. Allein in den Landkreisen Rottweil und Schwarzwald-Baar gehören Verkaufsberufe zu den Berufsgruppen mit den am meisten gemeldeten Stellenangeboten. Ebenfalls stark nachgefragt werden Fachkräfte in der Lagerwirtschaft, im Güterumschlag sowie in der Zustellung.

Im Schwarzwald-Baar-Kreis spielt zudem das Hotel- und Gaststättengewerbe eine wichtige Rolle. Hotels, Restaurants, Cafés und Wellnessbetriebe suchen regelmäßig nach Personal. Das Gastgewerbe leidet seit Jahren unter Fachkräftemangel.

In vielen Bereichen stehen mehr Ausbildungsplätze zur Verfügung, als geeignete Bewerber vorhanden sind. Für Jugendliche ergeben sich dadurch ausgezeichnete Chancen auf einen direkten Berufseinstieg und langfristig sichere Beschäftigungsperspektiven.

Diese Berufe weisen die größten Engpässe auf

Die bundesweite Engpassanalyse der Bundesagentur für Arbeit zeigt, in welchen Berufsgruppen die Situation besonders angespannt ist. Für Baden-Württemberg zählen Pflegeberufe, Arzt- und Praxishilfen, Berufe der Energietechnik, Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sowie der Lebensmittelverkauf zu den Bereichen mit den größten Fachkräfteengpässe.

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und einer insgesamt verhaltenen Konjunktur bleibt der Arbeitsmarkt in der Region stabil. Die Zahl der gemeldeten offenen Stellen zeigt, dass Unternehmen weiterhin Personal suchen und langfristig planen.

Die Agentur für Arbeit Rottweil–Villingen-Schwenningen weist zwar darauf hin, dass aus dem jüngsten Anstieg neu gemeldeter Stellen noch kein nachhaltiger Aufschwung abgeleitet werden könne, da das Stellenangebot seit 2022 insgesamt rückläufig sei. Dennoch bleibt die Nachfrage nach qualifizierten Beschäftigten hoch. Besonders deutlich wird dabei der Unterschied zwischen Fachkräften mit abgeschlossener Berufsausbildung und Menschen ohne Berufsabschluss. Während qualifizierte Fachkräfte in vielen Branchen dringend benötigt werden, sind Personen ohne Ausbildung deutlich häufiger von Arbeitslosigkeit betroffen.

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