Unternehmen Finkbeiner: Gremmelsbacher Projekt nimmt weitere Bürokratie-Hürde

Die Gebäude sind schon fast fertig – die Zufahrt von hinten war Gegenstand des Bebauungsplans.
Hans-Jürgen KommertNoch einen weiteren Beweis für die Masse an Bürokratie in Deutschland legte Bürgermeister Gallus Strobel in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres vor: den dicken Packen, der ein Bauvorhaben des Unternehmens Finkbeiner beinhaltete.
Ein Flächennutzungsplan musste dabei nicht angepasst werden, da das Grundstück an der Nußbacher Straße schon lange Gewerbegebiet war – seinerzeit war hier, unterhalb des Autohauses von Ratsmitglied Jens Wallishauser, eine Spedition angesiedelt. Das Unternehmen Finkbeiner ist einer der größten Arbeitgeber der Wasserfallstadt und liegt eigentlich sehr verkehrsgünstig im Steinbis an der Bundesstraße 33 – allerdings mit der Einschränkung, dass der Raum für größer Bauwerke nicht vorhanden ist.
Und da Finkbeiner vor einiger Zeit die Flotte an Holztransportfahrzeugen des ehemaligen Tennenbronner Unternehmens Hilser übernommen hatte, müssen die Fahrzeuge spätestens zur Reinigung oder Wartung irgendwo unterkommen. Dabei kommen die Gebäude der ehemaligen Spedition ins Spiel.
Alles wäre kein Problem, hätte man nicht die Idee gehabt, die großen Fahrzeuge ohne große Wendemanöver in die Hallen hinein zu bringen. So aber plant das Unternehmen die Zufahrt „von hinten“, bei der eine – vorhandene, aber marode – Brücke über den Nußbach genutzt werden soll. Über einen – ebenfalls vorhandenen, aber auszubauenden – Forstweg soll es dann erneut über den Bach direkt in die Halle hinein gehen.
Bebauungsplan notwendig
Bevor die Zufahrt genutzt werden kann, gab es dicke Bretter zu bohren. Denn mit den baulichen Eingriffen seien auch Eingriffe in die bestehenden Waldflächen verbunden – weshalb ein Bebauungsplan her musste. Die Bearbeitung sei erstaunlich schnell vorangeschritten, bescheinigte Strobel.
Brücke soll ertüchtigt werden
Michael Hummel (FWV) hofft nun auf eine Umsetzung, fragte aber auch den Zustand der Brücke an. Diese sei noch für den öffentlichen Verkehr freigegeben, werde auch bei der Abfuhr von Holz aus dem Stadtwald von den Forstfahrzeugen genutzt. Allerdings soll die Brücke ertüchtigt werden, wofür es Zuschüsse gebe. Anträge dafür sollen nun gestellt werden.
Der Gemeinderat wägte in seiner Sitzung die öffentlichen und privaten Belange untereinander und gegeneinander ab, ebenso die in Offenlage eingegangenen Bedenken. Das Gremium beschloss den Bebauungsplan. Damit ist für das Unternehmen nun das weitere Vorgehen in der Sache frei.