Weihnachten in St. Georgen: Musikalische Glanzlichter und besinnliche Worte

Am ersten Weihnachtstag gestalten Chor und Orchester den Festgottesdienst in der St.-Georgs-Kirche.
Jochen SchultheißNachdem es an Heiligabend den Tag über geschneit hatte, erlebte die Bergstadt weiße Weihnachten bei frostigen Temperaturen. Mit vielen Gottesdiensten feierten die Christen das Geburtsfest Jesu.
Überall fanden am Nachmittag von Heiligabend Feiern für Familien und Kinder statt. In der evangelischen Lorenzkirche wurde ein Familiengottesdienst mit einem Weihnachtsmusical gefeiert. Auch im ökumenischen Zentrum und in der katholischen Kirche St. Georg wurden kind- und familiengerechte Gottesdienste mit Krippenspiel angeboten. Die evangelische Christvesper am frühen Abend in der Lorenzkirche wurde von der Kantorei musikalisch mitgestaltet und in der katholischen Kirche riefen die Glocken am späten Abend zur Christmette. Den Gottesdienst am Weihnachtstag in der Lorenzkirche gestaltete der Posaunenchor mit.
Ein besonderer Höhepunkt war der Festgottesdienst am ersten Weihnachtsfeiertag in der nahezu voll besetzten St.-Georgs-Kirche, der von Kirchenchor, Solisten und Orchester unter der Leitung von Josef Spath musikalisch gestaltet wurde. Es erklang die festliche Spaur-Messe von Wolfgang Amadeus Mozart.
Die Soloparts übernahmen Martina Schwarz und Corsin Kleiner (Sopran und Tenor) sowie Daniel Sütö und Henriette Schöwitz (Bass und Alt). Das Orchester bestand aus Musikern aus der Region. Die Orgel spielte Elisabeth Spath. Ergänzt wurde die Messe durch das „Jauchzet, frohlocket“ von Johann Sebastian Bach sowie von „Hark The Herald Angels Sing“ von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Menschen annehmen – mit all ihren Eigenheiten
In seiner Weihnachtspredigt hob Pfarrer Harald Dörflinger hervor, dass Gott durch Jesus an Weihnachten wahrhaft Mensch geworden sei, ein Mensch zum Anfassen und zum Greifen, nichts Abstraktes. Jemand, der sich in die Menschen hineinversetzten kann und der zur Erde gekommen ist, um die Welt aus ihrer Perspektive zu sehen und zu erleben. So wie Gott zu den Menschen ja gesagt habe, so müssen auch sie zu sich selbst und anderen Menschen ja zu sagen.

Harald Dörflinger (links) und Hans Zeeb feiern gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst.
Foto: Jochen Schultheiß„Nur so kann Frieden werden, wenn wir mit uns selbst im Reinen sind und auch andere Menschen annehmen, so wie sie sind, mit all ihren Prägungen und Eigenheiten. Wenn wir Frieden haben möchten, müssen wir auch lernen, uns immer wieder in den Anderen hineinzuversetzen, so wie Gott sich in uns hineinversetzt, um uns zu verstehen.“
Ökumenische Feier am zweiten Weihnachtsfeiertag
Den zweiten Weihnachtstag feierten katholische und evangelische Christen gemeinsam mit einem ökumenischen Gottesdienst. Diesen gestalteten der katholische Pfarrer Harald Dörflinger und der evangelische Prädikant Hans Zeeb. In seiner Predigt ging Hans Zeeb auf die Brüche in den Lebensläufen der Menschen ein, auf eigene Schuld und Versagen, auf gescheiterte Beziehungen und auf all das, über was nicht gerne gesprochen wird. Trotz alldem sage Gott ja zu den Menschen. „Gott liebt uns trotzdem, so wie wir sind“, deutete Zeeb die Botschaft von Weihnachten.