SPD-Kandidat besucht Vöhrenbach
: Bürokratie lähmt Arbeit in Rathäusern

Der SPD-Landtagskandidat Nicola Schurr tauschte sich mit dem Vöhrenbacher Bürgermeister Heiko Wehrle über die Herausforderungen in kleinen Kommunen aus.
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(red/pm)
Oberndorf
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Bürgermeister Heiko Wehrle (links) und Nicola Schurr tauschten sich über die die Stimmung in den Kommunen aus.

Melanie Krämer

Im Rahmen seiner Tour durch den Wahlkreis 54 hat SPD-Landtagskandidat Nicola Schurr Station in Vöhrenbach gemacht, um sich mit Bürgermeister Heiko Wehrle über die Stimmung in den Kommunen und die drängendsten Herausforderungen auszutauschen.

Gleich zu Beginn sprach Wehrle über die wachsende Bürokratie, welche die Arbeit in den Rathäusern zunehmend lähme, heißt es in einer Mitteilung. Er wünsche sich „wieder mehr Vertrauen und Eigenverantwortung“ für die Verwaltungen vor Ort. Viele Vorschriften seien gut gemeint, führten aber zu unnötigem Aufwand – etwa, wenn selbst die Absicherung einer einfachen Spielplatzhütte zu einem aufwendigen Verfahren werde.

Schurr zeigte Verständnis für die Situation der kleineren Gemeinden. Gerade da dürfe Bürokratie nicht zur Hauptbeschäftigung werden, sagte der SPD-Landtagskandidat. Vertrauen in die Verantwortlichen vor Ort sei oft der bessere Weg als immer neue Auflagen.

Ebenfalls herausfordernd bleibt für Vöhrenbach die hohe Mitfinanzierung der Renovierung des Otto-Hahn-Gymnasiums in Furtwangen. Die Berechnung habe für Vöhrenbach einen Anteil von über zwei Millionen Euro ergeben – „eine enorme Belastung“, wie Wehrle betonte. Im Verhältnis zum gesamten Haushalt sei das kaum zu verkraften. Schurr machte deutlich: „Bildung ist eine Landesaufgabe. Es darf keine Benachteiligung für Kinder geben, nur weil sie in einer kleineren Kommune wohnen.“

Land bei Pflichtaufgaben in der Verantwortung

Genauso müsse das Land darauf achten, dass Pflichtaufgaben die Kommunen nicht überfordern. „Hier braucht es mehr Verhältnismäßigkeit und eine zeitgemäße Berechnungsgrundlage“, so Schurr.

Neben strukturellen Herausforderungen kamen auch erfreuliche Themen zur Sprache. Wehrle und Schurr tauschten sich über die Städtepartnerschaften Vöhrenbachs – und jene Villingen-Schwenningens – mit den französischen Gemeinden La Vallette, Pontarlier und Morteau aus. Schurr, der 2024 als Stadtrat an einem Besuch in Frankreich teilgenommen hatte, erinnerte sich gerne an die Begegnungen: „Diese Besuche sind unbezahlbar. Sie zeigen, wie lebendig Europa im Kleinen sein kann.“

Vereine pflegen Beziehungen mit Partnerstadt

Wehrle berichtete, dass der Austausch mit Morteau seit dem Jubiläum im vergangenen Jahr etwas eingeschlafen sei. „Ohne weiterführende Schulen fehlen uns leider die Schüleraustausche. Heute sind es vor allem die Vereine, die diese Beziehungen pflegen – und das mit großem Engagement.“

Schurr stimmte zu: „Vereine sind das Herz unseres gesellschaftlichen Miteinanders. Sie schaffen, was Schulen oft nicht mehr leisten können: Begegnung, Verantwortung und Zusammenhalt.“

Schwimmbad spielt wichtige Rolle für Einwohner

Zum Abschluss kam ein Herzensprojekt der Stadt zur Sprache: die Sanierung des über 60 Jahre alten Schwimmbads. „Wir bemühen uns um Fördermittel, um das Projekt stemmen zu können. Die Bundesförderung, die dank unserer Bundestagsabgeordneten Derya Türk-Nachbaur zustande kam, hilft sehr, reicht aber noch nicht aus. Wir hoffen auf zusätzliche Unterstützung durch das Land“, erklärte Wehrle. Schurr sicherte zu, das Anliegen zu prüfen: „Ich weiß, wie wichtig das Schwimmbad für die Menschen hier ist – für Familien, Vereine und den Zusammenhalt in der Stadt. Ich werde sehen, wo ich helfen kann.“

Am Ende waren sich beide einig: Der direkte Austausch zwischen Politik und Kommune bleibt unverzichtbar. „Nur wer vor Ort hinhört, kann gute Politik fürs Land machen“, sagte Schurr. Wehrle ergänzte: „Dieser Dialog zeigt, dass Politik und Kommune an einem Strang ziehen können – wenn man miteinander spricht statt übereinander.“

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