Wald in Königsfeld
: Wichtiger Therapieort für die menschliche Gesundheit

„Therapieraum Wald – was können Kur- und Heilwälder leisten?“ Zu diesem Thema gab es ein Waldgespräch mit Improtheater, Vorträgen und Infomarkt in Königsfeld.
Von
Karlheinz Hoffmann
Königsfeld
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Deutsche Waldtage: Bewusstsein fuer ein komplexes Oekosystem: Stadtwald Eilenriede von Hannover (Foto vom 31.08.2021). Baumwipfelpfad und Ranger-Tour, Fledermaus-Exkursion und Pilzwanderung, Geo-Chaching und Meditation - vom 18. bis 20. September finden die "Deutschen Waldtage" statt, ausgerufen und organisiert vom Bundesministerium fuer Landwirtschaft. Fakten rund um einen fuer Menschen, Tiere und Pflanzen bedeutsamen Lebensraum. (Siehe epd-Bericht vom 14.09.2026) *** Local Caption *** 00455596

Der Wald ist ein Therapieort für den menschlichen Körper, des Menschen Geist und dessen Seele.

Nancy Heusel/epd
  • Waldgespräch in Königsfeld: Fokus auf Kur- und Heilwälder und ihre Gesundheitswirkung.
  • Landesforstpräsident betont, dass alle Waldfunktionen mit Gesundheit und Wohlbefinden verknüpft sind.
  • Neues Handbuch „Kur- und Heilwälder“ bietet Grundlagen zu Waldbaden, Therapie und Einrichtung.
  • Kommunen sehen Chancen für Wirtschaft, Lebensqualität und regionale Vernetzung.
  • Praxisbeispiele und Infostände sowie Improtheater ergänzten Vorträge und Vernetzung.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Der Landeswaldverband, das Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat Baden-Württemberg, die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, der Kreisverband Schwarzwald-Baar und die Gemeinde Königsfeld hatten dazu eingeladen. Angesprochen waren Forstpraktiker, Kommunen, Tourismus- und Gesundheitsakteure.

Gregor Lanz von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg begrüßte  viele Vertreter der angesprochenen Zielgruppen. Für sie gab es Raum für Vernetzung, Austausch und konkrete Praxishilfen: Die Teilnehmer erfuhren, wie sie zur Förderung von Gesundheitsangeboten im Wald beitragen können. Das Engagement und die Zusammenarbeit verschiedener Praxisfelder seien dabei gefragt, lautete das Fazit.

Waltraud Werner ist für die Therapie bei der MediClin Albert Schweizer und Baar Klinik in Königsfeld zuständig.

Waltraud Werner ist für die Therapie bei der MediClin Albert Schweizer und Baar Klinik in Königsfeld zuständig.

Karlheinz Hoffmann

„Vor dem Hintergrund des Klimawandels kommt dem Thema Wald und Gesundheit aktuell eine besondere Bedeutung zu“, so Landesforstpräsident Martin Strittmatter bei seiner Eröffnungsrede. Denn ganz gleich, ob Wirtschaft, Ökologie oder Soziales – alle Waldfunktionen hingen direkt oder indirekt auch mit menschlicher Gesundheit, Sicherheit und Wohlbefinden zusammen.

„Die Waldstrategie Baden-Württemberg 2050 ist für die Landesforstverwaltung der Rahmen, die Wälder für die Zukunft fit zu machen. Dabei werden auch soziale und kulturelle Leistungen des Waldes weiterentwickelt“, sagte Strittmatter weiter. Eine tolle Hilfestellung für alle Interessierten biete das neu erschienene Handbuch „Kur- und Heilwälder in Baden-Württemberg“, in dem fundierte Informationen zum Thema Gesundheitsangebote im Wald, zum Waldbaden und vor allem zur Schaffung von Kur- und Heilwäldern präsentiert würden.

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Die Wälder für die Zukunft fit machen, lautet das Ziel

Besonders für Kommunen sei das Thema spannend, betonte Sven Hinterseh, Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises. „Aus regionalpolitischer Perspektive tragen Gesundheitsangebote im Wald zur Stärkung der Wirtschaft des ländlichen Raumes, zur Steigerung der Lebensqualität der lokalen Bevölkerung und zur Vernetzung innerhalb der Regionen bei.“ Ökonomische Überlegungen träfen also mit denen zur Gesundheitsförderung zusammen.

Prof. Dr. Christian Weidmann und Christina Balle von der Hochschule Furtwangen waren hier wissenschaftlich eingebunden.

Christian Weidmann und Christina Balle von der Hochschule Furtwangen waren bei der Tagung wissenschaftlich eingebunden.

Karlheinz Hoffmann

Das sieht auch Fritz Link so, der als Bürgermeister der Gemeinde Königsfeld und als Präsident des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg gleich zwei Funktionen innehat, für die das Thema relevant ist. „Als Heilbäderverband haben wir ein großes Interesse daran, die Eigenschaften des Waldes systematisch mit Methoden der Prävention und Therapie zu verbinden“, erläuterte Link. „Der Bevölkerung und auch unseren Kurorten im Land eröffnen sich dadurch neue gesundheitliche, touristische und therapeutische Perspektiven.“

Michael Jeitler vom Universitätsklinikum Tübingen gab einen Überblick, was der Wald aus medizinischer Sicht zu bewirken imstande ist. Der Naturkontakt, Waldbaden und Waldtherapie stehen ganz oben auf der Agenda. Dazu sollten passende Angebote für die einzelnen Bedürfnisse erstellt werden. Dominik Menton-Enderlein von der Forstlichen Versuchsanstalt BW blieb es vorbehalten, das Handbuch „Kur- und Heilwälder“ vorzustellen. Es bietet ein Grundlagenwissen für alle Interessenten, die einen Kur- und Heilwald einrichten wollen. Die Hochschule Furtwangen war in Kooperation eingebunden. Als praktisches Beispiel stellte Selina Dengler Schömberg vor. Die im Outdoor-Management tätige Expertin beschrieb, was in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten erstellt worden ist. Das Wichtigste sei aber zu Beginn die Suche nach der geeigneten Waldfläche gewesen. Dafür gab es auch Zuschüsse.

Derzeit gebe es aber wenig Spielraum für die Realisierung neuer Flächen, da die finanziellen Mittel der Kommunen eingeschränkt seien, warf Bürgermeister Link ein. Dennoch soll geprüft werden, ob Möglichkeiten bestehen.

An verschiedenen Ständen hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, Informationen zu dem Thema einzuholen. Zwischendurch gab es eine Impro-Show von Theatersport Tübingen, dem ältesten und erfolgreichsten professionellen Improvisationstheater-Ensemble in Deutschland. Dazu hatten sich die beiden Akteure Felixa Dollinger und Tobias Rockenfeld während der Vorträge Notizen auf Zettel geschrieben. Diese bauten sie nun in Szenen ein. So kamen Texte zusammen, die zum Lachen animierten. Für alle Beteiligten war es möglich, sich gegenseitig auszutauschen und Interessantes mit nach Hause zu nehmen.

Waldgespräche finden im Rahmen der Waldstrategie 2050 Baden-Württemberg statt. Dabei gibt es  Informationen für Forstpraktiker, Kommunen, Tourismus- und Gesundheitsakteure. Das Handbuch „Kur- und Heilwälder“ soll zudem helfen.