St. Georgen feiert Heugaus: Handwerkskunst, Musik und ein Hochzeitsumzug

Die prächtigen Schäppel ziehen beim Brauttanz viele Augen auf sich.
Stephan HübnerZur Eröffnung am Samstag spielte „Luft & Blech“ Blasmusik. Wieder im Programm waren die Heugausspiele mit Dosenwerfen, Kuhmelken oder Eiersuchen im Stroh. Die angetretenen 22 Teams mit jeweils zwei Personen wurden alle mit Preisen bedacht.
Für urige Unterhaltung sorgten auch Niklaus König als „Bur zom alange“, zum Beispiel mit einem Lied über „Grasfressen für eine bessere Welt“, oder Marianne Schätzle, die sich über des Hüpfens unfähige Schulkinder und vom Schönheitschirurgen bemängelten Sanierungsstau ausließ. Weitere Anziehungspunkte waren Auftritte der „Kächele’s“ und vor allem Heinrich Del Cores, der für viele Lacher sorgte.
Brauchtum präsentierte der Trachtenverein mit Auftritten der Kindertanz- Trachtentanz- und Glockenspielgruppe.
Traditionelles Handwerk gibt es zu bestaunen
Traditionelles Handwerk gab es bei Dachdeckermeister Heinz Feder mit der Herstellung von Holzschindeln zu sehen. Er verriet, dass für gespaltene Schindeln Holz feucht, für gesägte trocken verarbeitet werden muss. Messerschleifer Karl Dold stellte seine Künste zur Verfügung.
An weiteren Ständen wurden in Handarbeit hergestellte Holzutensilien, Kleidungsstücke oder Blumengestecke dargeboten. Bei Heinzmann und Draschar zeigte Johannes Schön von ihm gesammelte Wachsstöckle, die jahrhundertelang der Beleuchtung von Bauernstuben dienten, aber auch als Zierwachsstöcke, Kunstwerke im Miniaturformat, zu Anlässen wie Hochzeit oder Firmung verschenkt wurden.
Fürs leibliche Wohl war gut gesorgt. So hatten die Landfrauen 14 Zehnlitereimer Teig für Striebele vorbereitet. Dinnele, Wurstsalat, Pellkartoffeln und anderes gab es bei Vereinen. Denen sprach Jürgen Pohl als Initiator des Heugausfestes großen Dank aus, da ohne sie Auf- und Abbau und die Bewirtung der Gäste nicht zu stemmen gewesen wäre.
Kulinarisches aus der Region
An weiteren Ständen gab es Wild aus der Region, von den in St. Georgen beheimateten Gebrüdern Wohlgemuth die „Gute Schwester“ getauften, selbstgebrannten Spirituosen, bei der Manufaktur von Siegbert Ritter traditionell hergestellte Marmelade, ohne Farb- oder Konservierungsstoffe, und im Kupferkessel gekocht, was der Marmelade positive Eigenschaften verleiht. Bei Erika und Gerhard Obergfell konnten Besucher selbst aus Äpfeln Saft in einer altertümlichen Presse herstellen.
Ein ganz besonderer Höhepunkt war am Sonntag der Hochzeitszug mit einem Brautpaar, das an diesem Tag im Schwarzen Tor heiratete. Viele Trachtenträger und eine Pferdekutsche, beladen mit der Aussteuer für die Braut, zogen faszinierte Blicke der zahlreichen Besucher auf sich. Auf der Bühne fand der Brauttanz stand, dazu gab es Infos zur traditionellen St. Georgener Tracht der Männer und Frauen.
Zufrieden zeigten sich schließlich auch die Einzelhändler, da einige Besucher den verkaufsoffenen Sonntag zum gemütlichen Bummeln und Einkaufen in den Geschäften nutzten.