Wilder Michel in Linach: Vier Stämme sorgen für authentisches Lagerleben

Vier Stämme sorgen für ein tolles, sehr authentisches Lagerleben.
Hans-Jürgen KommertWo sich landläufig „Fuchs und Hase gute Nacht sagen“, genau da liegt Linach – ein Straßendorf, dessen wenige Häuser sich über Kilometer erstrecken. Nix los da? Von wegen – im kleinsten Ortsteil von Furtwangen herrscht Betrieb wie sonst selten – was vor allem am „Wilden Michel“ liegt.
Verschiedene Events
Vor gerade mal rund drei Jahren erwarb eine ganze Reihe von Leuten, jung, aber auch schon im gesetzteren Alter, den Michelhof in Linach. Mit viel Herzblut haben sie seither den damals schon bestehenden Campingplatz deutlich erweitert, dazu gibt’s eine kleine Wander-Vesperstube und – es werden immer wieder auch Events angeboten. Mal ist es ein Heavy-Metal-Festival, mal Blasmusik vom Feinsten. Und nun kamen bereits zum dritten Mal „sonderbar gewandete“ Menschen zu Besuch, die wiederum viele andere anlockten – zum „Michelaltermarkt“. Rund 160 Akteure zählte die Micheltruppe dabei.
Mittelalterliches Lagerleben, Marketenderstände, Met (Honigwein), Lagerfeuer, Feuershows, Bogenschießen, Axt werfen und Showkämpfe wetteiferten mit Auftritten der Band „Weltenkrieger“.
Bei Schwertkampf verletzt
Vier Lager, die verschiedene mittelalterliche Epochen, Glaubensrichtungen oder auch Länder darstellten, fochten harte Kämpfe mit Schwert und Speer aus – und wiewohl Schwerter wie Lanzen „entschärft“ waren, blieben Verletzungen nicht gänzlich aus, allein schon wegen des Gewichts der Waffen. In diesem Jahr gab es bei einem der Schwertkämpfe auch eine schwerere Verletzung am Kopf eines Kämpfers, zu der wohl eine Verkettung unglücklicher Zufälle führte. Der Verletzte wurde von einem Ersthelferteam aus Vöhrenbach und den Rettungssanitätern aus Furtwangen versorgt.
Märchenerzählerin, Gaukler, Musikanten, „Scharfrichter“ und Feuershow
Besucher waren aber auch eingeladen zum Bogenschießen, zum Axt werfen oder einfach nur einen Blick in die Lager zu werfen und das eine oder andere selbst zu erleben. Man erlebte Ira die Märchenerzählerin, Flobold, den Gaukler, des Königs Musikanten Petrus Fortunatus, dazu den „Scharfrichter“ – der erklärte den nicht immer liebevollen Umgang der Menschen miteinander.
Höchst beeindruckend war die Feuershow der Gruppe „Ancalima“, das Trios durfte sich immer wieder über Zwischenapplaus freuen. Es agierte mit sehr athletischen und dennoch harmonischen Bewegungen mit den heißen Utensilien. Das Trio durfte seine tollen Shows auch nicht ohne Zugabe beenden.

Das Trio „Ancalima“ überzeugt mit einer sehr akrobatischen Feuer
Foto: Hans-Jürgen KommertDie Abende wurden beendet durch die Live-Band „Weltenkrieger“, die in der alten Tenne aufspielte. Die „Barden des Lichts“, wie sich die Weltenkrieger auch nennen, überzeugten mit riesigem Schlagwerk und mächtigen Dudelsäcken – die Band spielte praktisch ausschließlich eigenes Liedgut.
Erfreulicherweise hielt auch auch das Wetter während der besonderen Veranstaltung.