Zahlreiche Gottesdienste: So feiert das obere Bregtal Weihnachten

In der evangelischen Melanchthonkirche in Furtwangen wird die Weihnachtsgeschichte als Krippenspiel aufgeführt.
Stefan HeimpelIn der voll besetzten alt-katholischen Kirche Christi Auferstehung in Furtwangen kam das Licht wie in jedem Jahr von den vielen Kerzen der Kirchenbesucher. Nach dem Weihnachtsevangelium wurden Christbaum und Krippe erleuchtet – das einzige elektrische Licht in diesem Gottesdienst.
In den Predigtgedanken wies Dekan Joachim Sohn auf viele Menschen hin, die auch heute auf Wohnungssuche sind und sich über Hilfe freuen. Dass der Weg nach Bethlehem für jeden Menschen wichtige Veränderungen bringen kann, unterstrich er mit der Hirtenlegende von Max Bolliger: Ein skeptischer alter Hirte machte an der Krippe in Bethlehem eine tiefe Erfahrung – und merkte auf dem Rückweg erst gar nicht, dass er seine Krücken vergaß. Denn er brauchte sie nicht mehr.
In der evangelischen Kirchengemeinde gab es zwei sehr gut besuchte Familiengottesdienste mit Krippenspiel in Furtwangen und Vöhrenbach. In Furtwangen war das Krippenspiel in der Melanchthon-Kirche ein Mehrgenerationenprojekt von Kindern, Konfirmanden, Eltern und Großeltern.
Hier erklärte der Erzengel Ariel einem erstaunten Jugendlichen, dass Weihnachten mehr ist als nur Geschenke und Trubel. So verstand dieser, dass auch er – wie die Hirten – gefordert ist, das Licht von Weihnachten weiterzugeben. Auch in der Kirche wurde das weihnachtliche weitergegeben.
Frohe Botschaft verkündet
Prädikantin Gabriele Sander Bauer machte in der Predigt deutlich: Christen müssten mit dem Wunder der Menschwerdung Gottes rechnen und diese Hoffnung in die Welt tragen.

Auch das gehört zur Weihnachtstradition in Vöhrenbach: Nachdem die Musiker der Stadtkapelle die Christmette begleitet haben, machen sie sich auf den Weg und spielen an verschiedenen Stellen in der Stadt weihnachtliche Melodien.
Foto: Stefan HeimpelDie Christvesper feierte Pfarrerin Elke Schott mit einer kleineren Zahl von Gottesdienstbesuchern. Sie ließ einfühlsam die frohe Botschaft aus dem Lukasevangelium lebendig werden.
Gleich elf Gottesdienste
In den katholischen Kirchengemeinden im oberen Bregtal gab es am Heiligen Abend gleich elf Gottesdienste, vom Krippenspiel über Familiengottesdienste bis zur traditionellen Christmette. Pfarrer Harald Bethäuser und Vikar Sandro Pröbstle wurden von weiteren Helfern unterstützt.

Ein besonderes Schmuckstück ist die Weihnachtskrippe in der Schönenbacher Kirche mit ihren sich bewegenden Figuren.
Foto: Stefan HeimpelPfarrer Bethäuser feierte dabei selbst die Familien-Christmette in St. Nikolaus in Schönenbach und dann in der Nacht die Christmette in St. Cyriak, wo er einen guten Gottesdienstbesuch verzeichnen konnte. In seiner Predigt hob er das Licht aus der Krippe hervor, das eine unvergleichliche Strahlkraft habe und selbst bis in die dunkelsten Winkel leuchte. Es liege an den Christen, im Sinn der Weihnachtsbotschaft keinen Menschen in den Schatten zu stellen und sein Leben zu verdunkeln.
Friede auf wackligen Beinen
Vikar Pröbstle feierte die Familienchristmette in Hammereisenbach mit Krippenspiel und in der Nacht die Christmette in St. Martin in Vöhrenbach. Er stellte den neugeborenen „Jesus als wahren Friedensfürst“ vor. Gerade in der heutigen Zeit mit den vielen Konflikten sei die Friedensbotschaft des Engels „Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens“ von großer Bedeutung. Gott lehre, den Frieden zu sichern, der in der Welt auf wackligen Beinen stehe.