Uralte Klänge im Schwarzwald
: Didgeridoo-Festival bringt besondere Töne nach Linach

Tiefe Töne, lange Rohre und viel Leidenschaft: Bei Didgerivoices im „Wilde Michel“ dreht sich alles um ein außergewöhnliches Instrument. Doch die Szene hat ein Problem: Nachwuchs fehlt.
Von
Hans-Jürgen Kommert
Furtwangen-Linach
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Um den Besucherinnen und Besuchern das „Didge“ und seine Töne näher zu bringen, wird spielend durch die Tenne gewandert.

Um den Besucherinnen und Besuchern das „Didge“ und seine Töne näher zu bringen, wird spielend durch die Tenne gewandert.

Hans-Jürgen Kommert
  • Didgerivoices im „Wilden Michel“ in Furtwangen-Linach: Fokus auf Didgeridoo und Workshops.
  • Organisator Matthias Kniehase setzt Tradition fort, Festival läuft dort seit nun vier Jahren.
  • Szene kämpft mit Nachwuchsmangel – kaum Frauen, „harter Kern“ sind ein knappes Dutzend Herren.
  • Dozenten prägen das Lernen: Roman Buss mit Soloauftritt, Karl-Heinz Cramer und Andreas Binding.
  • Instrumentenkunde: sehr alte Tradition, teils lange, schwere Rohre, heute auch moderne Materialien.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Zum vierten Mal in Folge organisierte Matthias Kniehase das Didgeridoo-Festival im „Wilden Michel“. Vor Jahren hatte er die Tradition der vormaligen „Schwarzwaldweekends“ von Eddy und Eva Halat übernommen, nachdem diese das Treffen als Organisatoren abgegeben hatten.

Zunächst gab es wohl einige Treffen in Kniehases Heimatgemeinde Eisenbach, bevor der Organisator Urs Fischer getroffen hatte – seit nun vier Jahren findet das Festival als „Didgerivoices“ im „Wilden Michel“ statt.

Der „harte Kern“, das seien ein knappes Dutzend meist gesetzterer Herren, kaum Frauen. „Uns fehlt ein wenig der Nachwuchs, trotz der Nähe zu der Uni Freiburg und zur HFU Furtwangen“, so Kniehase. Er denkt, dass das Instrument der australischen Ureinwohner eigentlich für Studierende besonders gut geeignet sei, zur meditativen inneren Einkehr.

Das Didgeridoo gibt es schon sehr lange

Das Instrument ist mutmaßlich sehr alt. Seit rund 40.000 Jahren erzeuge dieses außergewöhnliche Instrument magische Klänge in den Weiten Australiens. Traditionell wird das Didgeridoo nur von Männern gespielt.

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Ursprünglich waren die teils recht großen (und schweren) Rohre aus dem sehr harten und zähen Eukalyptusholz, ausgehöhlt von Termiten. Der Name stammt vermutlich von einer auf ihm gespielten Rhythmusfolge oder einer lautmalerischen Nachahmung des Klangs. Heute werden außerhalb Australiens vielerlei Hölzer verwendet, selbst Rohre aus dem 3-D-Drucker und gar aus Pappmaché gibt es.

Kein Leichtgewicht – ein sehr langes Didgeridoo, dem Bruno Buss sehr tiefe Tonfolgen entlockt.

Kein Leichtgewicht – ein sehr langes Didgeridoo, dem sehr tiefe Tonfolgen entlockt werden.

Hans-Jürgen Kommert

Das Festival selbst ist geprägt vom Lernen, denn man wolle sich ja weiterentwickeln. Daher hat man sich diverse Dozenten eingeladen. Da ist der Schweizer Roman Buss – er sei weit mehr als nur ein Musiker, vielmehr ein Klangvisionär, der Emotionen in einzigartige Soundlandschaften verwandle. Seine Musik sei eine Reise durch Energie und Stille, Rhythmus und Melodie, geprägt von tief empfundenen Emotionen. Diese Gefühle seien nicht inszeniert, sondern sie würden seine musikalische Identität widerspiegeln. Sein Ziel sei es, Menschen mit Klängen seines „Didge“ zu berühren, zu inspirieren und in neue Klangwelten zu entführen.

Dazu gesellte sich Karl-Heinz Cramer, dessen Schwerpunkt allerdings auf der „Indianerflöte“ und Percussion lag. „Im Vordergrund meiner Arbeit stehen immer die Freude am Spiel und das gemeinsame Erleben von selbst gemachter Musik in einer schönen Runde“, betonte er.

Musik als eine universelle Sprache

Seit 46 Jahren lebt Andreas Binding Musikentwicklung auf höchstem Niveau – mit professioneller Erfahrung als Solist, im Duo und in verschiedenen Bandprojekten. Für ihn ist Musik weit mehr als das Spielen von Songs. „Musik ist die universelle Sprache, die alle erreicht und verbindet“, wusste Binding. Von Freitag bis Sonntag wurden viele Workshops angeboten. Ein Höhepunkt war sicher der Soloauftritt von Roman Buss am Freitagabend, den er trotz gerade überstandener schwerer Erkrankung zelebrierte. Ein weiteres Highlight war die „Open Stage“, bei der jeder durfte, der wollte.