40 Jahre Partnerschaft mit Peru: Gäste aus den Anden kommen zu Festwochenende in Villingen

Über Projekte in Ocongate informierte der Perukreis der Münstergemeinde in einem Gottesdienst mit Pfarrer Richard Mwebe.
PerukreisSie unterstützen ein Waisenhaus und ein Internat in den Anden, haben einen Speisesaal für Schulkinder aus den Bergdörfern aufgebaut und finanzieren den Mittagstisch: die Mitglieder des Perukreises der katholischen Münsterpfarrei. 1986 hatten einige engagierte Christen aus Villingen erste Kontakte mit der Gemeinde San Pablo in Ocongate geknüpft – und in den jetzt 40 Jahren der Partnerschaft eine Vielzahl an Projekten auf- und mit ausgebaut.
Jetzt feiern die Mitglieder das Jubiläum und freuen sich, dass auch Gäste aus Peru nach Villingen kommen, um alte Freundschaften zu vertiefen und neue Kontakte zu knüpfen, steht doch eine Vielzahl an Begegnungen im Mittelpunkt des Besuchs.
Zu Gast sind Padre Fabian, der die Gemeinde San Pablo als Nachfolger von Padre Antonio leitet, der ebenfalls im Regenwald als Seelsorger tätige Padre Aníbal, der Jesuit Joserra Solchaga Bobadilla, der das Waisenhaus gegründet hat, und die Sozialarbeiterin Karem Farfán Torres, die in der vom Perukreis geförderten Beratungsstelle tätig ist und Frauen und Familien in schwierigen Lebenslagen begleitet. Dass es gelungen ist, ein solches Netzwerk zu schaffen, gerade die Bildung zu verbessern und auch Hilfe zur Selbsthilfe für die Kleinbauern zu leisten, freut Gabriele Erdel, die einst die Partnerschaft mit initiiert hatte, und Stefan Storz, der sich seit 1987 in der Gruppe engagiert. Sie können es beide kaum glauben, dass diese Freundschaft über eine Entfernung von mehr als 5000 Kilometer nun schon seit 40 Jahren besteht. Viele Gruppen hätten sich längst aufgelöst. Zu Hochzeiten solcher Verbindungen habe es in der Erzdiözese Freiburg an die 160 Partnergemeinden in Peru gegeben, aktiv seien jetzt noch rund 80 Gruppen, verdeutlicht Storz.
Freundschaft über eine Entfernung von mehr als 5000 Kilometer
Die beiden sind nicht nur dankbar, dass sie 40 Jahre durchgehalten haben und auf die Unterstützung von vielen Menschen aus Villingen bauen können, sondern auch für das, was sie von ihren Freunden in Peru gelernt haben vor allem auch über die Verantwortung als Christen. „Unser Handeln hier hat nun mal Auswirkungen auch für die Menschen hoch in den Bergen Perus, die wir mit unseren Projekten nur geringfügig ausgleichen können“, verweist Storz auf die Bedeutung der Partnerschaft als Lern-, Solidar- und Gebetsgemeinschaft.
St.-Ursula-Schulen bringen sich von Beginn an ein
Froh sind die beiden zudem, dass es in Villingen gelungen ist, immer wieder junge Leute zu gewinnen, die beim Jubiläumswochenende ebenso anpacken. Das sei nicht zuletzt den St.-Ursula-Schulen zu verdanken, die sich seit Beginn an einbringen und über die Einnahmen aus dem Eine-Welt-Laden an der Finanzierung der Projekte beteiligen.

Um die Flüge der Gäste aus Peru zu finanzieren, gibt es die Möglichkeit, Fluganteilsscheine zu erwerben.
Foto: Stefan StorzSchüler seien auch nach Peru gereist oder hätten einen Freiwilligendienst in dem südamerikanischen Land geleistet. Bis heute lebe die Beziehung zwischen Villingen und Ocongate von persönlichen Besuchen und dem Austausch untereinander, betont Gabriele Erdel. Einiges sei inzwischen einfacher als in den Anfangsjahren. Sie kann sich gut an die Zeiten erinnern, als der gegenseitige Briefwechsel noch Wochen einnahm. Da sei der Kontakt per E-Mail oder Videokonferenz doch viel direkter. Jetzt freuen sich die beiden zusammen mit allen Mitstreitern auf die persönlichen Gespräche mit den Gästen.
Besuche und Gespräche über Zusammenarbeit
Nach der Ankunft am Mittwoch, 10. Juni, erwartet sie ein umfangreiches Programm in Villingen. Sie besuchen beispielsweise den Kleider-, den Unverpackt- und den Eine-Welt-Laden, um Anregungen für ähnliche Pläne in Peru zu bekommen, bei der Caritas stehen die Arbeit der Beratungsstelle in Ocongate und Möglichkeiten für künftige Kooperationen im Mittelpunkt. Zudem ist ein Tag in den St.-Ursula-Schulen geplant, um über das Waisenhaus zu berichten und gemeinsam zu kochen.
Auch alle Interessierten haben Gelegenheit, die Gäste bei einer Reihe an Veranstaltungen von Samstag, 13. Juni, bis Montag, 15. Juni, kennenzulernen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen, ob bei Gottesdiensten, dem Jubiläumsabend oder dem Spechtlochfest.
Das Jubiläumswochenende
Die Veranstaltungen
Einen besonderen Gottesdienst samt spanischen Liedern, bei dem auch die Geistlichen aus Peru mitwirken, gibt es am Samstag, 13. Juni, ab 18.30 Uhr im Münster. Gegen 19.30 Uhr geht es mit einem Sektempfang in der Aula der St.-Ursula-Schulen weiter. Im Anschluss erzählen die Gäste 19:30 Uhr in der Aula der St.-Ursula-Schulen von ihrer Arbeit und von den aktuellen Lebensbedingungen und der Kultur in Ocongate. Die peruanischen Besucher kommen am Sonntag, 14. Juni, zum Fest rund um die Spechtlochhütte im Stockwald bei Unterkirnach. Es beginnt um 10.30 Uhr mit einem Feldgottesdienst. Im Anschluss locken Mittagessen, Kaffee und Kuchen. Die Gäste beteiligen sich zudem am ökumenischen Friedensgebet des Arbeitskreises Christlicher Kirchen (ACK) am Montag, 15. Juni, ab 18 Uhr in der evangelischen Johanneskirche.
Sponsoring
Um die Flüge der Besucher aus Ocongate bezahlen zu können, hofft der Perukreis noch auf Unterstützer. Denn die Organisatoren legen Wert darauf, keine Spenden für Projekte in Peru für diesen Zweck zu verwenden. So haben sie eine Aktion ins Leben gerufen, bei der Fluganteilsscheine für 10, 20, 50 oder 100 Euro erhältlich sind. Unter allen Sponsoren verlost der Perukreis beim Jubiläumsabend Gewinne wie eine Alpaka-Wanderung oder selbst gestaltete Taschen. Spenden sind auch möglich auf das Konto der römisch-katholischen Kirchengemeinde im Quellenland, IBAN DE62 6649 0000 0038 5024 25 mit dem Hinweis „Fluganteil“ und der Angabe des Namens, der Straße und der Hausnummer.