Vielfältiges Angebot: Diese Leistungen bietet die Sozialstation in Königsfeld

Zwar am selben Standort aber dennoch in neuen Räumlichkeiten residiert seit kurzem die Sozialstation.
Stephan HübnerEinen Einblick ins vielfältige Angebot der Sozialstation und im Ort nachgefragte Leistungen gaben im Seniorenbeirat der Pflegedienstleiter der Evangelischen Altenhilfe St. Georgen, Christopher Aghaizu, und Teamleiterin Vanessa Brucker.
Bürgermeister Fritz Link sprach von einem „ganz wichtigen Bestandteil der Pflegestruktur vor Ort“ und wies auf den kürzlich erfolgten Umzug der Sozialstation in neue Räumlichkeiten am selben Standort hin.
Großzügige Räume verbesserten die Arbeitssituation deutlich und böten Möglichkeiten zu Beratungsgesprächen.
Ausbau von Schulungen
Laut Aghaizu lag 2025 ein Schwerpunkt beim Ausbau von Beratungsgesprächen und Schulungen in der eigenen Häuslichkeit, um pflegende Angehörige zu entlasten und die Pflegesituation zu stabilisieren.
Bei 214 Kunden fanden 426 Beratungen statt, bei 138 Kunden 225 Schulungen. Digitalisierung ist ein weiteres großes Thema, zum Beispiel mit einem smarten Gerät, das Geräusche aufnimmt, sie per KI auswertet und zum Beispiel bei Stürzen Alarm gibt. All das mit dem Zweck, die Pflege so lange wie möglich in der eigenen Häuslichkeit vorzunehmen.

Christopher Aghaizu und Vanessa Brucker stehen im Seniorenbeirat für Fragen zur Sozialstation zur Verfügung.
Foto: Stephan HübnerAuch müsse die Arbeit von professionellen und anderen Kräften Hand in Hand gehen, um die Masse der zu Pflegenden abdecken zu können. Personell gab es Veränderungen mit neuen Kräften. Tragende Säule zur langfristigen Sicherung der Pflegequalität ist Ausbildung.
In Königsfeld finden morgens vier Touren für jeweils 30 bis 40 Klienten statt, abends zwei Touren für jeweils 25 bis 30 Kunden. An Wochenenden gibt es jeweils zwei Touren morgens und abends für 20 bis 30 Klienten je Tour. Eine hauswirtschaftliche Fachkraft betreut täglich auf ein bis zwei Touren 25 Klienten.
Essen auf Rädern
Im Rahmen der Krankenversicherung werden 115 Kunden betreut, in der Pflegeversicherung 90, bei Verhinderungspflege 50. Letztere richtet sich an Pflegende, die zum Beispiel durch Urlaub verhindert sind. 35 Personen erhalten Essen auf Rädern, über 100 nehmen Nachbarschaftshilfe in Anspruch, für die 150 Helfer zur Verfügung stehen. Ein ambulanter Nachtdienst erledigt zum Beispiel Umlagerungen, Kontrollbesuche oder die Verabreichung von Morphium bei Palliativpatienten.
Schwerpunkt der Touren ist der Kernort, aber auch Ortsteile werden besucht.
„Wirklich gut“ läuft eine Betreuungsgruppe für Menschen mit Demenz. Angeboten wird auch ein Hausnotruf, in St. Georgen ein Mittagstisch und Kurzzeitpflege.
Bessere Vernetzung
Link schilderte seinen Eindruck, dass die verschiedenen Dienste oft nicht wüssten, was der andere mache. Tatsächlich gab es laut Aghaizu erst kürzlich Gespräche zu „Sozialstation 2.0“, mit dem Fazit, dass Kommunen weiter gestärkt sowie informelle und formelle Anbieter weiter vernetzt werden müssen.